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Torres-del-Paine-Nationalpark: Unsere Highlights für 2 Tage

Der Torres-del-Paine-Nationalpark gehört zu den bekanntesten Zielen in Südamerika. Und das vollkommen zurecht. Atemberaubende Landschaften, die raue Natur, der kräftige Wind — das ist Patagonien! Bei Wanderern und Trekking-Fans sind die Torres del Paine ein beliebtes Ziel. Aber auch mit kürzeren Touren und leichteren Wanderungen lernst du den fantastischen Nationalpark gut kennen. Wir stellen dir unsere Highlights für zwei Tage vor.

Mirador Lago Sarmiento

Wir nähern uns dem Torres-del-Paine-Nationalpark aus dem Norden vom argentinischen El Calafate kommend. Etwa 40 Minuten nachdem wir die chilenische Grenze überquert haben, taucht am Horizont zum ersten Mal das Paine-Massiv mit seinen charakteristischen Türmen auf. Davor breitet sich der leuchtend blaue Sarmiento-See aus. Von einem Aussichtspunkt genießen wir den herrlichen Blick und sind sofort begeistert.

Das Paine-Massiv hinter dem Lago Sarmiento
Erste Begegnung mit dem Paine-Massiv hinter dem Lago Sarmiento.

Immer tiefer fahren wir in den Nationalpark hinein. Auf dem Weg begleiten uns verschiedene Parkbewohner. Über uns kreisen Kondore mit ihren bis zu drei Metern Spannweite. Neben der Straße beobachten uns Guanakos (wild lebende Lamas) und Nandus aus der kargen Pampa.

Nandus im Torres-del-Paine-Nationalpark
Gut getarnt stolzieren die Nandus durchs Gebüsch.

Laguna Azul

Unser nächster Halt ist die Laguna Azul, einer der zahlreichen Seen im Nationalpark. Bei einem Spaziergang entlang des Ufers eröffnen sich uns wieder fantastische Blicke auf die Torres del Paine.

Blick auf die Torres del Paine hinter der Laguna Azul
Rau, aber wunderschön: Die Laguna Azul.

Abgesehen von unserer kleinen Reisegruppe sind wir völlig alleine. Tief atmen wir die klare Luft ein, die uns der kräftige Wind um die Ohren bläst. Beständig rauschen kleine Wellen ans Seeufer, sonst herrscht Stille. Unterbrochen wird diese hin und wieder von einem Schnauben oder Wiehern. Um uns herum grast eine Herde Wildpferde und lässt sich von uns nicht beeindrucken.

Ein Wildpferd stemmt sich gegen den Wind
Ein Wildpferd stemmt sich gegen den Wind.

Paine-Massiv und Torres del Paine

Das Paine-Massiv ist ein 25 Kilometer langer Gebirgszug, dessen Gipfel sich bis zu 2.884 Meter erheben. Besonders markant sind die namensgebenden „Torres del Paine“, drei benachbarte Felsentürme. Sie begleiten uns den ganzen ersten Tag aus immer unterschiedlichen Blickwinkeln und sind einfach schön.

Guanako-Herde vor den Torres del Paine
Eine Herde Guanakos grast vor den Torres del Paine.

Seit 1959 ist die traumhafte Landschaft als Nationalpark geschützt und umfasst gut 2.400 Quadratkilometer. Das entspricht in etwa der Fläche Luxemburgs.

Cascada del Paine

Neben den Bergen ist Wasser ein allgegenwärtiges Element im Torres-del-Paine-Nationalpark. Zahlreiche Seen und mehrere Flüsse durchziehen den Park. Durch die Höhenunterschiede entstehen viele Wasserfälle und Stromschnellen. Einer davon ist die Cascada del Paine. Hier bahnt sich der Paine-Fluss seinen Weg in Richtung Süden und stürzt in mehreren Kaskaden sein Flussbett hinab.

Mehrstufiger Wasserfall mit den Torres del Paine im Hintergrund
Cascada del Paine

Mirador Lago Nordenskjöld

Der Paine-Fluss mündet im etwas weiter westlich gelegenen Lago Nordenskjöld. Dieser zieht sich südlich an der Bergkette entlang. Unterwegs hast du von mehreren Aussichtspunkten fantastische Blicke auf das Paine-Massiv. Auf der Südseite sind die „Cuernos del Paine“ mit ihren zweifarbigen Gesteinsschichten das prägende Element.

Cuernos del Paine hinter dem Lago Nordenskjöld
Die fantastischen Landschaften wirken fast schon unnatürlich.

Auch die Farbe des Wassers ändert sich ständig. Das Seensystem speist sich aus verschiedenen Flüssen. Auf ihrem Weg zum Pazifik waschen sie verschiedene Sedimente aus dem Gestein. Zusätzlich geben die schmelzenden Eisberge aus den Gletschern ihre jahrtausendealten Einschlüsse frei. Die Farbpalette reicht daher von blassem Hellblau bis tiefem Dunkelblau.

Mirador Rio Serrano

Unsere Lodge liegt südlich des Nationalparks in der kleinen Siedlung Rio Serrano direkt am Serrano-Fluss. Dieser zieht sich in breiten Schlingen durch die Landschaft. Gleich oberhalb des Ortes hast du vom Mirador Rio Serrano eine tolle Aussicht.

Flussschlaufen des Rio Serrano
Gemächlich fließt der Rio Serrano durch die Ebene.

Zwar gibt es auch im Nationalpark mehrere Unterkünfte. Außerhalb zu wohnen hat allerdings den Vorteil, dass du fantastische Blicke auf das gesamte Massiv bekommst. Die Aussicht aus unserem Hotelzimmer war absolut spektakulär und wird uns sicherlich lange im Gedächtnis bleiben!

Das Paine-Massiv in der Morgensonne
Der morgendliche Blick aus unserem Hotelzimmer – einfach unglaublich schön!

Bootsfahrt zum Grey-Gletscher

Am nächsten Morgen machen wir uns auf, den Grey-Gletscher zu erkunden. 25 Kilometer schiebt er sich durch die Gebirgslandschaft, bevor er sich kurz vor seinem Ende in drei Arme teilt. Seine Abbruchkante liegt über dem Lago Grey und ist nur mit dem Boot erreichbar. Die Boote legen vom Südufer des Sees ab. Der Weg zur Anlegestelle führt über eine stürmische Kiesbank. Winddichte, warme Kleidung sei dir an dieser Stelle also unbedingt empfohlen!

Kiesbank am Südufer des Lago Grey mit Bergen im Hintergrund
Am Südufer des Lago Grey erspähen wir bereits erste Eisberge in der Ferne.

Der beschwerliche Weg lohnt sich. Während der Anfahrt zum Gletscher sehen wir frisch gekalbte Eisberge und genießen die Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Hin und wieder fischt die Bootscrew kleinere Eisblöcke aus dem Wasser und zerlegt sie umgehend in Eiswürfel für die Bordbar.

Ein Eisberg treibt im Lago Grey
Immer wenn der Gletscher kalbt, entsteht ein neuer Eisberg.

Schließlich erreichen wir die Gletscherzungen. Unser Boot dreht bei und schippert gemächlich an allen drei Armen vorbei. Einmal mehr begeistert uns die Natur. Zerklüftete Eisformationen ragen meterhoch über uns auf. Wie schon beim Perito-Moreno-Gletscher hören wir das Knacken und Krachen im Inneren des Gletschers. Ein wunderbares Erlebnis!

Zerklüftete Gletscherzunge des Grey-Gletschers
Eine der drei Gletscherzungen des Grey-Gletschers

Mirador Lago Pehoé

Das nächste Highlight im Torres-del-Paine-Nationalpark lässt nicht lange auf sich warten und wir kommen aus dem Staunen kaum heraus. Vom Lago Grey fahren wir zurück in Richtung Osten. Auf dem Weg halten wir an einem kleinen Aussichtspunkt über dem Lake Pehoé. Von hier haben wir ein atemberaubendes Panorama über die Cuernos del Paine.

Blick über den Lago Pehoé und die Cuernos del Paine
Das Wetter kann im Torres-del-Paine-Nationalpark sehr schnell umschlagen.

Wanderung zum Salto Grande

Unsere letzte Station im Torres-del-Paine-Nationalpark ist ein weiterer Wasserfall, der Salto Grande. Er ist nicht direkt mit dem Auto zugänglich und erfordert eine kurze, leichte Wanderung durch eine gespenstische Landschaft. 2005 und 2011 entfachten unachtsame Wanderer verheerende Waldbrände, insgesamt brannte fast ein Viertel der Parkfläche nieder. Aufgrund der kühlen Temperaturen erholt sich die Natur nur langsam. Während Gras und Büsche ihr Territorium inzwischen zurückerobert haben, werden die Bäume noch einige Jahre brauchen.

Verbrannte Bäume im Torres-del-Paine-Nationalpark
Geisterhaft ragen die verkohlten Baumstämme in den wolkenverhangenen Himmel.

Als wir beim Wasserfall ankommen, neigen sich unsere zwei Tage im Torres-del-Paine-Nationalpark langsam dem Ende zu. Gebannt genießen wir die letzten Blicke auf die traumhaften Landschaften. Dann kehren wir zu unserem Hotel zurück, um am nächsten Morgen unsere Reise nach Süden fortzusetzen.

Wasserfall Salto Grande
Der Salto Grande stürzt 10 Meter in die Tiefe.

Fazit

Der Torres-del-Paine-Nationalpark hat uns restlos begeistert! Hier kommt die spektakuläre Natur Patagoniens voll zur Geltung. Auch für gemütliche Leichtwanderer wie uns ist das Angebot groß und die Hauptstationen des Parks sind gut zugänglich. Zwei Tage sind gerade genug, um die wichtigsten Highlights im Torres-del-Paine-Nationalpark zu erkunden. Dieses tolle Ziel solltest du auf einer Rundreise durch Patagonien auf keinen Fall verpassen! Unser ganze Route stellen wir dir in unserem Artikel Zwei Wochen Patagonien: Von Buenos Aires bis Santiago de Chile vor.

Du möchtest eine anspruchsvollere Wanderung machen, die bekannte Wanderroute W-Trek erkunden oder zum Mirador dos Lagos am Fuße der drei Türme aufsteigen? Dann empfehlen wir dir den Artikel Das „W-Trekking“ im Torres del Paine Nationalpark unserer Bloggerkollegin Lisa von Imprintmytravel.

Wolkenverhangenes Paine-Massiv im Torres-del-Paine-Nationalpark
Ein letzter Blick auf das faszinierende Paine-Massiv.

Reisetipps Torres-del-Paine-Nationalpark

Hoteltipp

Pampa Lodge, Quincho & Caballos
Lote 1 Rio Serrano
6170000 Torres del Paine
Pampa Lodge auf booking.com * 

Tolle Lodge mit fantastischer Aussicht auf das Torres-del-Paine-Massiv. Etwa drei Kilometer vom Parkeingang entfernt direkt am Serrano-Fluss gelegen.

Reiseinfos Chile

Sprache:Spanisch
Zeitzone:MEZ -5, UTC -4, Sommerzeit von Anfang September bis Anfang April
Währung:Chilenischer Peso (CLP), 1 CLP = ~ 0,0013 EUR), 1 EUR = ~ 760 CLP, Stand Januar 2019. Der Peso war früher in 100 Centavos unterteilt. Wegen der hohen Inflation sind jedoch keine Centavo-Münzen mehr im Umlauf.
Strom/Adapter:220 V/50 Hz, Steckdosen-Typ C und L. Meist passen europäische Flachstecker. Sicherheitshalber solltest du einen Adapter Typ L * Adapter Typ L dabei haben, da ältere Steckdosen unter Umständen zu eng sein können.
Trinkgeld Restaurant:Wenn das Trinkgeld nicht in der Rechnung enthalten ist ("servicio incluido"), sind für guten Service 5-10 % des Rechnungsbetrags angemessen. Bitte den Kellner, das Trinkgeld zur Rechnung hinzuzufügen oder hinterlasse es direkt auf dem Tisch.
Trinkgeld Taxi:Trinkgeld im Taxi wird nicht erwartet. Wer zufrieden ist, kann nach eigenem Ermessen aufrunden.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 0,5-1 EUR (~ 500-1.000 CLP) pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 EUR (~ 1.000 CLP) pro Person und Tag

* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Hotels/Produkte/Dienstleistungen, die wir selbst ausprobiert und für gut befunden haben.

Ein Wochenende im Weinviertel: Wunderbares Ausflugsziel nördlich von Wien

Das niederösterreichische Weinviertel beginnt nördlich von Wien. Im Norden grenzt es an Tschechien, im Osten an die Slowakei. Bekannt ist es für seinen namensgebenden Weinbau, insbesondere den Grünen Veltliner. Ihn solltest du dort auf jeden Fall probieren. An einem Wochenende im Weinviertel kannst du aber noch viel mehr erleben. Wir durften die schöne Region von Poysdorf aus erkunden. Unsere Tipps für einen Wochenendausflug von Wien stellen wir dir hier vor.

Nonseum Herrnbaumgarten

Auslöser war ein Gulaschfleck auf einer Tischdecke. Wäre es nicht praktisch, ein mehrdimensionales Tischtuch zu haben, das man öfter wenden kann und somit seltener waschen muss? Diese Idee brachte fünf Freunde dazu, 1983 den „Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen“ zu gründen. Das war die Geburtsstunde des Nonseums im kleinen Ort Herrnbaumgarten. Seitdem hat der Verein dort über 500 selbst entwickelte „Alltagsgegenstände“ gesammelt.

Kuriose Erfindungen im Nonseum

Jeder Gegenstand muss dem Vereinsmotto „Erfindungen, die wir auch nicht brauchen“ entsprechen. Sein einziger Nutzen muss sein, dem Besucher ein Lächeln zu entlocken. Das gelingt. Von gar nicht mal so unpraktischen Ideen bis hin zur völlig absurden Gerätschaft ist alles dabei.

Fritz Gall vom Nonseum Herrnbaumgarten mit Anonymitätsbalken vor dem Gesicht.
Möchte nicht erkannt werden: Fritz Gall mit seinem tragbaren Anonymitätsbalken.

Mit großer Leidenschaft führt uns Fritz Gall durch die Sammlung. Er ist Gründungsmitglied des Vereins und hat viele der Ausstellungsstücke erfunden. Mit viel Witz und Charme erklärt er uns die Exponate. Ein Weißwurst-Reiseetui für Bayern findet sich hier ebenso wie ein halbautomatischer Nasenbohrer. Allerlei Wortspiele werden in alltägliche Gebrauchsgegenstände umgesetzt. Der Humor reicht dabei von subtil bis tiefschwarz. „Nur eins machen wir nicht: unter die Gürtellinie gehen“, erklärt uns Fritz.

Weißwurst-Reiseetui im Nonseum Herrnbaumgarten.
Links im Bild: Das praktische Weißwurst-Reiseetui.

Sonst ist aber so ziemlich alles geboten. Regelmäßig macht das Nonseum auch durch Veranstaltungen von sich reden, zuletzt beispielsweise ein 24-Stunden-Weinbergschneckenrennen. Mittlerweile empfängt das Team Gäste aus aller Welt und bekommt von uns eine klare Besuchsempfehlung!

Besuch mit und ohne Führung möglich, geöffnet von Palmsonntag bis Allerheiligen. Alle Infos: Nonseum.

Fritz Gall führt den halbautomatischen Nasenbohrer vor.
Live-Demonstration des halbautomatischen Nasenbohrers.

Lachyoga im Museumsgarten

Im Museumsgarten nimmt uns Fritz‘ Gattin Betty in Empfang. Sie möchte uns zeigen, wie einfach man sich mit Glückshormonen versorgen kann. Lachen hat viele positive Effekte auf Körper und Geist. Dennoch lachen wir als Erwachsene im stressigen Alltag viel zu wenig. Das zu verbessern ist das Ziel von Lachyoga. Wir beginnen mit bewusst überzeichneten Posen und übertriebenem künstlichem Lachen. Je länger wir uns gegenseitig dabei beobachten, desto mehr schlägt die Stimmung in echte Heiterkeit um und endet in einem großen Gelächter. Ein schönes Erlebnis!

Weitere Infos zum Lachyoga mit Museumsführung.

Gruppe beim Lachyoga im Nonseum Herrnbaumgarten.
Lachyoga befreit die Seele.

Labyrinthkeller Umschaid

Ein weiterer Mitbegründer des Nonseums ist der Weinbauer Friedl Umschaid. Neben seinem Faible für skurrile Erfindungen hat er eine weitere Leidenschaft: alte Weine. Über die Jahre hat er mehrere Weinkeller in Herrnbaumgarten gekauft und von Hand Verbindungsgänge zwischen ihnen gegraben.

Friedl Umschaid vor dem Kellerlabyrinth
Friedl Umschaid vor seinem Kellerlabyrinth

Entstanden ist ein hunderte Meter langes, verzweigtes Tunnelsystem. Etwa 20.000 Flaschen Wein lagern hier inzwischen, schätzt Friedl. Viele davon stammen aus eigenem Anbau. Rund 120 verschiedene Sorten hat er über die Jahre auf seinen vier Hektar kreiert. Da versteht es sich von selbst, dass wir einige davon verkosten müssen. Besonders spannend finden wir den Chardorique, einen im Barrique-Fass ausgebauten Weißwein.

Langer Gang im Labyrinth mit Weinverkostungsstation.
Eine der Verkostungsstationen im Kellerlabyrinth

Das Kellerlabyrinth ist inzwischen über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Künstler aus aller Welt wollen in der einzigartigen Akustik der Stollen musizieren. Am letzten Freitag im Januar lädt Friedl jedes Jahr zum Erdball. Zu jazzigen, volkstümlichen und vielen anderen Klängen wird unter der Erde getanzt und gefeiert. Auch wetterunabhängiges Weinwandern ist hier möglich. Im Herbst findet der unterirdische Weinwandertag mit 14 Raststationen statt. Fad wird’s also nie!

Mehr Infos zum Labyrinthkeller Umschaid.

Übersichtsplan vom Kellerlabyrinth Herrnbaumgarten.
Ohne offiziellen Plan wäre wohl schon so mancher Besucher verlorengegangen.

Ein Picknick mit Aussicht

Knapp zehn Kilometer westlich von Herrnbaumgarten liegt das kleine Örtchen Falkenstein. Etwas oberhalb des Ortskerns erwartet uns eine ganz besondere Überraschung. Mitten auf der Wiese steht ein Picknicktisch, vollgepackt mit kalten Platten, Salaten, Aufstrichen und Brot. Dazu Traubensaft, Wein und vor allem eine fantastische Aussicht.

Picknicktisch mit Aussicht auf die Burgruine Falkenstein
Was für ein Ort für ein Picknick!

Verteilt über das ganze Weinviertel bieten insgesamt zehn Wirte verschiedene Picknickkörbe mit lokalen Produkten zum Selbstabholen an. Wahlweise für zwei Personen oder die ganze Familie suchst du dir mit diesen Köstlichkeiten einen schönen Platz und lässt es dir schmecken. Einfach wunderbar! Frisch gestärkt machen wir uns durch eine hübsche Kellergasse auf den Weg hinauf zur Burgruine.

Alle Infos zu teilnehmenden Wirten und den Picknickkörben: Weinviertel-Picknick.

Bunte Häuser in der Kellergasse von Falkenstein
Die Kellergasse von Falkenstein

Burgruine Falkenstein

Hoch über dem Weinviertel thront die Burgruine Falkenstein. Die Burg entstand im 11. Jahrhundert und wurde unter verschiedenen Herrschern mehrfach erweitert. Infolge eines Erbstreits kam es Ende des 18. Jahrhunderts zum Verkauf. Danach diente die Festung hauptsächlich als Steinbruch für die umliegenden Dörfer.

Die Burgruine Falkenstein im Weinviertel
Nur wenige Bauten der Burg Falkenstein haben die Jahrhunderte unbeschadet überstanden.

Erst seit den 1990er-Jahren wird die Anlage nach und nach restauriert und genauer erforscht. Unser Guide Christoph erzählt uns viel Interessantes über das Leben in der Burg. Von ihren hohen Mauern reicht der Blick weit bis nach Tschechien und in die Slowakei hinein.

Weitere Infos für deinen Besuch: Burgruine Falkenstein

Weite Aussicht über Niederösterreich, Tschechien und die Slowakei
Blick über das Weinviertel. Im Hintergrund bereits die tschechische Stadt Mikulov.

