Die Sonne lacht vom Himmel, um uns herum herrscht reges Treiben. Straßenverkäufer bieten ihre Waren den vorbeigehenden Touristen an. Zahlreiche Tauben versuchen, sich ihren Anteil an den herabfallenden Bröseln der verzehrten Snacks zu sichern. Vor uns ragt majestätisch die Fassade des Duomo di Milano empor und linkerhand sehen wir den pompösen Eingang zur Galleria Vittorio Emmanuele II, der überdachten Luxuseinkaufsmeile der Stadt.

Wir befinden uns mitten in Mailand, wo wir ein verlängertes Wochenende für einen Kurztrip in Kombination mit den oberitalienischen Seen nutzen. Hier vom Domplatz starten wir mit unserem Stadtrundgang. Was es in Mailand an einem Tag zu sehen gibt, lest ihr hier.

Das Zentrum von Mailand

Unser erster Weg führt uns in die Galleria Vittorio Emmanuele II. Die Fassaden der Gebäude in dieser Einkaufspassage sind im imposanten Altbaustil dekoriert. Der Boden ist mit eindrucksvollen Mosaiken geschmückt und über die Gassen spannt sich ein gläsernes Dach, das auch bei Regen ein trockenes Einkaufsvergnügen garantiert.

Wir durchqueren die Passage und kommen auf der Rückseite an der Piazza della Scala heraus, wo sich vor uns die Mailänder Scala, das weltberühmte Opernhaus, aufbaut. In der Scala befindet sich das Theatermuseum, in dem wir nicht nur einen sehr schönen Eindruck von den altehrwürdigen Räumlichkeiten des Gebäudes erhalten, sondern von einer verglasten Loge aus auch einen Einblick in den Vorführungssaal bekommen, in dem gerade Proben für die Premiere von “I Pagliacci” stattfinden.

Von der Scala aus ist es ein nicht allzu langer Spaziergang durch kleine Gässchen, insbesondere die sehr schöne Via Brera bis hin zum Castello Sforzesco. In diesem alten Kastell befinden sich einige Museen. Heute wird vor allem die weitläufige Parkanlage genutzt, in der die Mailänder spazieren gehen, Rad fahren oder einfach nur gemütlich auf der Wiese liegen.

Wir gehen weiter, vorbei an zahlreichen sehr hübschen Altbauten, bis wir bei der Kirche Santa Maria delle Grazie ankommen. Diese ist vor allem dafür bekannt, dass sie das “Letzte Abendmahl” von Leonardo da Vinci beherbergt. Um dieses Fresko zu besichtigen, müsste man sich allerdings schon mehrere Monate vorher um Tickets bemühen, da der Zugang stark begrenzt ist. Das haben wir nicht getan und so schauen wir uns das Gebäude nur von außen an.

Mailands Kanäle

Obwohl Mailand weit im Landesinneren liegt, erwartet uns im Süden der Stadt doch ein bisschen das Flair einer Küstenstadt. Hier durchziehen mehrere Kanäle, sog. Navigli, die umliegenden Stadtviertel. Diese waren früher Teil eines deutlich größeren Netzes, das vorwiegend als Transportweg genutzt wurde. Auch heute noch ist Mailand durch diese Kanäle und weiter über den Fluss Po mit der Adria verbunden.

Auf den Wasserstraßen fahren inzwischen jedoch nur noch Ausflugsboote. Außerdem gibt es zahlreiche kleine Geschäfte, die auf Booten im Wasser schwimmen und auf beiden Seiten der Kanäle reihen sich unzählige Restaurants, Bars und Eisdielen. Gemütlich spazieren wir entlang des Naviglio Grande, dem größten der Kanäle, und freuen uns, dass es hier etwas kühler ist.

Die Domterrassen: Mailand von oben

Das Highlight Mailands haben wir uns für den Abend aufgehoben. Gegen 19:00 Uhr kehren wir zurück zum Dom und fahren mit dem Aufzug bis hoch aufs Dach des Gotteshauses zu den Domterrassen. Die Tickets haben wir vorab schon online gekauft (17 € pro Person zzgl. 2,50 € Servicegebühr), dies ist auch empfehlenswert, um die teils sehr langen Schlangen vor Ort zu vermeiden.

Oben angekommen bietet sich uns ein fantastischer Ausblick. Vom Dom weg breitet sich die Stadt unter uns aus, im Hintergrund reihen sich Mailands Hochhäuser zu einer eindrucksvollen Skyline. Viel spektakulärer ist jedoch der Blick in Richtung Dom. Sehr typisch für eine gotische Kirche schmücken zahllose Bögen, Türmchen und Verzierungen das Kirchenschiff. Unser Weg führt uns mitten durch dieses Labyrinth bis ganz hinauf auf den Dachfirst, von wo aus uns ein weiterer toller Rundblick erwartet. Sehr beeindruckt gehen wir entlang der gegenüberliegenden Dachkante zurück zu einem weiteren Lift, der uns wieder nach unten bringt.

Anschließend schauen wir uns noch ein wenig im Inneren des Domes um. In unserem Ticket sind auch noch die archäologischen Ausgrabungen enthalten, die sich unter dem Dom befinden. Hier sehen wir eindrucksvoll, welche Ausmaße schon die früher an dieser Stelle erbauten Kirchen hatten.

Den Abend lassen wir in einem nahe gelegenen Restaurant gemütlich ausklingen und blicken zurück auf eine interessante Tour durch die zweitgrößte Stadt Italiens. Mailand an einem Tag – das ist sehr gut machbar.

Da wir schon am Vorabend angereist sind und am nächsten Tag noch unseren Mietwagen abholen müssen, sind wir mit einem 48-h-Ticket um 8,25 € pro Person unterwegs. Dieses kann am Automaten gekauft werden und gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel.

Von den Flughäfen kommt man ebenfalls sehr gut in die Stadt. Von Malpensa gibt es einen regelmäßigen Schnellzug. Wir sind jedoch in Linate gelandet. Von dort fährt alle 10 Minuten ein Bus in die Innenstadt, der pro Person 1,50 € kostet.
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