Ein Roadtrip ans Meer (2): Von Piran über Zagreb zurück nach Wien

Europa Ein Roadtrip ans Meer (2): Von Piran über Zagreb zurück nach Wien

Dies ist der zweite Teil des Berichts von unserem Roadtrip über das Osterwochenende. Den ersten Teil findet ihr hier.

Tag 3: Ostersonntag: Piran – Rovinj – Zagreb (330 km)

Frisch gestärkt nach einem guten Osterfrühstück mit Meerblick wollen wir Piran näher entdecken. Die Altstadt liegt auf einer nur knapp einen Kilometer langen, spitz zulaufenden Landzunge. Entsprechend dicht und verwinkelt ist die Bebauung. Bevor wir jedoch in die kleinen Seitenstraßen eintauchen, spazieren wir zunächst am Ufer entlang bis zur Spitze der Halbinsel und genießen von dort den Blick aufs Meer. Außerdem thront hier noch die kleine Kirche St. Clementa (Sv. Klementa), deren Kirchturm eher an eine Burg erinnert. Theoretisch kann man von hier bis nach Triest schauen, das gibt die Sicht heute aber wetterbedingt leider nicht her.

Daher widmen wir uns nun lieber den verwinkelten Gässchen und gelangen so tiefer und tiefer ins historische Zentrum. Nach wie vor sind wir sehr angetan und erklimmen nun die nördliche Klippe, auf der sich die Sankt-Georgs-Kathedrale mit ihrem venezianischen Turm befindet. Die Kirche selbst kann uns von innen nicht überzeugen, allerdings hat man vom Kirchenhof einen schönen Blick über die Altstadt.

Von der Klippe aus geht es weiter bergauf bis zur alten Stadtmauer. Gegen eine geringe Gebühr von 1 EUR pro Person kann man auf diese hinaufsteigen (Achtung: Die Münze muss passend in einen Automaten geworfen werden, gegebenenfalls also vorher Kleingeld besorgen). Das ist auch unbedingt zu empfehlen, die Aussicht auf die Altstadt und das Meer ist schlicht fantastisch! Mit diesen Eindrücken machen wir uns gegen 13 Uhr wieder auf den Weg und wissen schon jetzt, dass es die nächste Station schwer haben wird, uns ähnlich zu beeindrucken.

Panoramablick über den Tartiniplatz (einfach am Bild ziehen):

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Nach knapp 20 Minuten Fahrt sind wir auch schon an der kroatischen Grenze angekommen und stellen einmal mehr fest, wie sehr die EU das Reisen vereinfacht hat. Zwar sind wir hier an der Außengrenze des Schengen-Raums angekommen, Kroatien ist aber seit letztem Sommer auch EU-Mitgliedsstaat. Daher gibt es eine eigene Spur für EU-Bürger, auf dem man beim Zollbeamten nur einmal kurz mit dem Personalausweis wedeln muss und schon wird man durchgewinkt.

Neues Land, neues Mautsystem, in Kroatien gibt es keine Vignette, hier zieht man wie in Italien oder Frankreich an der Autobahnauffahrt ein Ticket und zahlt dann entweder an der Autobahnabfahrt oder immer mal wieder zwischendrin an einer Mautstation.

Etwa eine Stunde später kommen wir in Rovinj an. Auch hier ist das historische Zentrum autofrei, daher gibt es vorher ausreichend Parkmöglichkeiten. Vom Parkplatz aus ist es nur ein kurzer Weg zum Ufer, von wo aus wir einen super Blick auf die Altstadt haben, die auf einer Halbinsel in die Adria hineinragt. Um uns herum herrscht reges Treiben, hier sind schon deutlich mehr Touristen als in Piran und hinter uns werden immer wieder Reisebusse entladen. Wir vermuten, dass irgendwo in der Nähe ein Kreuzfahrtschiff liegt, bei dessen Gästen heute Rovinj auf dem Ausflugsprogramm steht.