Mit dem E-Bike durch die Kellergassen

Die sanft geschwungenen Hügel des Weinviertels eignen sich ausgezeichnet für eine Radtour. Damit es etwas gemütlicher wird, lassen wir uns durch einen Elektromotor unterstützen. Beim radWERK-W4 in Poysdorf kannst du E-Bikes für halbe, ganze oder mehrere Tage ausleihen. An verschiedenen Terminen bieten die Betreiber geführte Radtouren durch die Region an.

E-Bike vor Kürbisfeld im Weinviertel
Die Kürbisernte steht kurz bevor.

Nach einer kurzen Einweisung durch unseren Guide Reinhard machen wir uns auf den Weg, die Kellergassen der umliegenden Dörfer zu erkunden. Wieder einmal stellen wir fest, was für eine praktische Erfindung Elektrofahrräder sind. Sobald es steiler wird, greift der Motor ein und ganz entspannt radeln wir auch längere Steigungen hinauf.

Ziegelsteinkeller in der Kellergasse von Hadersdorf
Kleine Kellergasse in Hadersdorf

Die kleinen Keller wurden früher zur Lagerung von Wein und anderen verderblichen Gütern in die Erde gegraben. Viele von ihnen haben dafür heute ausgedient. Sie werden von Privatleuten als Renovierungsprojekt gekauft und in Partykeller oder Hobbyräume umgewandelt. Im Sommer bieten die unterirdischen Räume außerdem eine willkommene Abkühlung. Von außen sind sie meist hübsch hergerichtet und schön anzusehen.

Alle Infos zu Touren und Preisen findest du auf der Website von radWERK-W4.

Kellergasse in Poysdorf mit Holzbilderrahmen
Die schmucke Kellergasse von Poysdorf

Museumsdorf Niedersulz

Nur allzu oft nehmen wir die Annehmlichkeiten des modernen Lebens für selbstverständlich. Dass es die Leute nicht immer so einfach hatten, zeigt das Museumsdorf Niedersulz auf anschauliche Weise. Die historischen Gebäude geben uns einen Einblick in den Alltag der Dorfbewohner um 1900.

Blick auf das Museumsdorf Niedersulz
Sehr beschaulich liegt das Museumsdorf inmitten grüner Natur.

Auf engstem Raum lebten die Familien früher inklusive Vieh und mussten sich ihren Lebensunterhalt schwer verdienen. Wer es sich leisten konnte, besorgte sich die Lebensmittel in der Greißlerei. Der Rest wurde im heimischen Garten angebaut.

Weinviertler Greißlerei im Museumsdorf Niedersulz
Die alte Greißlerei des Dorfs

Alle Gebäude sind original erhalten und stammen aus ganz Niederösterreich. In liebevoller Kleinarbeit werden sie Stück für Stück abgetragen und hier in Niedersulz wieder aufgebaut. Stetig kommen neue Bauten und Gegenstände dazu, die das Dorf erweitern.

Bunter Blumengarten im Museumsdorf Niedersulz
Der Stolz jeder Familie war der bunte Blumen- und Gemüsegarten.

Zuletzt dürfen wir selbst beim Lehmziegel schlagen unser Geschick unter Beweis stellen. Von Hand kneten wir den frischen Lehm so lange, bis er sich in die Form einfügen lässt. Die Masse darf keine Risse oder größere Steinchen enthalten, sonst ist der Ziegel nicht stabil. Nach einer knappen halben Stunde lösen wir den ersten Stein erfolgreich aus der Form. Ein echter Baumeister von damals müsste bei uns also lange auf sein Material warten…

Lehmziegelformen mit brennfertigen Lehmziegeln
Dürftiges Ergebnis nach einer halben Stunde.

Insgesamt ist die Ausstellung interessant gestaltet. Sie regt auf jeden Fall dazu an, die technischen und sozialen Errungenschaften unserer Zeit mehr zu schätzen.

Infos zu Öffnungszeiten und Preisen: Museumsdorf Niedersulz

Fazit

Ein wunderbares Wochenende im Weinviertel geht zu Ende. Aus unserer Sicht ist das nördliche Ende Niederösterreichs ein völlig unterschätztes Ausflugsziel von Wien. Nur eine gute Stunde außerhalb der Großstadt findest du hier wunderbare Natur für ausgedehnte Spaziergänge oder Radtouren. Unzählige Winzer und Wirte sorgen für das leibliche Wohl. Die interessanten und unterhaltsamen Museen runden einen entspannten Besuch ab. Wir waren jedenfalls überrascht und begeistert von der Angebotsvielfalt und werden sicher bald einmal wiederkommen!

Leider verpasst haben wir eine Alpakawanderung und eine Fahrt mit der Fahrraddraisine in Grafensulz. Darüber berichtet unsere Bloggerkollegin Vicky: Alpakawanderung und Draisinenfahrt im Weinviertel.

Du hast ein paar Tage mehr Zeit? Dann empfehlen wir dir noch einen Ausflug ins benachbarte Tschechien zu den Schlössern und Burgen von Valtice, Lednice und Mikulov.


Offenlegung: Wir wurden vom Weinviertel Tourismus in Kooperation mit Kinz Kommunikation zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Meinungen in diesem Artikel basieren auf unseren eigenen Erfahrungen.

Reisetipps Weinviertel

Hoteltipp

Genießerhof Haimer
Körnergasse 14
2170 Poysdorf
Genießerhof Haimer auf booking.com *

Zentral gelegen in Poysdorf mit gemütlichen, großzügigen Zimmern. Sehr herzliche Betreiberin, wunderschöner Innenhof. Tolles Frühstücksbuffet mit lokalen Produkten und Bio-Eiern. Gratis WLAN, Parkplätze an der Straße direkt vorm Haus.

Anreise/Transport vor Ort

Das Weinviertel ist von Wien öffentlich nur eingeschränkt erreichbar. Die S-Bahnen S2 und S7 fahren vom Wiener Hauptbahnhof mit mehreren Zwischenhalten im nördlichen Niederösterreich bis Mistelbach bzw. Laa an der Thaya. Nach Poysdorf, unserem Ausgangspunkt, fährt regelmäßig ein Postbus ab Wien-Floridsdorf. Abseits der größeren Ortschaften verkehren die Busse jedoch eher unregelmäßig.

Wenn du kein eigenes Auto hast und vor Ort trotzdem flexibel unterwegs sein möchtest, stehen dir die sympathischen Fahrer von Taxi Schiefer zur Verfügung. Vor allem am Wochenende sind diese jedoch gut gebucht, vorbestellen lohnt sich also!

Restauranttipps

Heuriger „Zum Poysdorfer“
Gstetten 23
2170 Poysdorf
www.veltlinerhof.com

Gemütliches Heurigenlokal in einer von Poysdorfs Kellergassen mit verschiedenen Heurigenplatten, warmen Speisen und einer guten Auswahl an lokalen Weinen.


Restaurant Neustifter
Am Golfplatz 9
2170 Poysdorf
www.hotel-neustifter.com/restaurant/

Regionale Weinviertler Küche und lokale Weine in gemütlichem Ambiente mit schöner Terrasse im Grünen am Ortsrand von Poysdorf.

* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Hotels/Produkte/Dienstleistungen, die wir selbst ausprobiert und für gut befunden haben.

Ostkanada in 14 Tagen: Ein Roadtrip im Indian Summer

Kanada, das zweitgrößte Land der Welt. Fast 120-mal so groß wie Österreich und 28-mal größer als Deutschland — die Dimensionen sind schier unglaublich. Unser Ziel ist eine ganz besondere Jahreszeit. Wenn sich im Herbst die Bäume bunt färben, ist die weite Natur des Landes besonders schön. Der berühmte Indian Summer ist somit eine tolle Reisezeit für die Region. Auf unserem Ostkanada-Roadtrip legen wir knapp 4.000 Kilometer durch fünf kanadische Provinzen zurück. Unsere Highlights stellen wir dir in diesem Artikel vor. Zunächst jedoch die Route im Überblick:

Tripline

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Ontario

Ontario ist mit Abstand Kanadas bevölkerungsreichste Provinz. Rund 40 % der 37 Millionen Kanadier leben dort. Auch Kanadas Hauptstadt Ottawa ist hier zu finden. Wir starten unseren Ostkanada-Roadtrip in der Millionenstadt Toronto.

Toronto

Mit knapp 6 Millionen Einwohnern ist Toronto die größte Metropolregion Kanadas. Die Stadt ist das wichtigste wirtschaftliche Zentrum in Ostkanada und beherbergt die größte Universität des Landes. Über viele Jahre war der CN Tower der höchste Fernsehturm der Welt. Das Panorama von seinen zwei Aussichtsplattformen ist auch heute noch fantastisch.

CN Tower in Toronto
Der CN Tower ist bis spät in die Nacht geöffnet. In der großen Plattform rotiert ein Restaurant langsam um die eigene Achse.

Torontos Innenstadt ist eine spannende Mischung aus alt und neu. Bunte Leuchtreklamen entlang der Haupteinkaufsstraße Yonge Street, kleine Läden und Cafés in den alten Fabrikhallen des Distillery District oder die rote Backsteinfassade des Gooderham Buildings aus dem 19. Jahrhundert vor den Wolkenkratzern im Hintergrund — die Facetten der Stadt sind vielfältig.

Gooderham Building in Toronto
Das Gooderham Building ist Torontos Mini-Flat-Iron-Building.

Den besten Blick auf die Skyline der Stadt hast du von den vorgelagerten Toronto Islands im Ontariosee. Regelmäßig verkehren dorthin Fähren von der Harbour Front. Mit seinem vielfältigen Angebot ist Toronto der ideale Ausgangspunkt für unseren Ostkanada-Roadtrip. Den kompletten Stadtrundgang findest du in unserem Beitrag Zwei Tage in Toronto: Ontarios Hauptstadt zu Fuß erkunden.

Skyline von Toronto
Die schöne Skyline von Toronto

Niagarafälle

Etwa 130 Kilometer südlich von Toronto stürzen die beeindruckenden Niagarafälle bis zu 57 Meter in die Tiefe. Die Fälle markieren die Grenze zwischen Kanada und den USA und sind von beiden Seiten zugänglich. Kleine Ausflugsschiffe fahren mitten in die dichte Gischt der Wassermassen und lassen dich die gewaltige Kraft des Wasser spüren.

Niagarafälle Hufeisen mit Maid-of-the-Mist-Schiff
Die kleinen Maid-of-the-Mist-Schiffe kämpfen mutig gegen die starke Strömung an.

Über mehrere Spazierwege und Aussichtspunkte erkundest du die Fälle aus verschiedenen Perspektiven. Etwas weiter flussabwärts jagt der Niagara River durch reißende Stromschnellen, bevor er schließlich bei Niagara-on-the-Lake in den Ontariosee mündet. Definitiv eine lohnenswerte Tour, die wir dir in unserem Artikel Beeindruckende Niagarafälle: Ein Tagesausflug von Toronto genauer vorstellen.

Niagara River Whirlpool Rapids
In den Whirlpool Rapids wird der Niagara River zu einem riesigen, langsam mahlenden Strudel.

Kingston

Die kleine Stadt Kingston liegt genau am Übergang des Ontariosees in den Sankt-Lorenz-Strom. Das machte sie zu Kolonialzeiten strategisch so bedeutend, dass sie zeitweise sogar die Hauptstadt der britischen Kolonie Kanada war. Auf einer Anhöhe nahe der Stadt stehen die Verteidigungsbauten des Fort Henry. Von dort aus hast du einen schönen Blick auf die Region.

Skyline von Kingston in der Abendsonne
Abendsonne über Kingston

Thousand-Islands-Nationalpark

Kurz hinter Kingston beginnt das Gebiet der Thousand Islands. Über 1.800 größere und kleinere Inseln liegen in diesem etwa 80 Kilometer langen Flussabschnitt verstreut. Viele davon sind in Privatbesitz und beherbergen Ferienhäuser verschiedener Größe und Pracht. Am einfachsten erkundest du die schöne Inselwelt bei einer Bootsfahrt durch den Archipel. Darüber berichten wir in unserem Blogartikel Der Thousand Islands National Park: Bunte Inselwelt in Ostkanada.

Kleines Ferienhaus in den Thousand Islands
Auch auf den kleinsten Inseln ist Platz für ein Ferienhäuschen.

Québec

Québec ist eine besondere kanadische Provinz. Sie entstand aus der französischen Kolonie Neufrankreich. Dieser Einfluss ist bis heute erhalten geblieben, nach wie vor ist Französisch die einzige offizielle Amtssprache. Und tatsächlich kommen wir abseits der großen Städte mit Englisch nicht immer voran. Es schadet also nicht, wenn du ein paar Brocken Französisch sprichst.

Montreal

Montreal ist nach Toronto Kanadas zweitgrößte Metropole und hat viel zu bieten. Das Zentrum liegt vollständig auf der Insel Île de Montréal im Sankt-Lorenz-Strom. Die beste Aussicht über die Stadt hast du vom Mont Royal. Er liegt im Osten des Eilands und ist über mehrere Spazierwege gut erschlossen.

Herbstliche Aussicht über Montreal vom Mont Royal
Herbstliche Aussicht über Montreal vom Mont Royal

Gleich nördlich des Hügels schließt sich das Szeneviertel Plateau Mont-Royal an. Hier findest du viele kleine Läden, Lokale und Bars. Viele der teils älteren Häuser sind großflächig mit beeindruckender Street Art verziert.

Streetart im Plateau Mont-Royal
Streetart im Plateau Mont-Royal

Nur wenige Gehminuten weiter östlich ändert sich die Bebauung allmählich und du gelangst in die Altstadt Vieux-Montréal. Ihre Ursprünge reichen zurück ins frühe 17. Jahrhundert. Schmale Pflasterstraßen und niedrige Steinbauten dominieren das Bild. Mittendrin ragt die markante Kuppel der Markthalle Marché Bonsecours vor den Hochhäusern der Neustadt empor. Weitere Eindrücke liest du in unserem Blogpost Zwei Tage in Montreal: Ostkanadas hippe Metropole.

Altstadtgasse in Montreal
Die Markthalle Marché Bonsecours überragt die Altstadt.

Wunderbare Landschaften

So spannend Kanadas Großstädte sind, die wahre Schönheit des Landes liegt in der fantastischen Natur. Auf dem Weg von Montreal nach Québec City fahren wir bewusst immer mal wieder von der Autobahn ab und schlängeln uns auf Nebenstraßen durchs Hinterland.

Herbstliches Ostkanada
Kleines Dorf im herbstlichen Québec

Gerade im Herbst sind die Farben einfach wunderbar. Etwas nördlich der Route liegt der Nationalpark La Mauricie. Er ist nicht ganz leicht zu finden und auf unserer Reise bereits in der Winterpause. Sonst ist der Park aber sicher ein lohnenswerter Zwischenstopp.

Indian Summer beim Sankt-Lorenz-Strom
Indian Summer beim Sankt-Lorenz-Strom

Québec City

Québec City ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und eine der ältesten Städte Nordamerikas. Offiziell wurde es 1608 gegründet, allerdings gab es an gleicher Stelle schon vorher eine Siedlung der Sankt-Lorenz-Irokesen. Die Altstadt Vieux-Québec ist gut erhalten und gefällt uns auf Anhieb sehr. Das charakteristischste Gebäude in der Oberstadt ist sicher das Château Frontenac, ein riesiger Hotelkomplex.

Blick auf das Château Frontenac und die Unterstadt von Québec City
Majestätisch thront das Château Frontenac über der Unterstadt.

Von dort gelangst du mit einer Standseilbahn hinunter in die Unterstadt. Hier wurde Québec gegründet und rund um die Place Royale drängen sich kleine Steinhäuser dicht an dicht.

Steinhäuser an der Place Royale
Auf der Place Royale hat Québec City seinen Ursprung.

Viele Gebäude sind mit tollen Wandmalereien verziert, die Szenen aus dem früheren Stadtleben zeigen. Insgesamt eignet sich Québec City somit hervorragend für einen gemütlichen Stadtbummel. Mehr dazu in unserem Beitrag Ein Tag in Québec: Unsere Highlights für 24 Stunden.

Wandmalerei mit Szenen aus der Zeit der Stadtgründung
Einblicke in das Leben zur Zeit der Stadtgründung

Montmorency Falls

Nur 12 Kilometer von Québecs Innenstadt entfernt rauscht der Montmorency-Wasserfall in die Tiefe. Mit 83 Metern ist er sogar höher als die Niagarafälle. Allerdings ist er deutlich schmaler und somit im direkten Vergleich nicht ganz so spektakulär.

Panoramablick auf den Montmorency-Wasserfall
Mehrere Aussichtspunkte erlauben tolle Blicke auf den Montmorency-Wasserfall.

Spannend ist hingegen die Möglichkeit, auf einer Brücke direkt über die Fälle zu gelangen. Von dort schaust du senkrecht nach unten in den Abgrund. Nicht geeignet für Leute mit Höhenangst.

Brücke über den Montmorency-Fall
Von der Brücke reicht der Blick weit über die Region und den Sankt-Lorenz-Strom.

In der Nähe findest du außerdem den Canyon St.-Anne und die Wasserfälle Sept-Chutes, die wir nicht besuchen konnten. Leider gibt es in Kanada keine einheitlichen Öffnungszeiten und jeder Naturpark entscheidet selbst, wann er in die Winterpause geht. Bei den beiden war es Mitte Oktober schon soweit.

Cap Tourmente

Der schöne Naturpark Cap Tourmente liegt knapp 50 Kilometer nordöstlich von Québec City. Um diese Jahreszeit rasten dort Tausende von Schneegänsen auf ihrem Weg vom nördlichen Kanada zu ihrem Winterquartier im Süden der USA.

Holzsteg beim Cap Tourmente
Holzstege führen durch den Park, um die empfindliche Natur zu schützen.

Von mehreren Aussichtspunkten aus kannst du die Tiere beobachten. Wir sind fasziniert von dem regen Treiben. Am Vortag wurden hier 50.000 Vögel geschätzt, an sehr „geschäftigen“ Tagen können es weit über 60.000 sein. Einmal mehr fragen wir uns, wieso so viele Vögel diese unglaublich beschwerliche Reise jedes Jahr aufs Neue auf sich nehmen.

Gänseschwarm vor dem Cap Tourmente
In großen Schwärmen sammeln die Gänse Kraft für die weite Reise.

New Brunswick

New Brunswick ist Kanadas einzige offiziell zweisprachige Provinz. Alle Schilder, Informationsblätter und sogar Speisekarten im Restaurant sind zweisprachig. Die Hauptsprache unterscheidet sich von Ortschaft zu Ortschaft. Eine Ausnahme sind die Akadier. Sie stammen von den ersten französischen Kolonisten ab. Ihre Sprache, das akadische Französisch, hat sich seitdem weitgehend unabhängig vom europäischen Französisch entwickelt.

Kouchibouguac-Nationalpark

Der Kouchibouguac-Nationalpark ist eines unserer absoluten Highlights in Ostkanada. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir den Park um diese Jahreszeit komplett für uns alleine haben. Dichter Wald, lange Strände, ein herbstliches gefärbtes Moor — Kouchibouguac sollte aus unserer Sicht bei einer Tour durch die kanadischen Atlantikprovinzen nicht fehlen. Mehr Eindrücke bekommst du in unserem Beitrag Ein Tag im Kouchibouguac-Nationalpark: Natur pur in Ostkanada.

Herbstlich gefärbtes Moor im Kouchibouguac-Nationalpark
Im Kouchibouguac-Moor sind die herbstlichen Farben besonders beeindruckend.

Bay of Fundy

Wegen ihrer schmalen und langgezogenen Form erfährt die Bay of Fundy die weltweit höchsten Gezeitenunterschiede. An normalen Tagen hebt und senkt sich der Atlantik hier bis zu 16 Meter, bei Springfluten können es ganze 21 Meter sein. Besonders schön beobachtest du dieses Phänomen bei den Hopewell Rocks. Wir kommen gegen Mittag fast genau zum höchsten Flutpunkt an und sehen nur ein paar bewaldete Inseln.

