Als reisebegeisterter Mensch mit nicht so viel Zeit will auch ein langes Wochenende gut genutzt sein. Was würde sich also für das Osterwochenende besser eignen, als ein kleiner Roadtrip ans Meer? Wie üblich soll es nicht zu langweilig werden, deswegen entscheiden wir uns für eine Kombination aus Steiermark, Slowenien und Kroatien. Spontan werden dann noch Italien und das Burgenland dazukommen, doch dazu später mehr. Hier nun zunächst ein Überblick über die Route:

Tag 1: Karfreitag: Wien – Graz (200 km)

Da Karfreitag in Österreich leider kein einheitlicher Feiertag ist, muss ich noch regulär arbeiten. Punkt 18 Uhr geht es dann aber los mit der ersten Etappe nach Graz. Gegen 20 Uhr kommen wir im Hotel „Das Weitzer“ an und stellen erst einmal fest, dass uns das von uns gebuchte Economy-Zimmer doch etwas zu karg und Hostel-like ist. Glücklicherweise ist das Hotel nicht ausgebucht und der Rezeptionist bietet uns an, dass er uns gerne durch alle anderen Zimmerkategorien führt. So sehen wir nicht nur die etwas schöneren Classic-Zimmer, sondern dürfen tatsächlich auch einen Blick in die sehr schön gestaltete Suite werfen.

Schlussendlich entscheiden wir uns für einen geringen Aufpreis für das Classic-Zimmer und genießen anschließend im hoteleigenen Restaurant „Der Steirer“ ein ganz vorzügliches Abendessen.

Tag 2: Karsamstag: Graz – Ljubljana – Triest – Piran (330 km)

Nach dem Frühstück brechen wir auf zur Erkundung der Grazer Altstadt, die UNESCO Weltkulturerbe ist. Leider lässt uns das Wetter ein wenig im Stich, doch auch bei Regen lassen sich die Gassen prima erkunden. Gegen Mittag klart der Himmel dann doch noch auf und wir nähern uns dem Schlossberg. Der Weg dorthin führt uns vorbei am stark gewöhnungsbedürftigen Kunsthaus, das eher an eine Amöbe erinnert und der Murinsel, einer modernen Veranstaltungslocation. Man kann den Berggipfel zwar auch zu Fuß über eine Treppe erreichen, wir entscheiden uns aber für die faule Variante und fahren mit der Bergbahn. Von oben haben wir eine fantastische Aussicht auf die Altstadt, die umliegenden Berge und natürlich den Uhrturm, das Wahrzeichen von Graz. Der Jahreszeit geschuldet blüht außerdem überall der Flieder und sorgt für Frühlingsstimmung. Hinunter fahren wir dann mit einem gläsernen Aufzug, der mitten durch den nackten Berg führt und so auch ein Hingucker ist. Am frühen Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg nach Slowenien.

Ljubljana: Klein, aber oho!

Von Graz nach Ljubljana sind es etwa 200 km über eine gut ausgebaute Autobahn (Achtung: Vignettenpflicht, am besten schon vorab beim ÖAMTC/ADAC besorgen!), sodass wir nach knapp 2 Stunden Fahrt gegen 16 Uhr in der slowenischen Hauptstadt ankommen.

Für die Besichtigung der Altstadt brauchen wir etwa eine Stunde. Wir sind überrascht, wie schön das Zentrum ist und wie viel mediterranes Flair es versprüht. Wir starten an der Drachenbrücke (Zmajski most), die die Ljubljanica überspannt und von vier Kupferdrachen gekrönt ist. Entlang der Uferpromenade gehen wir weiter in Richtung Prešeren-Platz (Prešernov trg), an den sich eine architektonische Besonderheit Ljubljanas anschließt: die drei Brücken (Tromostovje). Neben einer breiteren mittleren Brücke gibt es links und rechts noch zwei schmalere Fußgängerbrücken, die leicht abgewinkelt sind. So ergibt sich ein buntes Treiben auf allen drei Laufwegen und der Platz bekommt eine ganz eigene Atmosphäre.

Von hier aus haben wir außerdem einen schönen Blick auf die Burg, die auf einem Berg hoch oben über der Altstadt thront. Aus Zeitgründen lassen wir diese jedoch aus, da wir bereits recherchiert haben, dass es dort außer einer schönen Aussicht nicht viel zu sehen gibt. Mit einem kleinen Abstecher über den sehr schön begrünten Kongressplatz (Kongresni trg) kehren wir auf der anderen Uferseite zur Tiefgarage zurück und starten mit einem sehr positiven Gesamteindruck in Richtung Mittelmeer.

Triest: Ein Abstecher nach Italien

Bis zu unserem nächsten geplanten Stopp in Piran wären es nun etwa 120 km. Da wir aber gut in der Zeit sind, entscheiden wir uns nach einem kurzen Blick auf die Landkarte spontan, noch einen Abstecher nach Triest in Italien zu machen. Dieser verlängert die Route nur um ca. 10 km, ist auch kein großer Umweg und stellt sich als gute Entscheidung heraus. Gegen 18 Uhr parken wir das Auto direkt an der Uferpromenade, von der aus das Zentrum gut zu Fuß zu erreichen ist.

Leider ist uns das Wetter wieder nicht wohlgesonnen, dennoch sind wir auch hier überrascht über die hübsche Altstadt. Insbesondere der Canal Grande, der rechtwinklig zum Ufer in die Stadt hineinragt und von zahlreichen Palazzi und Straßencafés gesäumt ist, erklärt, warum sich Triest unter österreich-ungarischer Herrschaft als beliebtes Ziel für die Sommerfrische etablieren konnte. Als wir nach einer knappen Stunde zurück zum Auto kommen, setzt über dem Meer im wolkenverhangenen Himmel gerade der Sonnenuntergang ein und lässt uns noch ein wenig verharren, bevor uns die letzten 40 km des heutigen Tages nach Piran in Slowenien führen.

Piran: Gemütlich, übersichtlich, wunderschön

Um 20 Uhr erreichen wir unser Etappenziel, das mit einer Besonderheit aufwartet: Aufgrund der verwinkelten, historischen Altstadt ist das Zentrum von Piran für den Autoverkehr stark beschränkt. Wir dürfen zwar durch die Schranke einfahren, um unser Gepäck im Hotel Piran, unserer Unterkunft für heute, abzuladen, über Nacht müssen wir das Auto aber außerhalb des Zentrums in einem Parkhaus abstellen. Von dort gibt es jedoch einen kostenfreien Shuttle, bei dem uns der Fahrer – ein sehr netter und überzeugter Piraner – bereits einiges über seine Stadt erzählt. Nach einem ausgezeichneten Abendessen mit fangfrischem Fisch im hoteleigenen Restaurant unternehmen wir noch einen ersten Erkundungsspaziergang zum Tartiniplatz (Tartinijev trg) und sind sofort begeistert. Dicht an dicht drängen sich kleine Häuser um den Hauptplatz der Stadt, im Hintergrund wird das Panorama von einem Kirchturm im venezianischen Stil überragt. Kurz vor Mitternacht sind wir zurück im Hotel und freuen uns schon darauf, die Altstadt morgen näher zu erkunden.

Piran - Tartiniplatz
Piran – Tartiniplatz

Weiter geht es hier:
Teil 2: Von Piran nach Zagreb

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