Wer uns kennt, weiß, dass wir keine Freunde von großen Menschenmassen sind, deswegen treffen wir nun eine Entscheidung im Sinne des effizienten Reisens. Nachdem uns die Altstadt in Piran schon sehr beeindruckt hat und wir diese fast für uns alleine hatten, verzichten wir darauf, uns hier ins Getümmel zu stürzen und fahren einfach weiter.

Rovinj
Rovinj

Mit 250 km liegt nun eine der längsten Einzelstrecken dieser Reise vor uns und gegen 18:30 Uhr kommen wir im sehr schönen Doubletree by Hilton Zagreb an, in dem wir heute nächtigen werden. Nach dem Einchecken bringen wir nur schnell die Koffer aufs Zimmer, decken uns am Geldautomaten in der Lobby mit Kuna (1 HRK = 0,15 EUR) ein und fahren mit einem sehr günstigen Taxi ins Zentrum, das sich in die Unterstadt (Donji Grad) und die autofreie Oberstadt (Gornji Grad) gliedert.

Wir starten in der Unterstadt an der Kathedrale, in der gerade der Ostergottesdienst zu Ende geht. Über den von schönen alten Gebäuden gesäumten Vorplatz (Kaptol) und den Gemüsemarkt (Dolac) gehen wir zum zentral gelegenen Ban-Jelačić-Platz (Trg bana Jelačića) und von dort über die Praška ulica weiter zum sogenannten Grünen Hufeisen (Zelena potkova), einem Grüngürtel, der sich in U-Form über mehrere Plätze und Parks durch die ganze Innenstadt zieht. Diesem folgen wir, vorbei an der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste, zunächst bis zum sehr schönen Kunstpavillon (Umjetnički paviljon) in der Nähe des Hauptbahnhofs. Hier verweilen wir einen Moment und genießen die angenehme Abendstimmung. Dann führt uns der Weg weiter über den Botanischen Garten (Botanički vrt) und das Kroatische Staatsarchiv (Hrvatski državni arhiv) zum Kroatischen Nationaltheater (Hrvatsko narodno kazalište). Hier endet das Grüne Hufeisen und es sind nur noch ein paar Minuten entlang der Haupteinkaufsstraße Ilica bis hin zur Standseilbahn, die uns in die Oberstadt bringt.

Die Oberstadt ist der älteste Teil Zagrebs, was sich in engen Gassen und sehr schönen Altbauten äußert. Die Straßennamen stehen hier sogar zum Großteil auch noch auf Deutsch auf den Plaketten an den Häusern, ein Überbleibsel der österreich-ungarischen Herrschaft. Nach einem kurzen Spaziergang kommen wir am Markusplatz (Trg svetog Marka) an, dem Zentrum der Oberstadt. In der Mitte des Platzes steht die St.-Markus-Kirche (Crkva svetog Marka), die insbesondere wegen ihres Dachs ein Hingucker ist. Dessen Dachziegel formen nicht nur ein sehr schönes Muster sondern auch die Wappen Kroatiens und Zagrebs. Auf der rechten Seite des Platzes findet sich außerdem das kroatische Parlamentsgebäude (Sabor).

Entlang der Kamenita ulica steigen wir gegen 20:30 Uhr von der Oberstadt wieder hinunter zur Radićeva ulica, der Haupteinkaufs- und Ausgehstraße in Zagreb, in der wir uns ein Restaurant fürs Abendessen suchen wollen. Dabei haben wir jedoch nicht bedacht, dass Kroatien ein sehr katholisches Land ist und deshalb am Ostersonntag nahezu alle Restaurants geschlossen sind. Die wenigen, die auch heute geöffnet haben, sind um diese Uhrzeit natürlich alle schon voll. Daher fahren wir unverrichteter Dinge mit dem Taxi zurück ins Hotel und gönnen uns im hoteleigenen Restaurant noch ein sehr gutes, saftiges Steak, bevor wir uns gegen 23 Uhr ins Bett begeben.