Hopewell Rocks bei Flut
Blick auf die Hopewell Rocks bei Flut

Als wir nach etwa dreieinhalb Stunden aus dem Fundy National Park zurück sind, ist der Wasserpegel schon um über 5 Meter gesunken. Vom gleichen Aussichtspunkt aus sehen wir nun den Meeresboden. Die kleinen, bewaldeten Felseninseln sind auf einmal 7 Meter hohe, bewaldete Steinsäulen. Bei schönem Wetter könntest du jetzt auf dem Meeresboden zwischen den Türmen spazieren gehen und dabei zusehen, wie das Wasser immer weiter abfließt. Wir schauen lieber, dass wir wieder ins trockene Auto kommen.

Hopewell Rocks bei einsetzender Ebbe
Blick auf die Hopewell Rocks bei einsetzender Ebbe

Fundy National Park

45 Kilometer westlich der Hopewell Rocks liegt der Fundy National Park. Wir starten dessen Erkundung mit einem Spaziergang zu den Dickson Falls, einer schönen Serie kleiner Wasserfälle mitten durch den Wald. Da wir von Bäumen umringt sind, merken wir hier den Regen nicht so stark und genießen erneut die Ruhe und die Ursprünglichkeit der kanadischen Natur.

Dickson Falls im Fundy-Nationalpark
Blick auf die Dickson Falls

Der nächste Halt ist Herring Cove Beach, ein Aussichtspunkt an der Steilküste mit Blick auf die Fundy Bay. Wetterbedingt ist von der Aussicht allerdings nicht viel zu sehen, weshalb wir uns die Wanderung entlang der Steilküste sparen und uns nur kurz umschauen.

Verregnete Herring Cove
Wegen des schlechten Wetters ist die Steilküste der Herring Cove nicht zugänglich.

Zuletzt stoppen wir am Haltepunkt Caribou Plain. Hier haben wir laut Aussage der Parkwärterin die beste, aber immer noch geringe Chance, eventuell Elche zu sehen. Nachdem es stark regnet, entscheiden wir uns für die kurze Runde über einen Holzsteg. Den Elchen ist es aber offenbar auch zu nass, unsere Ausschau bleibt jedenfalls erfolglos. Der Rundweg ist trotzdem sehr nett und wir bedauern, dass wir nicht mehr sehen können.

Blick über die Caribou Plains
Die Caribou Plains sind bei Elchen eine beliebte Wasserstelle.

Prince Edward Island

Prince Edward Island ist Kanadas kleinste Provinz. Historisch ist sie jedoch bedeutend. 1864 verständigten sich hier die Provinzen Ontario, Québec, Nova Scotia und New Brunswick auf die Gründung eines eigenständigen kanadischen Staates. Lange Zeit war es recht mühsam, die Insel zu erreichen, da es nur drei Fährverbindungen zum Festland gab. Erst 1997 wurde mit der 13 Kilometer langen, kostenpflichtigen Confederation Bridge eine direkte Straßenanbindung eröffnet.

Rote Strände auf Prince Edward Island
Die roten Strände von Prince Edward Island

Im Nordosten des Eilands liegt der Prince-Edward-Island-Nationalpark. Der Sand der Steilküste ist sehr eisenhaltig und durch Meer und Wetter richtiggehend verrostet. Dadurch findest du hier Strände in beeindruckenden, satten Rot- und teilweise sogar Pinktönen.

Blick auf den Central Coastal Drive
Der Central Coastal Drive führt auf 253 Kilometern rund um dem mittleren Teil von Prince Edward Island

Die Panorama-Küstenstraße Central Coastal Drive haben wir wegen des starken Regens ausgelassen. Bei schönem Wetter ist sie aber sicher auch einen Abstecher wert.

Nova Scotia

Nova Scotia ist Kandas zweitkleinste Provinz und liegt größtenteils auf einer Halbinsel im Atlantik. Die Amtssprache ist Englisch und kein Punkt ist weiter als 56 Kilometer vom Meer entfernt.

Halifax

Halifax ist Nova Scotias Hauptstadt und hat etwa 430.000 Einwohner. Von der alten Festung Fort George auf dem Citadel Hill mitten im Zentrum hast du einen guten Ausblick auf die Hafenstadt.

Der Clock Tower ist das Wahrzeichen von Halifax
Auf dem Citadel Hill steht der Clock Tower, das Wahrzeichen von Halifax.

Die restaurierte Uferpromenade lädt zum gemütlichen Schlendern ein. Hier fahren auch die Fähren ins benachbarte Dartmouth ab. Die Überfahrt ist preiswert und von unterwegs genießt du schöne Blicke auf die Skyline von Halifax.

Blick auf die Skyline von Halifax
Blick auf die Skyline von Halifax

Wir empfehlen außerdem einen Abstecher in die hübschen Public Gardens nördlich der Innenstadt. Sie existieren schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Halifax ein wichtiger Ankunftshafen für europäische Auswanderer war. Auch kulinarisch hat die Stadt einiges zu bieten, insbesondere entlang der Argyle Street findest du eine vielfältige Gastronomieszene.

Schmiedeeisernes Tor der Halifax Public Gardens
Seit 1867 laden die Public Gardens zur Entspannung ein.

Kejimkujik-Nationalpark

Der etwa 400 Quadratkilometer große Kejimkujik National Park liegt 170 Kilometer von Halifax entfernt. Nur ein kleiner Teil des Schutzgebiets entlang des Mersey River ist für Besucher zugänglich. Dieser ist jedoch sehr schön. Das Wasser plätschert über die Kaskaden der Mills Falls, Eichhörnchen springen über das bunte Laub am Boden. Im Sommer sonnen sich hier wohl auch gerne ein paar Schildkröten.

Eichhörnchen im Kejimkujik National Park
Fleißig sammeln die Eichhörnchen ihre Wintervorräte.

Hauptanziehungspunkt des Parks ist der Kejimkujik Lake. Im Sommer kannst du hier im See paddeln, schwimmen oder auf einer der kleinen Inseln im See zelten. Um diese Jahreszeit haben wir aber den See ganz für uns alleine und genießen wie schon so oft die Ruhe und die schönen Farben.

Blick über den Kejimkujik Lake
Blick über den Kejimkujik Lake

Lunenburg

Der Name lässt bereits erahnen, wer das Städtchen Lunenburg gegründet hat. In der Region ließen sich Mitte des 18. Jahrhunderts deutsche Protestanten nieder, denen hier freie Religionsausübung zugesichert wurde. Das Stadtzentrum mit seinen bunten kleinen Holzhäuschen ist mittlerweile UNESCO-Weltkulturerbe. Von einem Aussichtspunkt auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht hast du einen schönen Panoramablick über die Uferpromenade der Stadt.

Bunte Holzfassaden in Kejimkujik
Die hübschen Holzfassaden von Lunenburg

Peggy’s Cove und Peggy’s Point

Das kleine Örtchen Peggy’s Cove liegt direkt am Meer und beheimatet Ostkanadas meistfotografiertes Gebäude: den Leuchtturm Peggy’s Point. Dieser steht malerisch auf einer felsigen Halbinsel und ist bis heute in Betrieb. Durch seine charakteristische Form und die schroffe Umgebung hat es der Turm zu einem Wahrzeichen Nova Scotias geschafft. Er ist unsere letzte Station in Kanada, bevor wir zu unserem Endpunkt Halifax zurückkehren.

Der Leuchtturm Peggy's Point in Peggy's Cove
Der Leuchtturm Peggy’s Point steht einsam auf den kahlen Felsen.

Cape Breton und der Cabot Trail

Wenn du noch ein paar Tage mehr Zeit hast, solltest du über einen Ausflug auf die Cape-Breton-Insel im Osten Nova Scotias nachdenken. Die Panoramastraße Cabot Trail zählt zu den schönsten Roadtrip-Routen der Welt, vor allem im Indian Summer. Ein guter Grund, einmal wiederzukommen.

Autofahren in Kanada

Mit dem Auto bist du in Kanada generell recht entspannt unterwegs. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und Parkplätze gibt es überall. Durch das niedrige Tempolimit von 100 km/h auf der Autobahn (110 km/h in New Brunswick) können sich jedoch auch kürzere Strecken ziemlich ziehen. Plane deine Etappen also nicht zu lange.

Appalachen-Landschaft auf unserem Ostkanada-Roadtrip
Typische Landstraße im ostkanadischen Appalachengebirge

Die meisten Autovermieter verlangen eine Einwegmiete, wenn du den Mietwagen woanders zurückgibst, als du ihn entgegengenommen hast. Zwischen den Flughäfen von Toronto und Montreal herrscht allerdings reger Verkehr, sodass auf dieser Strecke die Einweggebühr entfällt. Wir haben daher unseren Mietwagen in Montreal am Flughafen gewechselt und dank der kürzeren Einwegstrecke über 500 Dollar gespart.

Mietwagen für den Ostkanada-Roadtrip
Das passende Auto für einen Ostkanada-Roadtrip.

Fazit

Zwei wunderbare Wochen liegen hinter uns. Insgesamt haben wir auf unserem Ostkanada-Roadtrip 3.955 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht in etwa dem Landweg von Wien nach Teheran, was die gigantischen Ausmaße des nordamerikanischen Kontinents zeigt. Ob Millionenstädte oder menschenleere Nationalparks — Ostkanada hat uns begeistert! Der Indian Summer ist mit seinen unglaublichen Farben aus unserer Sicht die ideale Reisezeit für die Region. Neben der atemberaubenden Natur haben uns die unglaublich netten und hilfsbereiten Menschen beeindruckt. Wir sind uns jedenfalls sicher, dass das nicht unsere letzte Reise in dieses schöne Land war!

Rotes Ahornblatt
Im Indian Summer wird klar, wie die kanadische Flagge entstanden ist.

Reisetipps Ostkanada-Roadtrip

Routeninfos

  • Tag 1: Anreise und Toronto
  • Tag 2: Toronto – Niagara Falls – Toronto, ca. 290 Kilometer
  • Tag 3: Toronto – Kingston – Gananoque, ca. 300 Kilometer
  • Tag 4: Gananoque – Thousand Islands – Montreal, ca. 275 Kilometer
  • Tag 5: Montreal
  • Tag 6: Montreal – Québec City, ca. 270 Kilometer
  • Tag 7: Québec City – Montmorency Falls – Cap Tourmente – Québec City, ca. 100 Kilometer
  • Tag 8: Québec City – Bathurst, ca. 565 Kilometer
  • Tag 9: Bathurst – Kouchibouguac – Little Shemogue, ca. 350 Kilometer
  • Tag 10: Little Shemogue – Fundy Bay – Little Shemogue, ca. 295 Kilometer
  • Tag 11: Little Shemogue – Prince Edward Island – Halifax, ca. 410 Kilometer
  • Tag 12: Halifax – Kejimkujik National Park – Halifax, ca. 350 Kilometer
  • Tag 13: Halifax – Lunenburg – Peggy’s Cove – Halifax, ca. 280 Kilometer
  • Tag 14: Halifax
  • Tag 15: Abreise

Hoteltipps

The Westin Harbour Castle
1 Harbour Square
Toronto
The Westin Harbour Castle auf booking.com *

Direkt am Ufer des Ontariosees gelegen, die Innenstadt ist fußläufig erreichbar. Tiefgarage mit Valet-Parking direkt im Haus, 45 CAD (~ 30 EUR) pro Nacht. Gratis WLAN, das Frühstück haben wir nicht getestet.


The Gananoque Inn & Spa
550 Stone Street South
Gananoque
The Gananoque Inn & Spa auf booking.com *

Komfortables Bed & Breakfast/Hotel mit sehr gutem Restaurant. Parkplätze direkt vorm Haus, gutes Frühstück, gratis WLAN.


Delta Hotel by Marriott Montreal
475 President-Kennedy Avenue
Montreal
Delta Hotel by Marriott Montreal auf booking.com *

Schönes, modernes Hotel in Downtown Montreal. Tiefgarage im Gebäude, gratis WLAN.


Manoir Victoria
44, Côte du Palais
Québec
Manoir Victoria auf booking.com *

Mitten in der Altstadt gelegen, ist dieses schöne Hotel ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung Québecs. Parkgarage direkt neben dem Haus, gratis WLAN. Der Aufpreis für ein renoviertes Luxe-Zimmer lohnt sich. Das Frühstück haben wir nicht getestet.


Little Shemogue Inn
2361 Route 955
Little Shemogue
Little Shemogue Inn auf booking.com *

Dieses kleine rote Häuschen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts liegt wunderbar an einem schmalen Meeresarm und wird von einer Deutschen betrieben, die dort auch selbst kocht.


Cambridge Suites Hotel
1583 Brunswick Street
Halifax
Cambridge Suites Hotel auf booking.com *

Sehr zentral gelegenes, gemütliches Hotel mit großzügigen Studio-Zimmern.

Restauranttipps

The Old Spaghetti Factory
54 The Esplanade
Toronto
www.oldspaghettifactory.net

In einer ehemaligen Schmiede werden in gemütlichem viktorianischen Ambiente sehr gute Pastagerichte serviert.


Balzac’s Coffee Roasters
Distillery District
1 Trinity Street
Toronto
www.balzacs.com

Gemütliches Kaffeehaus im Industriestil mit gutem Kaffee und einer großen Auswahl an Süßspeisen.


Reuben’s Deli & Steaks
1116 Sainte-Catherine W.
Montreal
reubensdeli.com

Hippes Lokal in Downtown Montreal mit hervorragendem Smoked Meat Sandwich.


La Banquise
994 rue Rachel Est
Montreal
labanquise.com

Das quirlige Lokal bietet den Einheimischen zufolge die beste Poutine der Stadt an. Die lange Schlange vor dem Eingang scheint dies zu bestätigen. Unbedingt probieren!


Vices & Versa
6631 boulevard St-Laurent
Montreal
www.vicesetversa.com

Gemütliche Bar mit riesiger Bierauswahl.


Fairmount Bagel
74 Fairmount West
Montreal
www.fairmountbagel.com

Kleine aber feine Bagelbackstube mit ausgezeichneten Bagels bis spät in die Nacht.


Chez Boulay
1110, rue Saint-Jean
Québec
chezboulay.com

Gemütliches Lokal mit guter nordisch-kanadischer Küche, sehr freundliches Personal.


Chives – Canadian Bistro
1537 Barrington Street
Halifax
www.chives.ca

Ausgezeichnetes Restaurant, das ausschließlich auf regionale und biologische Produkte setzt. Unbedingt probieren: Chowder. Diese dickflüssige Cremesuppe wird je nach Lokal mit Fisch, Meeresfrüchten oder einer Mischung aus beiden serviert.


2 Doors Down
1533 Barrington Street
Halifax
www.go2doorsdown.com

Gemütliches Pub-Restaurant, das zum Chives gehört und nur zwei Häuser weiter ist. Hier liegt der Fokus jedoch auf sehr guten Burgern und Steaks.


The Five Fishermen
1740 Argyle Street
Halifax
www.fivefishermen.com

Das Lokal ist zweigeteilt. Im Obergeschoß gibt es ein klassisches Restaurant, im Erdgeschoß einen Grill mit lockerer Pub-Atmosphäre. Wie der Name bereits vermuten lässt, liegt der Menüschwerpunkt hier auf Gutem aus dem Meer.


Bistro Le Coq
1584 Argyle Street
Halifax
www.rcr.ca/restaurants/bistro-le-coq/

Sehr nettes Restaurant mit ganz ausgezeichneter französischer Küche.

Reiseinfos Kanada

Sprache:Englisch, Französisch
Zeitzone:MEZ -4:40 bis -9, UTC -3:30 bis -8, teilweise Sommerzeit
Währung:Kanadischer Dollar (CAD), 1 CAD (~ 0,67 EUR) = 100 Cent. Wie in den USA ist die Mehrwertsteuer nie in die ausgewiesenen Preise eingerechnet. Sie variiert nach Provinz und beträgt zwischen 5 und 15 %.
Strom/Adapter:110 V/60 Hz, Adapter Typ A/B * (wie USA) notwendig
Roadtrip-Info:Rechtsverkehr. Die Straßen sind breit und gut ausgebaut, die Autos daher oft entsprechend überdimensioniert. Sicherheitshalber solltest du einen internationalen Führerschein dabeihaben, da das europäische Scheckkartenformat nicht überall anerkannt wird. Parkverbotszonen sind deutlich gekennzeichnet.

Tempolimit je nach Provinz außerorts und auf Autobahnen 80-110 km/h, innerorts 40-50 km/h.

Achtung: Auch tagsüber muss das Abblendlicht eingeschaltet sein.

Achtung: An Schulbussen, die mit Warnblinkanlage halten, darfst du nicht vorbeifahren.

Auf manchen Streckenabschnitten oder Brücken ist eine Maut zu entrichten. Dafür wird dein Kennzeichen erfasst und der Betrag direkt von der beim Autovermieter hinterlegten Kreditkarte abgebucht.
Trinkgeld Restaurant:Wie in den USA leben die Kellner vom Trinkgeld. Man gibt also mindestens 15 %, wenn man zufrieden war, auch mehr. Kann direkt ins Kreditkartengerät eingegeben oder bar auf dem Tisch hinterlassen werden
Trinkgeld Taxi:Im Taxi rundet man den Fahrpreis ebenfalls um etwa 15 % auf.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 1-2 CAD pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 CAD pro Tag, da das Reinigungspersonal nicht immer dasselbe ist, hinterlässt man das Geld täglich im Zimmer, deutlich als Trinkgeld erkennbar.

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Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires: Unsere Highlights für zwei Tage

Buenos Aires ist eine der größten Metropolen Südamerikas. Rund 13 Millionen Menschen leben im Großraum des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrums Argentiniens. Die Stadt am Río de la Plata überrascht mit europäischem Flair. Prunkvolle Gebäude und Prachtstraßen treffen auf moderne Stadtentwicklung und melancholische Lebensart. Die Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires zeigen in den verschiedenen Vierteln unterschiedliche Facetten. In diesem Beitrag stellen wir dir unsere Highlights für zwei Tage in der argentinischen Hauptstadt vor.

Plaza de Mayo

Die Plaza de Mayo im Stadtteil Monserrat ist das historische Zentrum der Metropole. An diesem Ort wurde die Stadt in der Kolonialzeit gegründet. Rund um den Platz liegen einige Sehenswürdigkeiten von Buenos Aires:

Pirámide de Mayo

In der Mitte der Plaza de Mayo erinnert die Pirámide de Mayo an die Mai-Revolution im Jahre 1810, die 1816 zur Unabhängigkeit Argentiniens führte. Im Umkreis des Denkmals fallen die auf den Boden gemalten weißen Frauenkopftücher auf. Diese stehen für eine Organisation argentinischer Frauen, deren Kinder während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 als politische Gegner entführt, gefoltert und ermordet wurden. Etwa 30.000 Menschen „verschwanden“ in dieser Zeit. Die „Mütter der Plaza de Mayo“ demonstrierten damals für die Freilassung ihrer Angehörigen und forderten Informationen über deren Verbleib. Bis heute versammeln sie sich regelmäßig auf dem Platz, um der Opfer zu gedenken.

Plaza de Mayo, Pirámide de Mayo, Buenos Aires
Das Denkmal Pirámide de Mayo auf der Plaza de Mayo

Casa Rosada

Die Casa Rosada liegt an der Ostseite der Plaza de Mayo. Auf den Überresten der früheren Befestigungsanlage erbaut, stellt der Präsidentenpalast das politische Zentrum in der wechselvollen Geschichte der argentinischen Republik dar. Vom Balkon des rosafarbenen Regierungssitzes sprachen unter anderem Juan und Eva Perón zu ihren Anhängern. Die „Evita“ genannte, jung verstorbene Präsidentengattin erfährt in Argentinien seit Mitte des 20. Jahrhunderts einen ausgeprägten Personenkult.

Plaza de Mayo, Casa Rosada, Buenos Aires
In der Casa Rosada befinden sich die Amts- und Repräsentationsräumlichkeiten des argentinischen Präsidenten.

Cabildo de Buenos Aires

Auf der gegenüberliegenden Seite der Plaza de Mayo steht der Cabildo de Buenos Aires. Das Alte Rathaus war von 1776 bis 1814 der Regierungssitz des Vizekönigreichs des Río de la Plata. Später musste ein Teil des ursprünglichen Bauwerks für die Erweiterung der Avenida de Mayo weichen. Heute beherbergt das Gebäude das Nationalmuseum des Cabildo und der Mai-Revolution.

Plaza de Mayo, Altes Rathaus, Buenos Aires
Der Cabildo an der Plaza de Mayo

Catedral Metropolitana de Buenos Aires

Die Kathedrale von Buenos Aires grenzt ebenfalls an die Plaza de Mayo. Der frühere Erzbischofssitz des heutigen Papstes Franziskus erinnert mit seiner neoklassizistischen Fassade an einen antiken Tempel. Die zwölf Säulen vor dem Kirchenportal der Catedral Metropolitana symbolisieren die zwölf Apostel.

Plaza de Mayo, Catedral Metropolitana, Buenos Aires
Die Hauptkirche der Katholiken im an Monserrat anschließenden Stadtteil San Nicolás

Avenida de Mayo

Die Avenida de Mayo verbindet auf 1,35 Kilometern den Präsidentenpalast an der Plaza de Mayo mit dem Amtsgebäude des argentinischen Nationalkongresses an der Plaza del Congreso. Auf halber Strecke kreuzt die Prachtstraße die Avenida de 9 Julio. Mit sieben Fahrstreifen je Richtung ist diese eine der breitesten Straßen der Welt. Folgst du der Avenida de 9 Julio weiter, kommst du zum Obelisken und zum Opernhaus Teatro Colón. Die Avenida de Mayo selbst ist für ihre historischen Gebäude im Jugendstil, Neoklassizismus und Eklektizismus bekannt. Sehenswürdigkeiten sind das Kaffeehaus Café Tortoni (Avenida de Mayo 825) und der Palacio Barolo (Avenida de Mayo 1370).

Plaza Provincia de Mendoza, Kreuzung Avenida 9 de Julio und Avenida de Mayo, Buenos Aires
Die Plaza Provincia de Mendoza mit Blick auf das Evita-Portrait an der Gebäudefassade des Gesundheitsministeriums

Palacio Barolo

Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung im Jahre 1923 war der Palacio Barolo das höchste Gebäude Südamerikas. Auf Wunsch des Auftraggebers Luis Barolo ist der Palast eine Hommage an Dante Alighieris Göttliche Komödie. Der Entwurf stammt vom italienischen Architekten Mario Palanti. Neben vielen weiteren Bezugspunkten orientiert sich zum Beispiel die Höhe von 100 Metern an den 100 Gesängen des Werks des italienischen Dichters. Das Gebäude ist eine einzigartige Kombination aus neugotischer und neuromanischer Architektur mit einer von hinduistischen Einflüssen inspirierten Kuppel. Auf dem Dach befindet sich ein Leuchtturm. Die bis ins kleinste Detail durchdachte Innenausstattung offenbart ebenso unzählige Anlehnungen an die Göttliche Komödie. Ursprünglich sollte sogar die Asche von Dante Alighieri im Palacio Barolo bestattet werden. Diese kam jedoch auf dem Weg nach Südamerika abhanden. Heute wird der denkmalgeschützte Palast an der Avenida de Mayo als Bürogebäude genutzt.

Palacio Barolo, Außenansicht, Avenida de Mayo, Buenos Aires
Außenansicht des Palacio Barolo an der Avenida de Mayo

Der Palacio Barolo gliedert sich dem Aufbau der Göttlichen Komödie entsprechend in drei Teile. Keller und Erdgeschoss stehen für die Hölle, die Etagen 1 bis 14 repräsentieren das Fegefeuer und die Etagen 15 bis 22 entsprechen dem Paradies. Die eindrucksvoll gestaltete Empfangshalle ist öffentlich zugänglich. Dort erhältst du auch die Tickets für die geführten Touren, mit denen du in die übrigen Bereiche des Gebäudes gelangst. Außer dienstags und sonntags finden täglich mehrere eineinhalbstündige Führungen in Englisch und Spanisch statt. Darüber hinaus gibt es Abendveranstaltungen mit unterschiedlichen Programmschwerpunkten. Weitere Informationen zu Optionen, Zeiten und Preisen erhältst du bei Palacio Barolo Tours.

Palacio Barolo, Innenansicht, Buenos Aires
Blick vom „Fegefeuer“ in die „Hölle“ bei der Besichtigung des Palacio Barolo

Die Tour führt durch die verschiedenen Stockwerke und beinhaltet tolle Ausblicke von den Balkonen und der Dachterrasse. In der Leuchtturmkuppel des Palacio Barolo erwartet dich ein spektakuläres 360-Grad-Panorama über das Häusermeer von Buenos Aires. Aus dieser besonderen Perspektive offenbaren sich erst die tatsächlichen Ausmaße der Metropole.

Palacio Barolo, Blick aus dem Leuchtturm, Buenos Aires
Im „Paradies“ des Palacio Barolo: herrlicher Rundumblick über Buenos Aires in der Leuchtturmkuppel

Congreso de la Nación Argentina

Der Bau des Palasts des argentinischen Nationalkongresses begann 1895. In die Gestaltung ließ der italienische Architekt Victor Meano die Ideen des Akademismus, Eklektizismus und Klassizismus einfließen. 1906 wurde der Palacio del Congreso eingeweiht, jedoch erst 1946 endgültig fertiggestellt. Die monumentale, mit grünschimmerndem Kupfer bedeckte Kuppel ist mit 80 Metern Höhe eine der größten der Stadt. Vor dem Gebäude liegt die über die Avenida de Mayo mit der Plaza de Mayo verbundene Plaza del Congreso. Auf dem Platz erinnert das Denkmal Monumento de los dos Congresos an zwei Kongresse, die die nationale Unabhängigkeit Argentiniens vorbereiteten.

Plaza del Congreso, Blick vom Palacio Barolo, Buenos Aires - Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires: Unsere Highlights für zwei Tage
Das beeindruckende Panorama vom Palacio Barolo gewährt freien Blick auf den Kongresspalast.

Cementerio de La Recoleta

Drei Kilometer weiter nördlich kannst du ein weiteres Highlight der Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires entdecken. Inmitten des Wohngebiets des gleichnamigen Stadtteils befindet sich der schöne Friedhof La Recoleta (Calle Junín 1760). In den tausenden, mit kunstvollen Statuen geschmückten Marmormausoleen und Krypten fanden einige berühmte Persönlichkeiten Argentiniens ihre letzte Ruhe. Eine von ihnen ist Evita Perón, deren Grab im Mausoleum der Familie Duarte einer Pilgerstätte gleicht. Der Friedhof ist täglich von 8 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Friedhof La Recoleta, Buenos Aires
Die Stadt der Toten in La Recoleta

La Boca

La Boca liegt im Osten von Buenos Aires an der Einmündung des Riachuelo-Flusses in den Rió de la Plata. Darauf bezieht sich auch der Name des Viertels, der auf Spanisch „Mündung“ bedeutet. Im Vergleich zum prachtvollen Stadtzentrum hat La Boca eine ganz eigene Atmosphäre. Bekannt ist der von italienischen Einwanderern geprägte Stadtteil vor allem für seine bunten Wellblechhäuser. Lokale Künstler bieten in der als Straßenmuseum bezeichneten Fußgängerzone Caminito („Kleiner Weg“) ihre Werke an. In den farbenfrohen Innenhöfen warten Souvenirläden auf kauffreudige Kundschaft, auf den Gehsteigen werben Restaurants um Gäste. An jeder Ecke spielt Musik und Tangotänzer zeigen ihre Künste auf den Straßen.

Caminito, La Boca, Buenos Aires
Ein Spaziergang durch den farbenfrohen Caminito in La Boca

In der Nähe des Caminito kannst du außerdem das „Pralinenschachtel“ genannte Stadion La Bombonera des Fußballclubs Boca Juniors ansehen. Dort spielte schon Diego Maradona. Obwohl La Boca eine beliebte Touristenattraktion ist, gilt die Gegend abseits der stark frequentierten Wege als unsicher. Daher solltest du Seitengassen meiden und das Stadtviertel nur tagsüber besuchen.

Souvenirshop, La Boca, Buenos Aires
Bunte Innenhöfe im touristisch geprägten Teil von La Boca

Puerto Madero

Das ehemals heruntergekommene alte Hafenviertel von Buenos Aires ist inzwischen eine der gefragtesten Lagen der argentinischen Hauptstadt. Im wiederbelebten Puerto Madero beherbergen die Backsteinhäuser der historischen Speicherstadt schicke Büros, teure Wohnungen und gehobene Gastronomie. In den emporragenden Hochhäusern sitzen internationale Firmen, im Wasser liegen luxuriöse Segelschiffe. Über eines der vier Hafenbecken spannt sich die rotierende Fußgängerbrücke Puente de la Mujer. Die „Frauenbrücke“ soll ein tangotanzendes Paar darstellen. Östlich von Puerto Madero empfängt dich eine grüne Oase mitten in der Stadt. Am Ufer des Río de la Plata erstreckt sich das auf Bauschutt entstandene, weitläufige Naturschutzgebiet Reserva Ecológica Costanera Sur.

Puente de la Mujer, Puerto Madero, Buenos Aires
Die Puente de la Mujer in Puerto Madero

Die schöne Promenade von Puerto Madero lädt insbesondere in den Abendstunden zum Flanieren an den vier Hafendocks ein. Bei Sonnenuntergang ist die moderne Skyline von Buenos Aires besonders fotogen. Im Anschluss wartet Puerto Madero mit einem umfassenden Angebot an Restaurants und Unterhaltung auf. Alternativ kannst du zu Fuß ins nahe gelegene Stadtzentrum zurückkehren.

Puerto Madero am Abend, Buenos Aires
Abendstimmung an der Hafenpromenade

San Telmo

San Telmo ist mit seinen denkmalgeschützten Altbauten aus dem 19. Jahrhundert, zahlreichen Antiquitätenläden und allgegenwärtigen Tangoklängen ein Ort der Nostalgie. Gleichzeitig gilt der Stadtteil im Südosten von Buenos Aires als Szeneviertel mit authenthischen Steakrestaurants, trendigen Bars und unkonventioneller Street Art. Aufgrund des vielfältigen Angebots ist San Telmo bei Touristen sehr beliebt und auch eines unserer Highlights in Buenos Aires.

Mercado de San Telmo

Der Mercado de San Telmo (Calles Defensa 963/Bolívar 970/Estados Unidos 460) lohnt einen oder gleich mehrere Besuche. In der 1897 errichteten historischen Markthalle verrkaufen die Stände von frischen Lebensmitteln bis Antiquitäten ein umfangreiches Sortiment. Der Markt ist dienstags bis freitags von 10.30 bis 19.30 Uhr und sams-, sonn- und feiertags von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Viele Anbieter akzeptieren nur Barzahlung. Wenn du keine argentinischen Pesos griffbereit hast, kannst du üblicherweise zu einem angemessenen Wechselkurs mit US-Dollar bezahlen. Das Rückgeld erhältst du in der lokalen Währung.

Mercado de San Telmo, San Telmo, Buenos Aires
Die Markthalle von San Telmo

Auf dem Mercado de San Telmo kannst du etliche kulinarische Spezialitäten probieren. Besonders empfehlen möchten wir dir zwei Essensstände in der Markthalle: La Choripaneria für Choripans (Chorizo-Wurst im Baguette mit unterschiedlichen Toppings) und Bier sowie El Hornero für Empanadas (gefüllte Teigtaschen) in verschiedenen Variationen.

La Choripaneria, San Telmo, Buenos Aires
La Choripaneria auf dem Mercado de San Telmo

Plaza Dorrego

Durch die großen Einwandererwellen aus Europa entstand in Buenos Aires ein kultureller Schmelztiegel, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Entwicklung des Tangos führte. Die Plaza Dorrego ist ein historischer Platz im Herzen von San Telmo, wo der Tango Argentino noch immer zelebriert wird. In den umliegenden Bars und Cafés treten Tänzer und Musiker auf und unterhalten Besucher für ein Trinkgeld. Jeden Sonntag findet auf dem Platz zudem ein Antiquitätenmarkt statt, die Feria de San Pedro Telmo.

Tango am Tag, Plaza Dorrego, San Telmo, Buenos Aires
Professionelle Tangotänzer verdienen sich auf der Plaza Dorrego ein Trinkgeld dazu.

In San Telmo stehen eine Menge Tangoshows mit begleitendem Abendessen zur Auswahl. Diese sind für argentinische Verhältnisse allerdings recht teuer. Wir hatten auf der Plaza Dorrego einen schönen und dazu sehr günstigen Abend. Dort konnten wir in einer Bar im Freien sitzen und bei einer Flasche Rotwein eine tolle Tangoperformance erleben.

Tango am Abend, San Telmo, Buenos Aires
Tango Argentino am Abend auf der Plaza Dorrego

Tigre-Delta

Das idyllische Tigre-Delta ist ergänzend zu den Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires ein interessantes Ziel für einen Halbtagesausflug. Nur eine einstündige Auto- oder Zugfahrt vom Zentrum der argentinischen Hauptstadt entfernt, liegt das Städtchen Tigre am Río Luján. Dieser Fluss mündet nicht weit entfernt in den Río de la Plata. Flussrundfahrten sind von Tigre aus mit Linienbooten oder gebuchten Touren möglich. Die Boote fahren etwa zwei Stunden durch die von Stelzenhäusern, Villen und Rudervereinen gesäumte Wasser- und Inselwelt.

Bootsfahrt durch Tigre
Bootsfahrt im Tigre-Delta

Fazit

Buenos Aires ist ein guter Einstiegspunkt für eine Südamerikareise. Wir statteten der argentinischen Hauptstadt auf unserem Weg nach Patagonien einen zweitägigen Besuch ab.

Bei den oben genannten Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires handelt es sich um unsere Highlights für einen Aufenthalt von zwei Tagen. Natürlich geben diese kein ganzheitliches Bild der Metropole wieder, aber sie vermitteln einen schönen ersten Eindruck bei einem Kurzbesuch. Die aufgeführten Viertel bilden ein buntes Mosaik an Impressionen, das die Stadt am Río de la Plata zu einem lohnenswerten Reiseziel macht.

Du bist länger als zwei Tage in Buenos Aires oder auf der Suche nach weiterer Inspiration? Zusätzliche Sehenswürdigkeiten und Tipps findest du auf der Website der Touristeninformation von Buenos Aires.

Möchtest du mehr über unsere Rundreise erfahren, während der wir in Buenos Aires waren? Einen Überblick über unsere Route geben wir dir im Bericht Zwei Wochen Patagonien: Von Buenos Aires bis Santiago de Chile.

Obelisk, Buenos Aires
1936 errichtet, 67 Meter hoch – Der Obelisk von Buenos Aires ist ein Wahrzeichen der argentinischen Hauptstadt.

Reisetipps Buenos Aires

Hoteltipp

Patios de San Telmo
Calle Chacabuco 752
Buenos Aires
Patios de San Telmo auf booking.com *

Schönes Boutiquehotel in zentraler Lage in San Telmo. Gutes Frühstück, gratis WLAN.

Transport vor Ort

Zwischen den meisten Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires kannst du dich je nach Präferenz zu Fuß, mit der Subte (U-Bahn), dem öffentlichen Nahverkehr, Taxi, Hop-on-Hop-off-Bus oder im Rahmen einer geführten Tour fortbewegen.

Der internationale Flughafen Ministro Pistarini International Airport (EZE), auch Ezeiza International Airport genannt, liegt 22 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums von Buenos Aires und ist mit Bussen oder Taxis erreichbar. Die Flugzeit von/nach Frankfurt beträgt nonstop knapp 14 Stunden.

Die meisten Inlandsflüge gehen vom Aeroparque Jorge Newbery (AEP) ab. Der Stadtflughafen von Buenos Aires am Ufer des Río de la Plata ist mit Bussen oder Taxis erreichbar.

Vom Hauptbahnhof in Retiro gibt es regelmäßige Zugverbindungen in alle Richtungen.

Restauranttipp

Mercado de San Telmo
Calles Defensa 963/Bolívar 970/Estados Unidos 460
Di-Fr 10.30-19.30 Uhr, Sa/So/Feiertag 9-20 Uhr

La Choripaneria
Unsere Empfehlung für Choripans (Chorizo-Wurst im Baguette mit unterschiedlichen Toppings) und Bier

El Hornero
Unsere Empfehlung für Empanadas (gefüllte Teigtaschen) in verschiedenen Variationen

Reiseinfos Argentinien

Sprache:Spanisch
Zeitzone:MEZ -4, UTC -3, keine Sommerzeit
Währung:Argentinischer Peso (ARS), 1 ARS (~ 0,02 EUR) = 100 Centavos, Stand Januar 2019
Hohe Inflation, daher werden US-Dollar fast überall gerne akzeptiert, gelegentlich auch Euro
Strom/Adapter:220 V/50 Hz, Adapter Typ I * notwendig. Manchmal gibt es Doppelsteckdosen, in die auch die europäischen Flachstecker passen.
Trinkgeld Restaurant:Wenn das Trinkgeld nicht in der Rechnung enthalten ist ("servicio incluido"), sind für guten Service 5-10 % des Rechnungsbetrags angemessen. Das Trinkgeld wird bar auf dem Tisch liegengelassen.
Trinkgeld Taxi:Trinkgeld im Taxi ist unüblich. Wer zufrieden ist, kann nach eigenem Ermessen aufrunden.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 1 EUR pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 EUR pro Tag

* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Hotels/Produkte/Dienstleistungen, die wir selbst ausprobiert und für gut befunden haben.

Ein Wochenende in Bad Tatzmannsdorf: Erholung, Ballonfahren und Genuss

„Slow down and relax“ — Mit dieser Aufforderung lockt das kleine Bad Tatzmannsdorf im Südburgenland seine Gäste. „Tatz“, wie die Einwohner ihre Heimat liebevoll nennen, erlangte zunächst als Kurort Bekanntheit. Die Gemeinde ist der einzige Ort in Österreich, der gleich drei natürliche Heilmittel zu bieten hat: Thermalwasser, kohlensäurehaltiges Mineralwasser und Heilmoor. Über die Jahre entstand jedoch ein vielfältiges Freizeitangebot zum genussvollen Abschalten für alle Altersgruppen. Ob der Thermenort seinem Slogan gerecht wird, durften wir zu Land, zu Wasser und sogar in der Luft testen.

Entspannen und abschalten im Avita Resort

Wo Thermalquellen sprudeln, sind Thermalbäder nicht weit. Ganze sechs Stück hat Bad Tatzmannsdorf zu bieten. Jedes richtet sich an eine andere Zielgruppe. Ob Familien, Paare, Einzelreisende, Golf-Fans, Reha-Patienten oder Kurgäste, es gibt für jedes Alter und jede Geldbörse ein Angebot. Eines davon ist das Avita Resort mit angeschlossenem Hotel. Hier findest du mehrere Schwimmbecken, einen Naturbadeteich und eine Saunalandschaft. Nun sind wir keine Wellness-Experten, die Vielfalt des Angebots hat uns aber auf jeden Fall beeindruckt.

Infinity-Pool mit Blick auf Bad Tatzmannsdorf
Der Infinity-Pool ist Teil des Avita-Exklusivbereichs, steht also nur Hotelgästen zur Verfügung.

Besonders schön ist der Naturbadeteich. Er kommt ohne Chlor aus, ist mit schönen Seerosen bewachsen und nicht beheizt. Genau richtig also bei 36 Grad Lufttemperatur. Im Außenbereich der Therme findest du außerdem ein kleines Freilichtmuseum mit traditionellen historischen Häusern aus der Region.

Naturbadeteich mit Seerosen und Liegestühlen
Erfrischung im Naturbadeteich

Wenn du dir eine Auszeit vom Alltag nehmen möchtest, erwartet dich im Avita Premium Spa eine große Auswahl an Behandlungen. Als Paar sogar gemeinsam in einer Spa Suite. Wir kommen in den Genuss einer entspannenden Kopf-Schulter-Nacken-Massage. Insbesondere Wolfgang spürt dabei deutlich, wie ein Bürojob den Körper verspannen kann.

Spa-Suite mit zwei Massageliegen
In der Spa-Suite ist Platz für zwei.