Tag 4: Ostermontag: Zagreb – Eisenstadt – Wien (400 km)

Ihr könnt es euch schon denken, nachdem wir gestern Abend im Prinzip schon alles Wichtige in Zagreb gesehen haben, beschließen wir, direkt nach dem Frühstück unsere Reise fortzusetzen. Zuvor müssen wir jedoch noch die verbleibenden Kuna loswerden und investieren diese in eine Dose der köstlichen Cookies, die wir im Hotel beim Check-In bekommen hatten.

Danach machen wir uns auf den Weg zurück in Richtung Wien, da am Dienstag ja schon wieder die Arbeit ruft. Etwa 400 km liegen vor uns. Wir fahren nach Norden und passieren nach einer knappen Stunde Fahrt die Grenze nach Slowenien. Hier endet plötzlich die Autobahn, wir fahren über eine kleine Landstrasse in Richtung Ptuj und fragen uns, ob wir überhaupt noch richtig sind. Nach etwa 20 Minuten kehrt die Autobahn aber zurück und eine weitere halbe Stunde später sind wir schon wieder in Österreich. Vorbei an Graz nähern wir uns allmählich Niederösterreich. Da wir sehr gut in der Zeit sind und unser Entdeckerdrang natürlich nie gestillt ist, beschließen wir spontan, noch einen Umweg über Eisenstadt, die Hauptstadt des Burgenlands, zu machen.

Eisenstadt ist mit nur 13.500 Einwohnern die kleinste Landeshauptstadt in Österreich und erlangte insbesondere im 18. Jahrhundert Bekanntheit durch das Wirken der ungarischen Fürstenfamilie Eszterházy und ihres Hofkapellmeisters Joseph Haydn. Letzterem gelang durch diese Position sein Durchbruch und ein Großteil seiner Kompositionen entstammt dieser Epoche.

Gegen 16 Uhr kommen wir im Zentrum an und starten unseren Rundgang am Schloss Esterházy. Wir werfen einen Blick in den Innenhof, die Besichtigung der Innenräumlichkeiten lassen wir jedoch aus und gehen lieber weiter in Richtung der malerischen Altstadt. Diese besticht vor allem durch ihre kleinen zweistöckigen Häuser und ihre Beschaulichkeit und wir sind froh, dass wir uns für diesen Abstecher entschieden haben.

Auf dem Weg zurück zum Auto erklimmen wir noch den Stadtberg um die Bergkirche und den Kalvarienberg zu besuchen, ein architektonisch sehr interessantes Ensemble aus Kirche und spiralförmig angelegtem Kreuzweg.

Gegen 17:30 Uhr verlassen wir Eisenstadt und kommen am frühen Abend wieder zuhause in Wien an.

Fazit

Einmal mehr hat sich ein relativ spontan geplanter Roadtrip als voller Erfolg herausgestellt. Alle besuchten Ziele haben sich als sehr gute Wahl herausgestellt und mit Ljubljana, Zagreb und Piran konnten wir drei noch nicht überlaufene und – vielleicht gerade deshalb – wunderschöne Städte entdecken. Aber auch Graz, Rovinj (zumindest von außen) und Eisenstadt haben uns überzeugt und ich kann nur empfehlen: selber anschauen!

Hier die Route noch einmal im Überblick:

Tripline

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Teil 1: Von Wien nach Piran

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Wolfgang
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Hallo, ich bin Wolfgang. Reisen und die Welt erkunden sind meine größten Leidenschaften. Da ich jedoch in Vollzeit arbeite, will ich die Zeit vor Ort so gut wie möglich nutzen - optimiert reisen eben. Darüber schreibe ich hier auf reiseblitz.com und freue mich, wenn du mich dabei begleitest!

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