Eine Sauna mit Minusgraden

Eine Besonderheit des Avita Resort ist das große Saunaangebot. 25 Schwitzbäder aller Temperaturen stehen dir zur Verfügung. Wir befreien unsere Atemwege im Kräuterdampfbad, entspannen in der verwinkelten Bergwerksauna und dörren bei 65 °C in der Darre langsam vor uns hin. Nebenan im Kellerstöckl findet alle halbe Stunde ein Uhudler-Aufguss statt, nach dem der charakteristische Geruch der Traube durch den Liegebereich im Freien zieht. Dieser ist großzügig gestaltet und hat mehrere Schwimmbecken für ungetrübtes Freikörpervergnügen. Aus naheliegenden Gründen sind Fotos hier nicht erlaubt.

Eine Besonderheit ist die in Österreich einzigartige Schneesauna. Bei -11 bis -5 °C rieselt Kunstschnee herab und hüllt den Raum in weiß. Die niedrigen Temperaturen ermöglichen ein sanftes Abkühlen nach dem Saunagang und sind eine schöne Alternative zum sonst üblichen eiskalten Wasserschwall.

Schneesauna mit Kunstschnee
Schnee das ganze Jahr in der Schneesauna.

Über den gesamten Thermenbereich verteilt findest du gemütliche Ruhezonen und Entspannungsräume. Insgesamt sind wir sehr angetan von Therme und Hotel und merken, dass sich schnell ein Erholungseffekt bei uns einstellt. Somit können wir nun völlig tiefenentspannt in die Luft gehen.

Entspannungsliege mit Vorhängen
Entspanntes Zurückziehen ist im Avita Resort fast überall möglich.

Im Heißluftballon übers Burgenland

Einmal im Heißluftballon über die Landschaft schweben, das stand schon lange auf unserer Wunschliste. In Bad Tatzmannsdorf ist das möglich. Den ganzen Tag über bangen wir insgeheim, ob das Wetter mitspielen wird. Damit der Start glückt, müssen die Konditionen genau stimmen. Niederschlag oder zu starke Aufwinde machen eine Ballonfahrt unmöglich. Leichter Wind muss aber wehen, sonst kommt der Ballon mangels Motor nicht vom Fleck. Frühmorgens oder am frühen Abend sind die Konditionen meist am besten. Gespannt sitzen wir also am Rand der Startwiese und beobachten die ersten Aufbauten.

Vorbereitungen für den Ballonstart - liegender Korb und verpackter Ballon
Die Vorbereitungen laufen. In der Tasche links findet der komplette Ballon Platz.

Dann wird klar, es klappt. Flugs werden wir in die Startvorbereitungen eingebunden. Zunächst gilt es, den 25 Meter langen Ballon gerade auf der Wiese auszurollen. Anschließend spannen wir auf beiden Seiten der Luftöffnung die Seile. Eine kleine Windmaschine sorgt für den nötigen Luftzug, um die riesige Hülle langsam mit Luft zu füllen.

Ballonpilot in der Hülle während den Vorbereitungen.
Während sich die Hülle langsam mit Luft füllt, prüft der Pilot die Seile im Inneren.

Jetzt wird es ernst. „Es wird gleich etwas heiß. Ihr lasst die Schnüre aber erst los, wenn ich es sage“, erklärt unser Pilot Martin. Er zündet den Brenner und erhitzt mit gezielten Feuerstößen die Luft im Inneren des Ballons. Nach einer Weile erhebt sich die Hülle langsam. Zuletzt richtet sich der Korb auf und wir dürfen einsteigen. Nach ein paar weiteren Flammenschüben fangen wir an, leicht waagerecht zu rutschen. Erst langsam, dann immer schneller bis die Gondel schließlich den Kontakt zum Boden verliert. Wir gewinnen schnell an Höhe und die Fahrt beginnt.

Abhebender Ballon mit Bad Tatzmannsdorf im Hintergrund
Startbahnen sind für Ballons nicht nötig. Eine einfache Wiese reicht.

Warum „fährt“ man Ballon?

Während wir steigen, erklärt uns Martin viele interessante Infos zum Ballonfahren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatten die Gebrüder Montgolfier beim französischen König endlich die Erlaubnis erkämpft, ihre kühne Erfindung mitten in Paris auszuprobieren. Eine mit erhitzter Luft gefüllte Leinwandkugel sollte die beiden in die Höhe befördern. Der Versuch glückte und eine neue Art der Fortbewegung war geboren. Doch wie sollte die korrekte Bezeichnung lauten? Schnell einigte man sich darauf: Seefahrer fahren im Segelschiff mit dem Wind über das Meer. Folglich fahren Ballonfahrer im Ballon mit dem Wind durch die Lüfte.

Blick aus dem Ballonkorb nach unten auf Bad Tatzmannsdorf
Freie Sicht in alle Richtungen

Und die Beschreibung passt. Der Ballon ruckelt nicht und ganz sanft gleiten wir nahezu lautlos über das Burgenland. Unterbrochen wird die Stille nur gelegentlich durch das Fauchen des Gasbrenners. Mit gut 10 km/h brechen wir zwar keine Geschwindigkeitsrekorde. Dafür haben wir umso mehr Zeit, die atemberaubenden Blicke aus der Gondel zu genießen. Auf einer Höhe von 2.100 Metern reicht die freie Rundumsicht weit über das Südburgenland.

Aussicht über das Burgenland. Im Vordergrund der zweite Ballon.
Die sanften Hügel des Südburgenlands

Eine meisterliche Punktlandung

Ballonfahrten haben eine weitere natürliche Begrenzung. Wenn das Tageslicht verschwindet, muss der Ballon am Boden sein. Langsam senkt sich die Sonne über den Hügeln und Martin schaut sich nach einem geeigneten Landeplatz um. Gerade fahren wir oberhalb des Stadtzentrums von Oberwart, hier ist landen also nicht möglich.

Sonnenuntergang über Oberwart
Sonnenuntergang über Oberwart

Allmählich sinken wir in Richtung der angrenzenden Wiesen und Wälder. Immer näher kommen wir den Baumwipfeln und erleben ganz neue Vogelperspektiven. Mehr und mehr Details werden sichtbar, plötzlich springt unter uns ein Reh aus dem Gebüsch und jagt davon. Eine Landewiese ist jedoch immer noch nicht in Sicht. Kein Problem für Martin. „Wir landen auf dem Weg da vorne“, sagt er. Und tatsächlich: Mit nur einer Handbreit Platz unter dem Korb gleiten wir über die Ähren eines Getreidefelds. Kurz darauf richtet unser Pilot den Ballon aus und setzt ihn souverän auf dem keine zwei Meter breiten Kiesweg zwischen zwei Feldern ab.

Blick auf ein Getreidefeld kurz vor der Landung
Bitte bereitmachen zur Landung!

Als wir ausgestiegen sind, hebt er mit der Gondel wieder ein paar Zentimeter ab und wir ziehen das Gespann auf eine nahegelegene Lichtung. Dort parkt er den Korb zielsicher direkt auf dem Anhänger und lässt die Hülle langsam absinken. Ein wahrer Meister seines Fachs! Schnell wird alles wieder zusammengepackt und wir machen uns auf den Rückweg nach Bad Tatzmannsdorf. Ein wirklich unglaublich schönes Erlebnis geht zu Ende und wir werden sicher nicht zum letzten Mal auf diesem Weg in die Lüfte gestiegen sein!

Ballon liegt am Boden und wird langsam geleert
Während der Korb schon auf dem Anhänger steht, entweicht langsam die warme Luft.

Ballonfahren kannst du in Bad Tatzmannsdorf das ganze Jahr über. Besonders schön ist es bei der Nacht der Ballone, wenn sich 10 bis 15 der wunderbaren Gefährte gemeinsam in den Himmel erheben.

Auf Erkundungstour durch die Region Bad Tatzmannsdorf

Viele Übernachtungsbetriebe in Bad Tatzmannsdorf bieten die Möglichkeit, kostenfrei oder für kleines Geld ein E-Bike auszuleihen. Ideal, um die Gegend näher zu erkunden. Derzeit erarbeitet die Gemeinde verschiedene Routenvorschläge für schöne Touren durch die gesamte Region, die demnächst auch markiert und ausgeschildert werden sollen. Für Sportler gibt es das heute schon. Über ein Leitsystem sind in der Lauf- und Walkingarena Bad Tatzmannsdorf mehr als 200 Kilometer Lauf- und Wanderwege in sechs Gemeinden vernetzt.

Landschaft rund um Bad Tatzmannsdorf mit E-Bike im Vordergrund
Mit dem Elektrofahrrad durchs Südburgenland

Süße Köstlichkeiten aus der Pralinenmanufaktur Spiegel

Gleich in der Nähe des Avita-Resorts liegt das Hotel-Restaurant Spiegel. Der kleine Betrieb empfängt jedoch nicht nur Gäste, sondern bietet auch eine besondere Leckerei an. In der hauseigenen Manufaktur entstehen jeden Tag rund 6.000 Pralinen in 60 bis 120 verschiedenen Sorten. Die Schokolade kauft Chef Edgar Spiegel zu, alle anderen Schritte werden noch weitgehend von Hand erledigt.

Durch Spachteln wird die Schokolade auf die richtige Temperatur heruntergekühlt.
Die flüssige Schokolade muss für die nächsten Schritte auf die richtige Temperatur heruntergekühlt werden.

Bei den Füllungen setzt das Team nicht nur auf klassische Sorten, sondern legt auch Wert auf ungewöhnliche Produkte wie portugiesisches Quellsalz, Basilikumganache oder die burgenländische Uhudler-Traube. Da müssen wir natürlich sicherheitshalber probieren, ob das auch wirklich schmeckt. :) Tut es! Somit sei dir ein Besuch definitiv empfohlen.

Pralinen mit verschiedenen Formen und Mustern
Eine kleine Auswahl des riesigen Sortiments

Nachhaltigkeit erleben auf dem Naturhof Schranz

Im Nachbardorf Oberschützen lernen wir ein ganz besonderes Projekt kennen. Hier hat das Ehepaar Schranz in den letzten Jahren in nahezu reiner Handarbeit einen konventionellen Bauernhof in einen Naturhof umgewandelt. Schweres landwirtschaftliches Gerät kommt kaum zum Einsatz. Selbst gepflügt wird von Hand, um die Erosion des Bodens zu verhindern. Die üblichen Getreidesorten bauen die beiden immer weniger an. Stattdessen wachsen bei ihnen verschiedene alte, teilweise fast vergessene Kulturpflanzen. Einkorn, Buchweizen, Leindotter und auch Industriehanf. Insbesondere letzterer hat ihnen im Ort einiges Stirnrunzeln eingebracht, da die Nutzpflanze der Rauschpflanze zum Verwechseln ähnlich sieht.

Einkorn-Heidelbeer-Kuchen und eine Tischdekoration aus Industriehanfblättern
Einkorn-Heidelbeer-Kuchen und Blütensirup mit Tischdeko aus Industriehanf

Dabei war Hanf früher das Multitalent schlechthin. Die widerstandsfähigen Fasern wurden zu Kleidung, Segeln, Schiffstauen und sogar Papier für die erste Gutenberg-Bibel. Aus den Hanfnüssen entsteht aromatisches Öl oder eine geröstete Knabberei. Berauschende Substanzen enthält Industriehanf so gut wie gar nicht. „Da müsstest du 15 Hektar auf einmal rauchen, damit du überhaupt irgendwas spürst“, schmunzelt die sympathische Betreiberin Astrid. Im kleinen Hofladen verkauft sie die vielen spannenden Produkte und findet großen Zuspruch. Bald will sie das Angebot um Kurse zu Kräuterkunde, Naturkosmetik und gesundem Kochen erweitern. Wir sind sehr beeindruckt, mit wie viel Herzblut die beiden für Ihr Projekt brennen! Alle Infos zu Angebot und Kursen findest du auf der Naturhof-Homepage.

Regal mit verschiedenen Produkten im Hofladen
Alle Produkte im Hofladen stellt Familie Schranz selbst her.

Fazit

Wieder einmal sind wir beeindruckt, wie vielfältig unsere wunderbare Wahlheimat Österreich ist. Und wieder einmal haben wir tolle Menschen kennengelernt. Der selbstgewählte Slogan „Slow down and relax“ könnte für das gemütliche Bad Tatzmannsdorf aus unserer Sicht kaum treffender sein. Wenn du also auf der Suche nach Entschleunigung und Entspannung bist, wirst du hier sicher fündig!

Bloggergruppe im Heißluftballon
Blogger im Ballon

Weitere Eindrücke von diesem schönen Wochenende liest du bei unseren lieben BloggerkollegInnen:


Offenlegung: Wir wurden vom Tourismusverband Bad Tatzmannsdorf in Kooperation mit dem Avita Resort zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Meinungen in diesem Artikel basieren auf unseren eigenen Erfahrungen.

Reisetipps Bad Tatzmannsdorf

Hoteltipp

Avita Resort **** Superior
Thermenplatz 1
7431 Bad Tatzmannsdorf
Avita Resort auf booking.com *

Nicht nur der Thermenbetrieb überzeugt im Avita. Die großzügig geschnittenen Zimmer mit Terrasse oder Balkon sind klimatisiert und gemütlich eingerichtet. Hotelgäste haben außerdem Zugang zu einem eigenen Spa- und Wellnessbereich. Das gute Frühstücksbuffet, leichte Snacks zu Mittag und abends schöne Menüs sind in der Halbpension plus eingeschlossen. Gratis WLAN, Parkplätze kostenfrei direkt vorm Haus. Kostenloser E-Bike-Verleih.

Transport vor Ort

Wenn du kein eigenes Auto hast und trotzdem flexibel unterwegs sein möchtest, steht dir innerhalb des gesamten Gemeindegebiets von Bad Tatzmannsdorf das kostenfreie TATZ Taxi zur Verfügung. Betrieb von Montag bis Samstag 07.00 bis 12.30 Uhr und 14.00 bis 23.00 Uhr.

Bereits mehrere Hotels bieten zum Teil kostenlos E-Bikes zum Ausleihen an.

Die Bahnstrecke nach Bad Tatzmannsdorf wurde vor vielen Jahren stillgelegt, öffentlich ist die Stadt daher nur mit dem Postbus erreichbar.

Restauranttipps

Gasthaus Treiber
Jormannsdorferstraße 52
7431 Bad Tatzmannsdorf
www.burgenlandurlaub.at

Das Gasthaus Treiber liegt etwas unscheinbar hinter einer Tankstelle. Der Eindruck eines Raststättenlokals täuscht jedoch gewaltig. Inhaber Herbert Treiber und Tochter Maria Treiber haben beide internationale Gastronomieerfahrung und servieren sehr gute, moderne österreichische Küche.

* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Hotels/Produkte/Dienstleistungen, die wir selbst ausprobiert und für gut befunden haben.

Waldness im Almtal: Entspannung pur in Oberösterreich

[Werbung] Hast du schon mal von Waldness gehört? Entschleunigen, die Natur entdecken und sich bewusster mit dem Wald beschäftigen. Das klang interessant für uns. Um besser zu verstehen, was es damit auf sich hat, waren wir ein paar Tage im schönen Almtal in Oberösterreich unterwegs und haben das einzigartige Konzept ausprobiert.

Waldness — ein vielfältiges Entspannungsprogramm

Die Idee kommt ursprünglich aus Japan. Dort verschreiben Ärzte bei Stress schon seit Jahren Waldbäder. Diesen Gedanken greift WALDNESS® auf und erweitert ihn um weitere Elemente, immer im Einklang mit und nahe an der Natur. Einige dieser Bausteine durften wir für euch testen.

Wald erleben in der Waldschule

Mal ehrlich, wie viele Details nimmst du wirklich bei einem Waldspaziergang wahr? Sicherlich nicht so viele, wie es tatsächlich gibt. Das lernen wir schnell, als wir mit dem Waldpädagogen Fritz Wolf unterwegs sind. Er ist einer der Gründerväter von Waldness und hat den Wald zu seiner Herzensangelegenheit erklärt.

Sonne scheint durch die Bäume im Wald
Hunderte von Jahren braucht ein Wald, bis er so dicht gewachsen ist.

Von ihm erfahren wir viele spannende Infos über die Natur, die uns tagtäglich umgibt. Wusstest du, dass man ein Lindenblatt einfach so vom Baum weg essen kann? Und dass es auch noch gut schmeckt? Für uns ein echtes Aha-Erlebnis.

Waldpädagoge Fritz erklärt und die Pflanzenwelt im Almtal
Fritz erklärt uns die Pflanzenwelt des Almtals.

In seiner Waldschule bringt Fritz dieses Wissen Interessierten aller Altersgruppen nahe. Wir hören bewusst auf Geräusche, nehmen bewusst Gerüche war, sammeln Fichtenwipfel und genießen einfach die Schönheit der Natur.

Waldness heißt auch Fokus auf die Natur - Vorbereitungen für einen Fichtenwipfelsaft
Waldness heißt auch verstehen, was die Natur zu bieten hat – hier entsteht ein Fichtenwipfelsaft.

Ein wirklich schönes Erlebnis, das wir als typische Stadtkinder eigentlich viel zu selten haben. Uns hat vor allem fasziniert, wie viel es im Wald zu entdecken gibt, wenn du mit jemandem unterwegs bist, der sich auskennt.

Die Waldschule im Almtal - Bestandteil des Waldness-Programms
In der kleinen Waldschule bietet Fritz unter anderem auch Koch-, Kräuter- und Pilzsammelkurse an.

Waldbaden und Jodeln am Almsee

Einen Ausflug der besonderen Art bietet uns unsere sympathische Wanderführerin Sabina. Mit ihr erkunden wir die Gegend rund um den idyllischen Almsee. Zunächst lernen wir das Echoplatzl kennen. Von einer kleinen Anhöhe über dem See ist ein klares und deutliches Echo zu hören. Das beweist uns Sabina, indem sie einen kräftigen Juchitzer über den See schickt. Und siehe da, nach wenigen Sekunden juchzt es vom anderen Seeufer zurück. Im Sommer macht sich das der Musikverein Grünau zunutze und lädt jeden Mittwoch mit seinen Blechbläsern zum Echoblasen.

Sabina juchzt über den Almsee
Sabina sendet einen Juchitzer an das Almsee-Echo.

Dann tauchen wir tiefer in den Wald ein. Dieser ist hier als Bruchwald ausgeprägt. Das bedeutet, er steht ganzjährig leicht unter Wasser und ist recht sumpfig. Bleib also auf den markierten Wegen. Der glasklare Gebirgsbach strömt in herrlichen Blautönen flink an uns vorbei. Wegen des feuchten Bodens sind weite Teile des Waldes die meiste Zeit des Jahres nicht zugänglich. So konnte sich hier ein nahezu unberührtes Biotop entwickeln. Der einzige, der hier regelmäßig Bäume fällt, ist der heimische Biber.

Klarer Gebirgsbach am Almsee
Fast unberührte Natur rund um den Almsee

Langsam arbeiten wir uns immer weiter bergauf. „Gleich werdet ihr euer blaues Wunder erleben“, sagt Sabina. Und sie behält recht. Wir treten aus dem Wald auf eine Bergwiese, die über und über mit blühendem Enzian gesprenkelt ist. Zusammen mit der tollen Bergkulisse ein wunderschöner Anblick!

Enzianblüte vor dem Bergpanorama
Enzian ist durch sein leuchtendes Blau leicht zu erkennen.

Hier ist es Zeit für die nächste Waldness-Anwendung: Ein Latschenbad. Die ätherischen Öle der Latschenkiefern sind sehr gesund, insbesondere bei Atemwegserkrankungen. Wir schwenken unsere mitgebrachten Luftsofas ein paar Mal, bis sie gut gefüllt sind und legen uns mitten in die Bergkiefern. Der intensive Duft der Bäume, das herrliche Panorama und das Zwitschern der Vögel ist sehr entspannend. „Wenn wir länger hier sind, schlafen die Leute oft ein“, erklärt Sabina. Wir verstehen, warum.

Ein Latschenbad gehört ebenfalls zu Waldness.
Wolfgang entspannt im Latschenbad.

Zum Abschluss hat Sabina noch einen weiteren Tipp parat: In unserer schnelllebigen Welt atmen wir meist viel zu flach. Eine gute Möglichkeit, die Düfte richtig aufzunehmen, ist daher Musik. Beim Singen atmen wir nämlich besonders tief ein, sodass die Öle ihre volle Wirkung entfalten können. Und welcher Gesang wäre in den Bergen besser geeignet als Jodeln? Wir sind alle Anfänger, Sabina wählt also erst mal ein einfacheres Stück. Nach kurzer Einübung klappt es sogar schon zweistimmig und macht richtig Spaß, auch wenn wir euch die Tonaufnahmen davon zum Schutz eures Gehörs besser vorenthalten. ;-) Entlang des wunderbaren Almsees kehren wir anschließend ins Tal zurück und freuen uns über diese tolle Erfahrung!

Der wunderbare Almsee im Almtal
Der mystische Almsee hat seinen Namen von den Alben. Diese Naturgeister hielt man früher verantwortlich für die blubbernden Unterwasserquellen im See.

Waldkneippen im Schindlbach

Wasser ist eines der wichtigsten Elemente im Wald. Intensiv mit den medizinischen Einsatzzwecken des kühlen Nasses beschäftigte sich im frühen 19. Jahrhundert Sebastian Kneipp. Wir sind heute mit der herzlichen Mary unterwegs, die sich ebenfalls bestens mit der Materie auskennt. Sie erklärt uns, warum Kneippen so gut für den Körper ist. Zum einen regt das kalte Wasser die Durchblutung an. Zum anderen waschen Regen und Waldbäche wertvolle Inhaltsstoffe und ätherische Öle aus den Pflanzen. Mittels verschiedener Anwendungen werden diese Effekte gezielt genutzt. Los geht es mit einer „Kneipp’schen Tasse Kaffee“.

Vorbereitende Arbeiten für den Kneippgang
Vorbereitende Arbeiten für den Kneippgang

Dazu füllt Mary das 11 Grad kalte Quellwasser in eine Gießkanne und bittet uns, die Ärmel hochzukrempeln. Anschließend gießt sie uns das Wasser über die Unterarme. Das löst im Körper eine ähnliche Reaktion aus, wie eine Tasse Espresso: Der Blutkreislauf wird angeregt und der Stoffwechsel gefördert. Lässt sich also an einem müden Nachmittag gut zuhause mit einer Schüssel oder einer kalten Dusche nachmachen.

Eine Kneipp'sche Tasse Kaffee - Waldness regt den ganzen Körper an.
Jessi bei der Armdusche. Foto: Veronika Lauss/Flugentenblog

Die nächste Anwendung ist das Tauwischen — oder in unserem Fall das Regenwischen. Dazu streichst du mit den Handflächen über die verschiedenen Wildkräuter. Anschließend reibst du mit den angefeuchteten Händen übers Gesicht. Auch hier erfrischt die Feuchtigkeit. Außerdem sind die gelösten Pflanzenstoffe gut für die Haut — wenn du nicht gerade über eine Brennnessel streichst.

Kräuter am Wegesrand
Viele Kräuter, die unbeachtet am Wegesrand wachsen, haben gesunde Inhaltsstoffe zu bieten.

Die letzte Disziplin ist das Wassertreten. Hier tauchst du knietief in das Flusswasser ein und stakst wie ein Storch hindurch. Wieder geht es darum, den Kreislauf anzuregen. Das Wasser ist zwar saukalt, danach werden Beine und Füße aber schnell wohlig warm. Im Anschluss kannst du dir auf dem Barfußweg noch eine Fußreflexzonenmassage verpassen.

Kneipp-Wassertreten gehört auch zu Waldness.
Ein Gang durchs kalte Wasser regt die Adern an. Eine ganze Runde haben wir angesichts der Temperaturen jedoch nicht geschafft.

Das Ganze in einem wunderbaren Umfeld mitten im Wald. Wir waren überrascht, wie angenehm die Anwendungen waren und mit welch einfachen Mitteln müde Glieder wieder munter werden.

Wyda – Keltisches Yoga

Für sanfte Entspannungs- und Bewegungsübungen müssen es nicht immer aktuelle Trends aus Asien sein. Auch die traditionelle europäische Medizin hat hier einiges zu bieten. Schon die keltischen Druiden schrieben dem Körper verschiedene Energiezentren zu, die mit Übungen stimuliert werden können. Daraus entwickelte sich Wyda, das heute wieder verstärkt gelehrt wird. Wegen späterer Anreise konnten wir an diesem Programmpunkt leider nicht teilnehmen. Unsere BloggerkollegInnen haben uns die Bewegungsabläufe als entspannende und zugleich Kraft spendende Mischung aus Yoga und Chigong beschrieben.

Noch mehr Waldness

Wenn du ein paar Tage mehr Zeit hast und nicht genug vom Wald bekommen kannst, bietet das Almtal einige Zusatzbausteine an. Schwitzen in der Waldsauna, Kochen mit frischen Wildkräutern, Pakete für Familien mit Kindern — eine komplette Übersicht findest du auf der Website von Waldness im Almtal.

Schmecktakuläres Almtal

Das leibliche Wohl darf bei einem Entspannungswochenende natürlich nicht zu kurz kommen. Dafür arbeitet Waldness im Almtal mit der Initiative Schmecktakuläres Almtal zusammen. Diese Vereinigung umfasst Betriebe, die Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität legen. Mit lokalen Kräutern und Lebensmitteln entstehen saisonale Waldness-Menüs, die das Angebot schmackhaft abrunden.

Waldness-Menü im Forellenhof Wieselmühle
Frische Forelle aus der hauseigenen Zucht mit saisonalen Wildkräutern.

Ein Besuch im Cumberland-Wildpark

Ein weiterer Kooperationspartner von WALDNESS® ist der Cumberland Wildpark Grünau. Während deinem Waldness-Aufenthalt bekommst du hier freien Eintritt. Der Wildpark beheimatet hauptsächlich einheimische Wildtiere und ist ganzjährig geöffnet. Der besondere Stolz des Parks ist das einzige Gehege in Europa, in dem Wölfe und Braunbären zusammenleben. Insbesondere für Kinder ist der Park ein Erlebnis. Für die große Runde mit allen Tieren kannst du locker einen halben Tag einplanen.

Braunbären im Cumberland Wildpark Grünau
Braunbären sind die größten europäischen Raubtiere.

Der Wildpark ist außerdem eine Hauptwirkungsstätte der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle. Sie widmet sich dem Verhalten von Vögeln und bietet Forschung zum Mitmachen. Kinder und Schulklassen bekommen hier Einblicke in die Methoden und Arbeiten der Wissenschaftler. Besonders intensiv wird derzeit der vom Aussterben bedrohte Waldrapp erforscht. Den von Hand aufgezogenen Vögeln wird unter anderem mit vorausfliegenden Ultraleichtflugzeugen das Zugverhalten beigebracht. Beim ersten Versuch mussten verirrte Tiere statt in Südeuropa in Ungarn und der Ukraine wieder eingesammelt werden. Inzwischen erholt sich die Population und der Vogel hat wieder eine Zukunft in Europa.

Das Eingangsportal des Cumberland Wildpark Grünau - ein Kooperationspartner von Waldness
Für den Bau des Wildparks wurde ausschließlich heimisches Holz verwendet.

Der Naturpark Attersee-Traunsee

Nicht direkt im Almtal, jedoch nur wenige Autominuten entfernt liegt der Naturpark Attersee-Traunsee. Er umfasst die Gegend zwischen den beiden Seen und ist in jedem Fall einen Ausflug wert, wenn du ein paar Tage im Salzkammergut verbringst. Der Naturpark hat es sich zur Aufgabe gemacht, Natur und Kultur der Region zu erhalten. Im Rahmen unseres Aufenthaltes widmen wir uns beiden Bereichen.

Ein Spaziergang um den Taferlklaussee

Den Naturpart übernimmt der idyllische Taferlklaussee. Er wurde ursprünglich von Menschenhand aufgestaut, um die hier gefällten Bäume ins Tal zu flößen. Heute steht er unter strengem Naturschutz und sein Wasser hat Trinkwasserqualität. Von hier starten mehrere Wanderwege hinauf in die Berge und auch der See selbst lädt zu einer Umrundung ein.

Der idyllische Taferlklaussee
Idyllische Bergkulisse über dem Taferlklaussee.

Geschichte erleben im Viechtauer Heimathaus

Die Ausstellung im Viechtauer Heimathaus beschäftigt sich mit dem Leben der Leute vor rund 100 Jahren. Das Gebäude stammt aus dem späten 15. Jahrhundert und wurde liebevoll restauriert. Der Betreiberverein hat unzählige Werkzeuge, Möbel und Alltagsgegenstände aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende zusammengetragen. Faszinierend zu sehen, wie ausgefeilt manche Werkzeuge bereits waren und wie ganzheitlich die Menschen damals noch dachten. Nichts wurde weggeworfen, alles wurde genutzt oder weiterverarbeitet.

Gemütliche Stube des Viechtauer Heimathauses im Naturpark Attersee-Traunsee.
Kachelofen im Viechtauer Heimathaus

In der gemütlichen Stube des Hauses erfahren wir mehr über das flüssige kulinarische Angebot der Region. Hier wachsen mehrere Urpflaumensorten mit klangvollen Namen wie Krieche, Punze oder Ziparte. Was sie alle eint: Sie haben im Vergleich zum großen Kern eher wenig Fruchtfleisch. Somit eignen sie sich besser zur Herstellung von Getränken, zum Beispiel einem Bier mit Dörrzwetschkenaromen oder auch verschiedenen Likören und Schnäpsen.

Dörrzwetschkenbierverkostung
Dörrzwetschken verpassen Bier ein fruchtiges Aroma.

Die Seen im Salzkammergut erkunden

Zur wunderbaren Natur des Salzkammerguts gehören zweifelsohne auch seine Seen. Die beiden Park-Namensgeber Attersee und Traunsee bilden das westliche beziehungsweise östliche Ende des Naturparks. Beide haben wir im Zuge unserer Reise durchs Salzkammergut vor ein paar Jahren besucht und sehr genossen. Mehr dazu liest du in unserem Reisebericht Malerisches Salzkammergut: 7 Seen in 4 Tagen.

Der malerische Traunsee
Der malerische Traunsee

Fazit

Waldness hat uns begeistert! Das abwechslungsreiche Programm hat es geschafft, uns ohne Esoterik oder Hokuspokus die Natur und ihre entspannende Wirkung näherzubringen. Außerdem ist das Angebot gut durchdacht. Wenn die Sonne wie bei uns nicht durchgehend scheint, ist im viertägigen Waldness-Package beispielsweise ein praktischer Leih-Wetterfleck für die Dauer deines Aufenthalts verfügbar. Aktuell laufen Planungen, das Konzept auch an anderen Orten in Europa anzubieten. Infos dazu findest du auf der offiziellen WALDNESS®-Homepage. Wir werden zukünftig sicher mit offeneren Augen durch den Wald gehen und die Umgebung bewusster wahrnehmen. Tatsächlich hat sich bei uns vor Ort sehr schnell ein Entspannungseffekt eingestellt. Eine Wiederholung ist also definitiv nicht ausgeschlossen!

Weitere Eindrücke von diesem schönen Wochenende liest du bei unseren lieben BloggerkollegInnen:

Reiseblogger erkunden das Almtal. Foto: Theresa Steinkellner/Travelwoman

Hinweis: Wir wurden vom Tourismusverband Traunsee-Almtal in Kooperation mit WALDNESS® zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Meinungen in diesem Artikel basieren auf unseren eigenen Erfahrungen.

Reisetipps Almtal

Hoteltipp

Hotel Wimmergreuth
In der Lahn 50
4645 Grünau im Almtal
https://www.wimmergreuthgruenau.at

Gemütliches Hotel im Grünen mit gutem Frühstück, gratis WLAN und sehr herzlicher Betreiberin! Hauseigenes Restaurant, in dem Abendessen angeboten wird.

Transport vor Ort

Ab Wels fahren alle ein bis zwei Stunden direkte Züge mit mehreren Zwischenhalten bis nach Grünau im Almtal. Von und nach Gmunden am Traunsee verkehren außerdem mehrmals täglich Postbusse.

Wenn du kein eigenes Auto hast und trotzdem flexibel unterwegs sein möchtest, kannst du das mit den sympathischen Fahrern vom Ruftaxi Redl tun.

Das Almtal hat es sich zum Ziel gemacht, die erste CO2-neutrale Destination Europas zu werden. Bereits heute erzeugt das Tal mehr Wasserkraft, als es selbst benötigt. Daher soll in den nächsten Jahren die Elektromobilität stark ausgebaut werden und eine noch einfachere Fortbewegung ermöglichen.

Restauranttipps

Forellenhof Wieselmühle
Landstraße 73
4645 Grünau im Almtal
https://www.wieselmuehle.at

Gute, klassisch österreichische Küche mit eigener Forellenzucht.


Schobermühle
In der Au 1
4644 Scharnstein
https://schobermuehle.at

Großzügige, gute Portionen in gemütlichem Ambiente.


Gmundnerberghaus
Gmundnerberg 86
4816 Altmünster am Traunsee
http://www.gmundnerberghaus.at

Schönes Lokal mit toller Aussicht über den Traunsee. Sehr gute österreichische Küche.

Ein Tagesausflug zum Perito-Moreno-Gletscher: Ewiges Eis in Patagonien

Der Perito-Moreno-Gletscher gehört zweifelsohne zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Patagoniens. Seit rund 18.000 Jahren schiebt sich das ewige Eis in den Lago Argentino und türmt sich an der fünf Kilometer langen Abbruchkante bis zu 77 Meter hoch auf. Der Perito Moreno ist Teil des südlichen patagonischen Eisfelds. Insgesamt 48 Gletscher bahnen sich hier im Nationalpark Los Glaciares ihren Weg aus den Anden ins Tal. Er ist außerdem einer der wenigen Gletscher weltweit, der nicht schrumpft. Bis zu zwei Meter bewegt er sich jeden Tag vorwärts und entwickelt dabei gewaltige Kräfte. Der Nationalpark liegt nur knapp 80 Kilometer westlich von El Calafate. Somit eignet er sich hervorragend für einen Tagesausflug.

Erster Blick auf den Perito-Moreno-Gletscher
Schon aus der Ferne ist der Perito-Moreno-Gletscher beeindruckend.

Perito Moreno mit dem Schiff

Zunächst erkunden wir den Gletscher von der Wasserseite. Die Schiffe fahren regelmäßig von der Anlegestelle im Süden des Nationalparks ab und bringen dich auf bis zu 300 Meter an den Gletscher heran.

Abbruchkante des Perito-Moreno-Gletschers
So nahe wie mit dem Schiff kommst du dem Perito-Moreno-Gletscher sonst nirgends.

Näher wäre zu gefährlich, da der Perito-Moreno-Gletscher aktiv und regelmäßig kalbt. Überall knackt, kracht und knirscht es. Mehrmals brechen riesige Eisbrocken von der Kante ab und stürzen mit großem Getöse ins Wasser. Ein unglaublich beeindruckendes Schauspiel!

Gletscherspalte im Perito-Moreno-Gletscher
Wenn die Gletscherspalte tief genug aufreißt, bricht der Eisbrocken ab und stürzt in den See.

Bekannt ist der Perito-Moreno-Gletscher für eine geologische Besonderheit. Am Ende der Gletscherzunge ist der Lago Argentino sehr schmal. Das Eis schiebt sich daher einfach über die Wasseroberfläche hinweg und stößt am gegenüberliegenden Ufer auf eine Landzunge. Dort türmt es sich auf und trennt den Hauptsee vom südlichen Seearm Brazo Rico ab. Dieser staut sich dadurch auf und der Wasserspiegel steigt um bis zu 20 Meter.

Irgendwann wird der Wasserdruck so stark, dass der Eisdamm bricht und der Brazo Rico sich mit voller Wucht in den Lago Argentino entleert. Dieser Zyklus wiederholt sich alle zwei bis vier Jahre. Je nachdem, wie hoch das Eis vorher war, entstehen dadurch beeindruckende Formationen. Beim letzten Durchbruch im Jahr 2018 blieb eine riesige Eisbrücke übrig, die nun nach und nach zerfällt. Sie wird irgendwann durchbrechen und lautstark in den See stürzen. Dann beginnt das Spektakel von neuem.

Eisbrücke des Perito-Moreno-Gletschers
Noch ist die Eisbrücke dick und stabil. Doch es fallen immer wieder Teile hinunter.

Fasziniert kehren wir zurück an Land und freuen uns darauf, den Gletscher nun von oben zu erkunden.

Perito Moreno zu Fuß

Nur ein paar Kilometer von der Anlegestelle steht das Besucherzentrum des Nationalparks. Von hier starten mehrere Rundwege, über die du den Gletscher aus verschiedenen Perspektiven entdecken kannst.

Perito-Moreno-Gletscher von oben
Die Gletscherzunge reicht bis weit in die Berge hinein.

Paseo inferior

Die Landzunge gegenüber des Gletschers ist recht steil. Der Paseo inferior führt über mehrere Metallstege und Treppen durch den bewaldeten Hang hinunter bis auf die Höhe der Abbruchkante.

Metallsteg vor der Gletscherwand des Perito-Moreno-Gletschers
Die Gletscherwand überragt die Bäume um ein Vielfaches.

Schon auf dem Weg blitzt das bläuliche Eis durch die Bäume. Von hier unten werden uns erst so langsam die wahren Dimensionen des Gletschers bewusst. Knapp 80 Meter Höhe — das entspricht einem 20-stöckigen Hochhaus! Vor uns Eis, soweit das Auge reicht. 30 Kilometer ist die Gletscherzunge lang und bedeckt eine Fläche von gut 250 Quadratkilometern, etwa eineinhalbmal die Fläche Liechtensteins.

Die Eisbrücke des Perito-Moreno-Gletschers von der Seite gesehen
Das schwarze Eis hat beim Aufprall auf die Landzunge Gesteinsfragmente mitgerissen.

Paseo central

Der Paseo inferior geht nahtlos in den Paseo central über. Dieser bringt uns wieder höher hinauf. Von mehreren Balkonen haben wir fantastische Blicke über das nördliche Ende des Gletschers.

Gletscherspalten in der Abbruchkante des Perito-Moreno-Gletschers
Durch den Eigendruck des tonnenschweren Eispanzers ist das Eis sehr dicht. Daher leuchten die Gletscherspalten im Sonnenlicht blau.

Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig. Wir stehen inmitten grüner Vegetation vor einer meterhohen Wand aus Eis. Immer wieder ertönt es wie Donnergrollen oder Gewehrschüsse aus dem Gletscher. In seinem Inneren arbeitet das Eis unablässig. Gletscherspalten reißen auf, Eisformationen reiben aneinander oder stürzen ein. Gebannt stehen wir da und genießen diesen unglaublichen Moment.

Nördliche Abbruchkante des Perito-Moreno-Gletschers
Der eisbedeckte Kanal im Vordergrund ist ein Überbleibsel des letzten Durchbruchs.

Paseo de la costa

Der letzte Weg führt entlang des Seeufers Richtung Norden und erlaubt herrliche Ausblicke über den Lago Argentino. Die blässlich-blaue Farbe bekommt er von Sedimenten, die das Gletschereis beim Schmelzen freigibt.

Aussicht über den Lago Argentino vom Paseo de la costa
Mehrere Balkone ermöglichen tolle Blicke in die Umgebung.

Außerdem haben wir von hier die Möglichkeit, den Gletscher noch einmal von weiter weg zu bestaunen. Einfach unglaublich, was die Natur zu erschaffen vermag! Völlig begeistert kommen wir unten am Seeufer an.

Grüne Vegetation vor dem eisigen Gletscher
Ewiges Eis inmitten grüner Vegetation.

Ein Picknick mit Aussicht

Am Ende des Weges steht ein weiteres kleines Besucherzentrum. Hier findest du auch Picknicktische und hast die Möglichkeit, am Seeufer entlang zu spazieren. Wenn der Gletscher kalbt und ein Eisbrocken groß genug ist, treibt er hier als Eisberg vorbei.

Eisberg am Seeufer vor der Abbruchkante des Perito-Moreno-Gletschers
Direkt am Wasser ist das Ufer kahl, da die Sturzflut nach dem letzten Durchbruch alles mit sich gerissen hat.

Manchmal sind die Stücke so groß, dass sie im seichten Wasser auf Grund laufen. Dann schmelzen sie langsam in der Sonne und schwimmen irgendwann davon. An diesem wunderbaren Ort beenden wir unsere Tour und machen uns mit vielen tollen neuen Eindrücken auf den Rückweg nach El Calafate.

Gestrandete Eisberge im Lago Argentino
Diese beiden Eisberge sind vor dem Seeufer gestrandet.

Fazit

Ein Tagesausflug zum Perito-Moreno-Gletscher ist definitiv ein Muss und war für uns eines der absoluten Highlights unserer zweiwöchigen Patagonienreise! Die Anreise ist einfach, von El Calafate gibt es viele Ausflüge und regelmäßige Busse. Wenn du dem Gletscher noch näher kommen möchtest, kannst du an Trekking-Touren direkt auf dem Eis in verschiedenen Längen teilnehmen. Das haben wir zwar nicht gemacht, ist aber sicher auch ein sehr besonderes Erlebnis!

Reisetipps Perito-Moreno-Gletscher

Reiseinfos Argentinien

Sprache:Spanisch
Zeitzone:MEZ -4, UTC -3, keine Sommerzeit
Währung:Argentinischer Peso (ARS), 1 ARS (~ 0,02 EUR) = 100 Centavos, Stand Januar 2019
Hohe Inflation, daher werden US-Dollar fast überall gerne akzeptiert, gelegentlich auch Euro
Strom/Adapter:220 V/50 Hz, Adapter Typ I * notwendig. Manchmal gibt es Doppelsteckdosen, in die auch die europäischen Flachstecker passen.
Trinkgeld Restaurant:Wenn das Trinkgeld nicht in der Rechnung enthalten ist ("servicio incluido"), sind für guten Service 5-10 % des Rechnungsbetrags angemessen. Das Trinkgeld wird bar auf dem Tisch liegengelassen.
Trinkgeld Taxi:Trinkgeld im Taxi ist unüblich. Wer zufrieden ist, kann nach eigenem Ermessen aufrunden.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 1 EUR pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 EUR pro Tag

Mit dem Jeep durch die Pampa: Ein Tag in El Calafate

„Das liegt ja mitten in der Pampa“ — Dieses geflügelte Wort ist für El Calafate absolut zutreffend. Die rund 17.000 Einwohner des kleinen Städtchens leben inmitten der kargen Steppenlandschaft. Braun- und Gelbtöne beherrschen das Bild. Nur nicht am Nordende der Stadt. Dort breitet sich der fast schon unnatürlich blaue Lago Argentino aus. In Argentiniens größten See würde der Bodensee dreimal hineinpassen. Sein leuchtendes blassblau bekommt der See durch Sedimente aus den Gletschern, die an seinem Westufer das ewige Eis aus den Anden herabschieben. Bei einer Jeeptour in die umliegenden Berge lernen wir El Calafates tolle Natur näher kennen.

Eine Jeepsafari ins Nirgendwo

Ein Allradantrieb ist für einen Ausflug in die Umgebung unerlässlich. Kaum verlassen wir das Stadtzentrum, werden die asphaltierten Straßen schnell zu Schotterpisten. Die Stadt liegt auf rund 200 Metern Seehöhe. Der Weg steigt jedoch schnell an und schraubt sich auf über 900 Meter in die Berge. So dauert es nicht lange, bis wir einen ersten Aussichtspunkt erreichen und spektakuläre Blicke auf El Calafate und den See genießen.

Jeep vor dem Lago Argentino und El Calafate
Nur einer von vielen atemberaubenden Blicken.

Unterwegs erklärt uns unser Fahrer viel über die Landschaft und die Tierwelt der Region. Zwar ist die Natur karg, sobald jedoch ein kleiner Flusslauf vorbeizieht, sprießt, grünt und blüht es überall. Kaninchen hoppeln über die Straße, kleinere Vogelarten flattern wild auf und bunte Blüten bedecken das niedrige Gras.

Fluss mit blühenden Blumen
Sobald Wasser da ist, blühen die Wiesen.

Auch an trockeneren Stellen wächst der Calafate-Strauch. Er ist in Patagonien allgegenwärtig. Seine kleinen, blauen Beeren erinnern an Heidelbeeren und werden zu Marmelade, Likör oder Kuchen verarbeitet. Die Legende besagt, wenn man vor Ort eine Calafate isst, wird man wieder nach Patagonien zurückkehren. Nur um sicherzugehen tun wir das. Allerdings sind die Beeren noch nicht ganz reif und daher ziemlich sauer.

Calafate-Strauch in der Pampa
Die dornenbewehrte Calafate gehört zur Familie der Berberitzen.

Nandus und Guanakos

Plötzlich bremst unser Fahrer und reicht uns das Fernglas. Auf einem Hang in der Ferne hat er Nandus entdeckt. Diese Laufvögel sind mit dem afrikanischen Strauß verwandt und in Südamerika weit verbreitet. Durch ihr graubraun meliertes Gefieder sind sie hervorragend getarnt. Trotz Fernglas und genauer Erklärung dauert es lange, bis wir die Tiere erspähen. Deutlich leichter zu erkennen ist eine andere Gattung, die auf einmal über eine Bergkuppe spaziert: Guanakos. Sie sind die wild lebende Urform des domestizierten Lamas und im Süden des Kontinents fast überall zu finden.

Guanakos in der Pampa
Guanakos sind Herdentiere und immer auf der Suche nach Futter.

Wir beobachten die drolligen Tiere eine Weile, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen. Je tiefer wir in die Berge hineinfahren, desto bewusster wird uns die unglaubliche Weite der Landschaft. Mitten im Nirgendwo steigen wir zu einem kurzen Spaziergang aus. Um uns herum unberührte Natur so weit das Auge reicht. Über uns am Himmel zwei kleine schwarze Punkte. „Das sind Kondore,“ sagt unser Fahrer. „Sie nisten in den Steilhängen und jagen Nagetiere für ihre Jungen.“ Mit Spannweiten über drei Meter ist der Kondor Südamerikas größter Greifvogel. Allerdings ist er sehr scheu und somit selten aus der Nähe zu sehen.

Endlose Pampalandschaft
Die unendlichen Weiten der argentinischen Pampa.

Ein Abendessen mit Aussicht

Außerhalb der wenigen Städte ist die Pamparegion nur spärlich besiedelt. Meistens gehört das Land zu einer riesigen Estancia. Bei diesen südamerikanischen Rinderfarmen sind Ländereien von mehreren tausend Hektar keine Seltenheit. Eines der größten jemals verkauften Grundstücke bedeckt gut 4.000 Quadratkilometer Land. Das entspricht etwa eineinhalb mal der Größe Luxemburgs und gibt einen guten Eindruck von der unfassbaren Größe Argentiniens. Abseits der Haupt- und Wohngebäude der Farmer sind die Flächen kaum bebaut. In unregelmäßigen Abständen gibt es jedoch Schutzhütten für die Gauchos. Die südamerikanische Version des Cowboys zieht mit den riesigen Rinderherden durch die Lande, immer auf der Suche nach dem besten Gras.

Wohnzimmer in der Schutzhütte mit Panoramafenster
Gemütliches Kaminfeuer mit Aussicht in der Schutzhütte.

Wir sind heute ebenfalls auf Privatbesitz unterwegs, auch wenn es nicht so wirkt. Die Estancia wird noch bewirtschaftet. Mit Touristen verdient sich der Betreiber ein bisschen was dazu. Und so genießen wir heute in einer der einfachen Schutzhütten ein köstliches Abendessen bei herrlicher Aussicht. Die Berge färben sich langsam golden und mit der untergehenden Sonne machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft im Tal.

Lammeintopf im Brot
Lammeintopf im Brot ist ein typisches Gaucho-Essen.

Fazit

El Calafate ist ein guter Zwischenstopp auf einer Patagonien-Rundreise. Das kleine Stadtzentrum bietet von Hostels bis Hotels alle Unterkunftskategorien, viele Restaurants und mehrere Einkaufsmöglichkeiten. Wenn du dich für Vögel interessierst, findest du außerdem an der Lagune des Lago Argentino mehrere Beobachtungspunkte.

Lagune mit Vögeln in El Calafate
Viele verschiedene Vogelarten leben im Lago Argentino. In der Ferne sind sogar ein paar Flamingos zu sehen.

Für viele Reisende ist die Stadt nur der Ausgangspunkt für einen Ausflug zum nahegelegenen Perito-Moreno-Gletscher. Es lohnt sich jedoch, auch einen Abstecher in die umliegenden Berge zu machen. Die karge Pampa mit ihren tollen Farbtönen bedeckt einen großen Teil Argentiniens und gehört zu Patagonien einfach dazu.

Blick auf den Lago Argentino
Aussichtspunkt auf dem Weg zum Perito-Moreno-Gletscher.

Reisetipps El Calafate

Hoteltipp

Hotel Sierra Nevada
Avenida del Libertador 1888
El Calafate
Hotel Sierra Nevada auf booking.com *

Gemütliches Hotel mit schönem Garten in Fußnähe zum Seeufer. Gutes Frühstück, gratis WLAN.

Transport vor Ort

Im Stadtzentrum von El Calafate kannst du alles zu Fuß erledigen. Der Flughafen liegt etwas außerhalb der Stadt und ist mit Taxis oder Shuttlebussen erreichbar. Touren ins Umland und zum Perito-Moreno-Gletscher findest du bei verschiedenen Anbietern. Buchungen sind online oder in der Tourist Info möglich.

Restauranttipp

Mi Rancho 2
9 de Julio 200-298
El Calafate
Mi Rancho auf Tripadvisor

Traditionell eingerichtetes Restaurant mit sehr guten, typisch argentinischen Spezialitäten aber auch besonderen Gerichten, z. B. Guanako-Eintopf. Achtung: Es gibt zwei Lokale in der gleichen Straße, beide gehören zum gleichen Betreiber. Das kleinere Mi Rancho ist jedoch meistens ausgebucht. Im größeren Mi Rancho 2 ist es leichter, einen Platz zu bekommen.

Reiseinfos Argentinien

Sprache:Spanisch
Zeitzone:MEZ -4, UTC -3, keine Sommerzeit
Währung:Argentinischer Peso (ARS), 1 ARS (~ 0,02 EUR) = 100 Centavos, Stand Januar 2019
Hohe Inflation, daher werden US-Dollar fast überall gerne akzeptiert, gelegentlich auch Euro
Strom/Adapter:220 V/50 Hz, Adapter Typ I * notwendig. Manchmal gibt es Doppelsteckdosen, in die auch die europäischen Flachstecker passen.
Trinkgeld Restaurant:Wenn das Trinkgeld nicht in der Rechnung enthalten ist ("servicio incluido"), sind für guten Service 5-10 % des Rechnungsbetrags angemessen. Das Trinkgeld wird bar auf dem Tisch liegengelassen.
Trinkgeld Taxi:Trinkgeld im Taxi ist unüblich. Wer zufrieden ist, kann nach eigenem Ermessen aufrunden.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 1 EUR pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 EUR pro Tag

* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Hotels/Produkte/Dienstleistungen, die wir selbst ausprobiert und für gut befunden haben.

Ushuaia und Feuerland: Zwei Tage am Ende der Welt

Feuerland — das südliche Ende Amerikas. Eine Inselgruppe etwas größer als Irland, vom Festland durch die Magellanstraße getrennt. Im Westen ragen die letzten Gebirgszüge der Anden empor, bevor sie an der Südostspitze der Hauptinsel Isla Grande im Meer versinken. Argentinien und Chile teilen sich den Archipel, von dem ein Großteil unter strengem Naturschutz steht. Ihren Namen bekamen die Inseln von den spanischen Entdeckern. Aufgrund der rauen klimatischen Bedingungen und kühlen Temperaturen entzündeten die hier lebenden indigenen Völker überall große Feuer. Diese sahen Magellan und seine Männer von ihren Schiffen von weitem und tauften die Region Feuerland, auf spanisch Tierra del Fuego. Auch uns beeindruckt die Region schon aus der Ferne, in unserem Fall beim Anblick aus dem landenden Flugzeug. Doch nicht nur von oben fasziniert Feuerland. Was du dort in zwei Tagen erleben kannst, erzählen wir dir hier.

Landeanflug auf Ushuaia
Der erste Blick auf Feuerland überzeugt.

Raue Natur im Nationalpark Tierra del Fuego

Unseren ersten Tag auf Feuerland widmen wir dem Tierra-del-Fuego-Nationalpark. Er beginnt nur wenige Kilometer außerhalb von Ushuaia und eignet sich somit gut für einen (Halb-)Tagesausflug. Neben geführten Touren fahren stündlich Kleinbusse von der Tourist Info in den Nationalpark. Alternativen dazu sind ein eigener Mietwagen oder das Mountainbike. Nur der südlichste Teil des Nationalparks ist für Besucher zugänglich. Das restliche Gebiet ist strikt geschützt.

Die Bahia Ensenada und das südlichste Postamt der Welt

Der erste Halt im Park ist die Bahia Ensenada. Wir steigen aus dem Fahrzeug und werden fast weggeweht. Mit rund 70 km/h bläst der Wind heute, für hier ein „laues Lüftchen“, wie unser Guide Paula erklärt. Der Ausblick ist spektakulär. Einsam ragt ein kleiner Holzsteg ins Meer, vor uns sehen wir die letzten Inseln Südamerikas. Sie gehören bereits zu Chile und in 150 Kilometern Entfernung endet der Kontinent am berühmt-berüchtigten Kap Hoorn.

Steg im Beagle-Kanal auf Feuerland
Die vorgelagerten Inseln gehören zu Chile, hier ist Argentinien also zu Ende.

Bei hochsommerlichen 10 Grad spazieren wir entlang des Kiesstrandes und genießen die raue Stimmung dieses beeindruckenden Ortes. Trotz des starken Windes sprießen überall zaghafte Blümchen empor. Die Wellen schlagen unablässig gegen die Küste und schmale Holzstege führen tiefer in die umliegende Natur.

Blumenwiese und Stege in der Bahia Ensenada
Wanderstege in der Bahia Ensenada

Einer hat diesen Ort zu seinem Arbeitsplatz erkoren: Der Postbeamte des südlichsten Postamts der Welt. In einer Wellblechhütte auf dem Holzsteg stempelt er für ein kleines Entgelt Postkarten oder Reisepässe ab und verkauft Souvenirs aller Art. Die Öffnungszeiten variieren mit dem Wetter und der Jahreszeit, im Winter ist die Nachfrage gering.

Entfernungsschild beim südlichsten Postamt der Welt
Manche Briefe legen von hier weite Strecken zurück.

Flüsse, Seen und Lagunen

Wenige Kilometer weiter erreichen wir den Fluss Río Lapataia. Hier findest du das Besucherzentrum des Nationalparks, das auch ein Restaurant beherbergt. Von dessen Terrasse hast du eine herrliche Aussicht übers Wasser.

Aussicht vom Balkon am Río Lapataia
Mittagspause am Río Lapataia

Etwas weiter nördlich gelangst du zum Lago Roca. Nahezu unberührt liegt der See zwischen den Bergen und ist von dichten Wäldern umgeben. Ein kleiner Trampelpfad führt entlang des Ufers, vorbei an wunderbar blühenden Sträuchern und kleinen Seitenarmen des Lapataia-Flusses.

Blumen am Lago Roca in Feuerland
Am Lago Roca sind wir fast alleine.

Nun folgen wir wieder der Ruta Nacional No. 3. Die Nationalstraße 3 führt über 3.000 Kilometer von Buenos Aires durch ganz Patagonien bis hier hinunter in den Süden. Sie ist der Hauptverkehrsweg im Nationalpark Tierra del Fuego, auch wenn sie so weit südlich nur noch eine Schotterpiste ist. Immer wieder gibt es entlang der Strecke Aussichtspunkte, die tolle Blicke in die weiten Landschaften erlauben.

Blick über die Laguna Verde im Tierra-del-Fuego-Nationalpark
Die Laguna Verde liegt langgestreckt in einem Tal.

Nicht alle Teile des Parks erreichst du mit dem Auto. An manche Orte kommst du nur zu Fuß. Du hast die Wahl zwischen längeren und kürzeren Wanderungen. Nur ein leichter Spaziergang ist es zur Laguna Negra (Schwarze Lagune). Die Lagune versumpft allmählich und verwandelt sich in ein Moor. Daher kommt die namensgebende schwarze Färbung des Wassers. Der Uferbereich ist nur noch über Holzstege zugänglich, von denen leider einige bei einem Unwetter weggespült wurden.

Holzsteg im Moor der Laguna Negra
Einer der wenigen intakten Holzstege

Die Bahia Lapataia

Unser letzter Stopp im Nationalpark führt uns zur Lapataia-Bucht. Hier mündet der Lapataia-Fluss in den Beagle-Kanal. Auf mehreren Wanderwegen kannst du die Umgebung erkunden. In jedem Fall lohnenswert ist ein Abstecher zum Aussichtspunkt Mirador Bahia Lapatia. Dieser künstlich angelegte Holzbalkon liegt erhöht über der Bucht und eröffnet eine wunderbare Sicht.

Blick über die Bahia Lapataia
Bei schönem Wetter ist der Beagle-Kanal glatt und friedlich.

Wieder unten am Wasser angekommen erreichen wir den Endpunkt der Ruta 3. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter und das südamerikanische Straßennetz ist offiziell zu Ende.

Schild "Ende der Nationalroute 3"
Nur noch läppische 18.000 Kilometer bis Alaska.

So auch unser Tag im Tierra-del-Fuego-Nationalpark. Beeindruckt von der wilden und wunderschönen Natur machen wir uns auf den Rückweg nach Ushuaia. Dort lassen wir den Abend in unserer Unterkunft bei einem gemütlichen Asado, also einer Grillerei, ausklingen.

Fleisch auf dem Grill
Gegrillt wird in Südamerika fast überall.

Mit dem Schiff auf dem Beagle-Kanal

Der nächste Vormittag ist dem Wasser gewidmet. Gestern im Nationalpark standen wir mehrmals am Beagle-Kanal. Diese natürliche Wasserstraße verbindet auf 240 Kilometern den Pazifik mit dem Atlantik. Ihr östlicher Teil bildet die Grenze zwischen Argentinien und Chile. Bekannt ist der Kanal vor allem für seine reiche Artenvielfalt, die wir uns heute genauer ansehen.

Hafen von Ushuaia mit Bergen im Hintergrund
Der Hafen von Ushuaia

Wir fahren eine Weile durch die herrliche Kulisse der bis zu 2.500 Meter hohen Darwin-Bergkette, bis der Katamaran plötzlich langsamer wird. Vor uns breiten sich ein paar kleine Felseninseln aus, auf denen einiges los ist. Dicht an dicht gedrängt liegen unzählige Robben auf der Klippe und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Im Vordergrund putzen ein paar Kormorane ihr Gefieder. Plötzlich bricht Tumult aus. Eine Jungrobbe bahnt sich den direktesten Weg zum Wasser und robbt einfach über die anderen Tiere hinweg. Diese quittieren das mit einem verärgerten Grunzen. Unser Katamaran scheint sie hingegen überhaupt nicht zu stören, sodass wir die faszinierenden Tiere in aller Ruhe beobachten können.

Robbenkolonie auf einer Felseninsel im Beagle-Kanal
Robben und Kormorane teilen sich diese Insel.

Der Leuchtturm von Les Éclaireurs

Nur wenige Kilometer weiter bietet sich uns der nächste tolle Blick. Um die vorbeifahrenden Schiffe vor der kleinen Inselgruppe Les Éclaireurs inmitten des Kanals zu warnen, wurde vor rund 100 Jahren auf Anraten einer französischen Expedition ein kleiner Leuchtturm errichtet. Er ist bis heute in Betrieb, inzwischen allerdings vollautomatisiert und ferngesteuert. Seine Energie bezieht er aus Solarpaneelen. Da kein Leuchtturmwärter mehr auf der Insel lebt, hat die Natur sie sich zurückgeholt. Hunderte Kormorane trocknen ihre Flügel in der Sonne und eine weitere Robbenkolonie grunzt vor sich hin. Zusammen mit den Bergen im Hintergrund ein einzigartiger und wunderschöner Anblick!

Leuchtturm Les Éclaireurs im Beagle-Kanal
Einsam wacht der Leuchtturm über den Beagle-Kanal.

Wir setzen unsere Fahrt Richtung Osten fort und lassen die kleinen Felseninseln hinter uns. Doch immer noch gibt es genug zu sehen. Neben dem Schiff starten und landen unablässig Kormorane und Möwen. Hin und wieder auch ein Albatros. Mit bis zu dreieinhalb Metern Flügelspannweite zählt er zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Sein hohes Gewicht von bis zu 12 Kilogramm führt an Land oft zu halsbrecherischen Landemanövern. Für kurze Flugpausen bevorzugt er daher das Wasser. Wieder wird das Boot langsamer und es wartet eine Überraschung auf uns: Drei Buckelwale begleiten uns und immer wieder tauchen ihre majestätischen Schwanzflossen aus dem Wasser auf. Wale kommen nur sehr selten in den Beagle-Kanal, daher ist das Spektakel selbst für unseren Guide Paula ein besonderes Erlebnis.

Schwanzflosse eines Buckelwals
Lautlos gleitet die Schwanzflosse zurück ins Wasser.

Pinguine auf der Isla Martillo

Der östlichste Punkt unserer Fahrt auf dem Beagle-Kanal ist die Isla Martillo. Die langgezogene, schmale Insel ist mit vielen kleinen Höhlen übersät. Diese bieten ideale Nistplätze für eine ganz besondere Spezies: Pinguine. Unzählige der drolligen Vögel bevölkern das Eiland und lassen sich durch die Schiffe nicht aus der Ruhe bringen. Völlig ungeniert watscheln sie am Kiesstrand entlang, schwimmen eine schnelle Runde im seichten Wasser oder stehen gemütlich in der Sonne.

Pinguine auf der Isla Martillo
Zwei Königspinguine in einem Rudel Eselspinguine.

Drei verschiedene Arten leben hier: Der komplett schwarz-weiße Magellanpinguin, der Eselspinguin mit rotem Schnabel und einige wenige Exemplare des Königspinguins mit seinem charakteristischen gelben Fleck hinter den Ohren. Königspinguine kommen sonst nur südlich des Südpolarkreises vor. Warum sich so weit nördlich eine kleine Kolonie niedergelassen hat, ist bislang ungeklärt. So niedlich Pinguine auch anzusehen sind: Viele Arten sind durch Überfischung und schrumpfenden Lebensraum gefährdet. Landgänge auf der Isla Martillo sind zwar immer noch erlaubt, allerdings nur noch auf streng abgegrenzten Wegen. Uns genügt der Blick vom Wasser, wir wollen diese wunderbaren Tiere nicht stören.

Pinguine am Strand der Isla Martillo
Pinguine, soweit das Auge reicht.

Hier macht unser Schiff kehrt und am frühen Nachmittag kommen wir wieder im Hafen von Ushuaia an. Eine Fahrt auf dem Beagle-Kanal ist aus unserer Sicht eine absolut empfehlenswerte Aktivität. Die traumhafte Landschaft in Kombination mit der Tierwelt war für uns ein einzigartiges Erlebnis!

Ein Spaziergang durch Ushuaia

Den restlichen Tag nutzen wir dazu, das Zentrum von Ushuaia zu erkunden. Die Stadt wurde ursprünglich als Strafkolonie gegründet. Das Gefängnis ist jedoch schon seit 1947 außer Betrieb und dient mittlerweile als Museum.

Das ehemalige Gefängnis von Ushuaia
Früher ein gefürchtetes Gefängnis, inzwischen ein Museum.

Heute ist Ushuaia vor allem Ausgangspunkt für Kreuzfahrten in die nur noch gut 1.000 Kilometer entfernte Antarktis. Das kleine Stadtzentrum besteht daher hauptsächlich aus Geschäften, die Souvenirs und Outdoorkleidung verkaufen. Zwei alte Londoner Doppeldeckerbusse bieten Stadtrundfahrten an, wenngleich uns nicht ganz klar ist, was genau hier besichtigt wird. Abgesehen vom Tourismus ist in der Stadt wenig geboten. Das hat ihr — zusammen mit ihrer geographischen Lage — bei den Einheimischen den Spitznamen „Das Ende der Welt“ eingebracht.

Schild mit der Aufschrift "Ushuaia, das Ende der Welt"
Ushuaia – das Ende der Welt.

Fazit

Auch wenn Ushuaia selbst kein Highlight ist — die umliegende Natur ist es definitiv! Sowohl der Feuerland-Nationalpark als auch der Beagle-Kanal haben uns absolut begeistert. Zwei Tage waren für uns ein guter Zeitraum, um die Südspitze des amerikanischen Doppelkontinents zu entdecken. Die weitgehend unberührte Natur, die abwechslungsreiche Tierwelt und die rauen klimatischen Bedingungen machen Feuerland zu einem tollen Reiseziel, das aus unserer Sicht auf einer Patagonien-Rundreise nicht fehlen darf. Unsere komplette Reiseroute findest du in unserem Artikel Zwei Wochen Patagonien: Von Buenos Aires bis Santiago de Chile.

Wolfgang und Jessica in der Bahia Ensenada
Hochsommer auf Feuerland

Reisetipps Ushuaia und Feuerland

Hoteltipp

Hosteria Mi Vida
Terra australis 902
Barrio del Recodo
9410 Ushuaia
Hosteria Mi Vida auf booking.com *

Gemütliches Gästehaus etwas außerhalb des Stadtzentrums mit eigenem Restaurant, in dem der sympathische Besitzer Rogelio selbst kocht. Gutes Frühstück, gratis WLAN.

Transport vor Ort

Im kleinen Ortszentrum von Ushuaia kannst du alles zu Fuß erledigen. Manche Hotels und Hosterias liegen etwas außerhalb und sind entweder mit einem eigenen Transfer oder dem Taxi erreichbar.

In den Tierra-del-Fuego-Nationalpark kommst du mit Bus, Taxi oder organisierter Tour. Alternativ mit dem Mietwagen oder dem Mountainbike.

Fahrten auf dem Beagle-Kanal werden von mehreren Gesellschaften angeboten. Tickets bekommst du direkt am Hafen oder in der Tourist Info.

Restauranttipp

El Almacen Ramos Generales
Avenida Maipú 749
9410 Ushaia
www.ramosgeneralesush.com.ar

Gemütliches Bistro mit guter argentinischer Küche und schöner Auswahl aus lokalen Biersorten. Gratis WLAN.

Reiseinfos Argentinien

Sprache:Spanisch
Zeitzone:MEZ -4, UTC -3, keine Sommerzeit
Währung:Argentinischer Peso (ARS), 1 ARS (~ 0,02 EUR) = 100 Centavos, Stand Januar 2019
Hohe Inflation, daher werden US-Dollar fast überall gerne akzeptiert, gelegentlich auch Euro
Strom/Adapter:220 V/50 Hz, Adapter Typ I * notwendig. Manchmal gibt es Doppelsteckdosen, in die auch die europäischen Flachstecker passen.
Trinkgeld Restaurant:Wenn das Trinkgeld nicht in der Rechnung enthalten ist ("servicio incluido"), sind für guten Service 5-10 % des Rechnungsbetrags angemessen. Das Trinkgeld wird bar auf dem Tisch liegengelassen.
Trinkgeld Taxi:Trinkgeld im Taxi ist unüblich. Wer zufrieden ist, kann nach eigenem Ermessen aufrunden.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 1 EUR pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 EUR pro Tag

* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Hotels/Produkte/Dienstleistungen, die wir selbst ausprobiert und für gut befunden haben.

Ein Tag in Belgrad: Serbiens Hauptstadt zu Fuß entdecken

„Wie bringst du einen Serben dazu, etwas zu tun, was er nicht möchte? – Sag ihm, es ist verboten.“ Mit dieser Anekdote erklärt uns unsere Stadtführerin die serbische Mentalität. Selbstbestimmt und unbeugsam lässt sich das Volk von niemandem etwas vorschreiben. Und das verwundert nicht, wenn man sich die Geschichte des Landes anschaut. Über viele Jahrhunderte war der Balkan Austragungsort von Machtkämpfen zwischen West und Ost und immer wieder war Serbien fremden Herrschern unterworfen. In 114 Schlachten wurde Belgrad über vierzigmal zerstört. Die letzten schweren Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Zerfall Jugoslawiens sind gerade einmal 20 bis 30 Jahre her. Seitdem entwickelt sich die Stadt rasant. Überall wird gebaut, neue Stadtviertel entstehen, alte verschwinden. Was du an einem Tag in Belgrad erleben kannst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Rund um den Nikola-Pašić-Platz

Wir starten unsere Tour am Nikola-Pašić-Platz. Er ist einer der Hauptplätze der Stadt und beheimatet unter anderem das serbische Parlament (Skupština) sowie das Hauptpostamt (Palata Glavne pošte) und das Gewerkschaftshaus (Dom Sindikata), beide in kommunistischer Architektur.

Die serbische Nationalversammlung
Die serbische Nationalversammlung

Über viele Jahre war Serbien ein Königreich. Nachdem das Land Ende des 18. Jahrhunderts die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte, errichtete die nun herrschende Obrenović-Familie den Alten Palast (Stari dvor). Er dient heute als Rathaus der Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Königreich Jugoslawien ausgerufen und die Karađorđević-Dynastie übernahm die Macht. Sie erbaute den Neuen Palast (Novi dvor), der heute der Sitz des serbischen Präsidenten ist.

Der Alte Palast Stari dvor
Der Alte Palast – einst Königssitz, heute das Rathaus der Stadt.

Der Belgrade Design District

Vom Nikola-Pašić-Platz ist es nur ein kurzer Spaziergang bis zum Belgrade Design District. Mitten im Stadtzentrum stand hier über viele Jahre ein altes Einkaufszentrum leer und war dem Verfall ausgesetzt.

Eingang zum Belgrade Design District
Ohne Schild kaum zu finden: Der Belgrade Design District.

Vor ein paar Jahren hatte schließlich jemand die Idee, die aufgelassenen Geschäfte günstig an junge Künstler und Designer zu vermieten und dem Viertel so neues Leben einzuhauchen.

Zentraler Platz im Belgrade Design District
Die meisten Geschäfte scharen sich rund um den kleinen Hauptplatz.

Mit Erfolg. Heute haben sich hier gut 30 neue Läden angesiedelt, die Mode, Deko, Schmuck und Kunst verkaufen. Vieles davon ist vor Ort handgemacht und in den meisten Geschäften verkaufen die Designer und Designerinnen noch selbst. Geöffnet ist täglich außer Sonntag ab 12 Uhr.

Kleines Geschäft im Belgrade Design District
Liebevoll dekorierte Läden kennzeichnen den Design District.

Die Fußgängerzone Knez Mihailova

Vom kleinen, alternativen Design District gehen wir wieder nur wenige Minuten zur großen Haupteinkaufsstraße Knez Mihailova. Der Weg dorthin führt uns teilweise durch verwinkelte Seitengassen. Hier sehen wir, dass Belgrad noch mitten im Erneuerungsprozess steckt. Während auf den Hauptstraßen die Fassaden häufig schon restauriert sind, sieht es in zweiter Reihe oft noch ganz anders aus.

Heruntergekommener Hinterhof in Belgrad
Auch das ist Belgrad.

Die Knez Mihailova ist dann aber wieder schön hergerichtet und eine typische Fußgängerzone in einer europäischen Hauptstadt. Internationale Modeketten, Wechselstuben und Restaurants prägen das Bild. Außerdem findest du dort einige hübsche Gründerzeithäuser.

Gründerzeithäuser auf der Knez Mihailova
Altehrwürdige Gründerzeithäuser auf der Knez Mihailova

In den Seitenstraßen stehen kleine Marktstände, die allerlei lokale und regionale Produkte vertreiben. Honig, Puppen, Traumfänger, Wollpullover und vieles mehr erhältst du hier für kleines Geld.

Marktstand mit Honig
Honigprodukte am Marktstand

Immer wieder kommt außerdem der morbide Charme der Stadt zum Vorschein. Graffitis und abgerissene Poster über einem angerosteten Motorroller, abgebröckelter Putz und herabhängende Fensterläden über einem veganen Kiosk — nicht wirklich schön, aber doch irgendwie interessant.

Abgerissene Poster und Graffiti über einem Motorroller
Morbider Charme in Belgrad

Auch Streetart-Fans kommen in Belgrad voll auf ihre Kosten. Überall begegnen uns wahre Kunstwerke in allen Größen. Vom kleinen Porträt an einer Gebäudeecke bis hin zum großflächigen Mural ist alles dabei. Inzwischen gibt es sogar eigene Touren nur dafür. Unsere Bloggerkollegin Janett von Teilzeitreisender hat sich ebenfalls auf die Suche nach Straßenkunst gemacht und darüber geschrieben.

Ein Streetart-Porträt von einem Künstler
Widmung an den jugoslawischen Künstler Ljuba Popović

Das Trendviertel Savamala

Im Anschluss erkunden wir das jüngste Viertel der Stadt. Im Sommer 2018 stellte der alte Belgrader Hauptbahnhof seinen Betrieb ein. Die weitverzweigten Güter- und Rangiergleise werden nun nach und nach entfernt und durch zahlreiche Neubauten ersetzt. Entlang des Save-Flusses entstand eine neue Uferpromenade, die Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist.

Streetart in Savamala
Streetart auf der Save-Promenade

Hier lässt es sich prima dem Trubel der Stadt entfliehen. Fast alleine schlendern wir am Fluss entlang. Hier und da versucht ein Angler sein Glück. Am gegenüberliegenden Ufer reihen sich Belgrads berühmt-berüchtigte Restaurant- und Party-Boote aneinander. Die Stadt ist für ihr ausgeprägtes Nachtleben bekannt und so manch einer ist angeblich schon auf dieser Ausgehmeile verschollen.

Angler in Savamala
Entspannung auf der einen, Party auf der anderen Seite.

Am Ende der Uferpromenade erreichen wir die „Betonhalle“ (Beton hala). Einst ein Zollwarenlager, beherbergt die Anlage heute eine Vielzahl von Restaurants, Nachtclubs und Bars. Abends erwacht das Viertel zum Leben und lockt Feierwütige aus der ganzen Stadt an.

Blick auf die Beton Hala
Die langgezogene Beton Hala

Die Festung von Belgrad und der Kalemegdan

Die letzte Station unseres Tags in Belgrad ist die alte Festung der Stadt. Ihre Wurzeln reichen bis in die Römerzeit zurück, stark ausgebaut wurde sie schon im frühen Mittelalter. Die Anlage besteht aus den drei Teilen Oberstadt, Unterstadt und Kalemegdan-Park.

Die Oberstadt

Die Oberstadt ist der am stärksten befestigte, innere Teil der Zitadelle. Viele der massiven Mauern haben die Jahrhunderte überdauert. Die freien Flächen dazwischen dienen heute als Theaterbühnen, Sportplätze und Freilichtmuseen.

Das Istanbuler Tor der Festung
Das „Istanbuler Tor“ (Stambol kapija) der Festung

Das Innere der Oberstadt ist inzwischen ein weitläufiger Park. Unter osmanischer Herrschaft entstand hier ein muslimisches Mausoleum, der Uhrturm hingegen stammt aus der Zeit der Besatzung durch die Habsburger.

Türkisches Mausoleum und habsburgischer Uhrturm
Türkisches Mausoleum und habsburgischer Uhrturm

Am östliche Ende der Oberstadt steht das beeindruckende Zindan-Tor. Die Ungarn errichteten die beiden massiven Türme hastig, um das Kastell gegen die bereits herannahenden Osmanen zu verteidigen. Das half jedoch nichts, die Burg fiel trotzdem und die beiden Türme dienten fortan als Verlies.

Die zwei Türme des Zindan-Tors
Auch diese Mauern halfen nicht gegen die Eroberung.

Die Unterstadt

Gleich hinter dem Zindan-Tor führen Stiegen hinunter in die Unterstadt. Dort blieb deutlich weniger übrig, nachdem dieser Bereich der Festung viel häufiger eingenommen wurde.

Blick auf den Zusammenfluss von Save und Donau
Blick über die Unterstadt. Im Hintergrund fließt die Save in die Donau.

Gut erhalten und heute noch genutzt ist die kleine orthodoxe Rosenkirche (Ružica), die auch von innen hübsch anzusehen ist. Vor allem der reich verzierte Altarraum mit den bunten Ikonen ist typisch für orthodoxe Gotteshäuser.

Mit Ranken bewachsene Rosenkirche
Die kleine Rosenkirche

Der Kalemegdan-Park

Rund um die Oberstadt liegt die weitläufige Parkanlage Kalemegdan. Ihr Name kommt aus dem Türkischen und bedeutet „Burgplatz“. Vom westlichen Teil des Parks hast du eine schöne Aussicht auf Belgrad sowie den Zusammenfluss von Save und Donau. Sehr empfehlenswert vor allem zum Sonnenuntergang.

Aussicht vom Kalemegdan
Blick vom Kalemegdan

Hier beenden wir unseren Rundgang und machen uns noch am gleichen Abend auf zu unserem nächsten Ziel: Skifahren und Snowboarden in Kopaonik in Serbiens Süden.

Fazit

Ein Tag in Belgrad reicht gerade so, um die wichtigsten Ecken der Stadt zu erkunden. Ist Belgrad schön? Nein — zumindest nicht im klassischen Sinne. Ist Belgrad interessant? Ja, auf jeden Fall! Es tut sich extrem viel, überall wird gebaut und restauriert. Es wird also spannend, wie sich die Stadt in den nächsten Jahren entwickelt. In jedem Fall ist Belgrad ein preiswertes Reiseziel, das durch seinen internationalen Flughafen gut angebunden ist. Wenn du also eine aufstrebende, junge Stadt abseits der bekannten europäischen Metropolen suchst, könntest du hier fündig werden. Weitere Empfehlungen für das alternative Belgrad bekommst du zum Beispiel bei bellegrade. Falls du nach Abwechslung von der recht fleischlastigen serbischen Küche suchst, hat Christina von CitySeaCountry Tipps für veganes Essen in Belgrad.


Hinweis: Wir wurden von der Nationalen Tourismusorganisation Serbiens zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Meinungen in diesem Artikel basieren auf unseren eigenen Erfahrungen.

Reisetipps Belgrad

Hoteltipp

Metropol Palace Hotel
Bulevar Kralja Aleksandra 69
11000 Belgrad
Metropol Palace Hotel auf booking.com *

Schönes Hotel mit gemütlichen Zimmern, ca. 15 Gehminuten vom Nikola-Pašić-Platz entfernt. Sehr große Auswahl beim Frühstücksbuffet, gratis WLAN. Den Wellness-Bereich haben wir nicht getestet.

Transport vor Ort

Viele Wege in Belgrad kannst du zu Fuß erledigen, das Stadtzentrum ist nicht allzu weitläufig. Ansonsten gibt es ein weitverzweigtes Netz aus Straßenbahnen und Bussen. Tipps für dessen Nutzung gibt (auf Englisch) The Culture Trip. Auf eine versprochene U-Bahn warten die Belgrader schon seit Jahren. Ob sie jemals kommen wird, ist fraglich.

Restauranttipp

Endorfin
Braće Jugovića 3
Belgrad
http://www.endorfingastropub.com/

Moderne serbische Küche und große Auswahl an serbischem Craft Beer. Wir durften an einem Craft Beer Tasting mit Food Pairing teilnehmen, bei dem wir fünf verschiedene sehr gute Biere mit dazu passenden Gerichten verkosten konnten. Einziger Nachteil: Wie viele Restaurants in Serbien ist das Endorfin ein Raucherlokal.

Reiseinfos Serbien

Sprache:In Serbien sind lateinische und kyrillische Schrift gleichberechtigt. Schilder können daher in der einen, der anderen oder beiden Schreibweisen beschriftet sein. Das serbische Alphabet hat 30 Buchstaben.
Zeitzone:MEZ, UTC+1, Sommerzeit von März bis Oktober, keine Zeitverschiebung zu Deutschland/Österreich/Schweiz
Währung:Serbischer Dinar. Ein Dinar ist theoretisch in 100 Para unterteilt, allerdings ist die 1-Dinar-Münze das kleinste Geldstück. Im Februar 2019 entsprach 1 Dinar etwa 0,85 Eurocent, 1 Euro war rund 118 Dinar wert.
Strom/Adapter:230 V/50 Hz, kein Adapter nötig
Trinkgeld Restaurant:Trinkgeld ist nicht verpflichtend. Für sehr guten Service sind 5-10 % des Rechnungsbetrags angemessen.
Trinkgeld Taxi:Im Taxi wird der Fahrpreis nach eigenem Ermessen aufgerundet. Es empfiehlt sich, den Fahrpreis vorher zu vereinbaren.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: optional nach eigenem Ermessen
Reinigungspersonal: optional nach eigenem Ermessen

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