Eine tolle Reise findet nun ihren Abschluss. Unsere letzten Tage in Kanada nutzen wir noch für etwas Sightseeing in Halifax sowie die Erledigung allfälliger Urlaubsaufgaben (Souvenirs, Postkarten, etc.).

Tag 14: Halifax

Wir sind zwar schon seit drei Tagen in Halifax, außer dem reichhaltigen und sehr guten Restaurantangebot haben wir aber noch nicht viel von der Stadt gesehen. Daher ist unser letzter voller Tag in Kanada dafür reserviert, die Hauptstadt Nova Scotias noch etwas näher zu erkunden.

Da unser Hotel sehr zentral liegt, sind die Wege kurz und alles liegt in unmittelbarer Fußnähe. Wir starten direkt neben dem Hotel und erklimmen den Citadel Hill, auf dem sich das sternförmige Fort George befindet. Auf dem Weg nach oben sehen wir ungewöhnlich viele Touristen und hören um uns herum sehr viel Deutsch. Der Blick von oben Richtung Hafen bestätigt unsere Vermutung: Das Kreuzfahrtschiff Aida liegt heute hier vor Anker. Entsprechend gibt es vor dem Eingang zur Zitadelle auch einiges Getümmel. Dies sowie der Eintrittspreis von knapp 9 CAD (~ 6 EUR) pro Person lassen uns entscheiden, die Zitadelle nur von außen zu umrunden, eine schöne Aussicht hat man auch von hier.

Wieder am Eingang angekommen, gehen wir den Berg hinunter, vorbei an der Old Town Clock, einem alten Uhrturm.

Von dort ist es nur ein kurzes Stück bis zum alten Rathaus, das sich seinen Vorplatz mit der gegenüberliegenden St. Paul’s Church teilt.

Halifax wurde zwar schon Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet, auffallend ist jedoch, dass aus dieser Zeit kaum Gebäude erhalten sind. Dies ist vor allem auf die Halifax-Explosion im Jahr 1917 zurückzuführen, die eine der schwersten nicht-nuklearen Explosionen der Menschheitsgeschichte war. Damals kollidierte im Hafen ein französisches Munitionsschiff mit einem norwegischen Frachter, wobei die Munition in Brand geriet. Die daraus resultierende Explosion war so heftig, dass sie noch an der 300 km entfernten Ostküste Nova Scotias zu hören war, im Umkreis von 70 km Scheiben zu Bruch gingen und quasi die gesamte Innenstadt von Halifax dem Erdboden gleichgemacht wurde. Fast 2.000 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Umso erstaunlicher ist es, dass es überhaupt noch ein paar historische Gebäude gibt. Mit diesem Wissen im Hinterkopf machen wir uns auf zum nächsten Ziel, der Hafenpromenade. Diese ist sehr schön restauriert und wir schlendern gemütlich entlang des Wassers in Richtung des Fährterminals.

Von hier starten die Fähren zur auf der anderen Seite der Bucht gelegenen Stadt Dartmouth. Da auf dieser Verbindung reger Verkehr herrscht, ist die Fähre ins öffentliche Nahverkehrssystem eingebunden. So gibt es alle 15-30 Minuten eine Abfahrt und die Hin- und Rückfahrkarte ist für sehr günstige 2,50 CAD (~ 1,70 EUR) pro Person zu haben. Uns geht es jedoch eigentlich gar nicht um Dartmouth, wir interessieren uns nur für die Aussicht auf Halifax von der Fähre aus. Daher setzen wir mit dem nächsten Schiff über, gehen einmal die – aus sicherheitstechnischen Gründen erforderliche – Runde durch das Fährterminal und fahren direkt mit dem gleichen Schiff wieder zurück. Während der Fahrt bietet sich ein schönes Panorama über die Bucht und die Skyline der Stadt.

Wieder auf der anderen Seite angekommen, spazieren wir noch ein wenig durch die Historic Properties, eine Ansammlung restaurierter alter Häuschen, sowie entlang der Uferpromenade mit Blick auf die Leuchtturminsel Georges Island.

Zuletzt machen wir noch einen Abstecher in die nördlich der Innenstadt gelegenen Public Gardens, eine sehr schönen Parkanlage, die schon seit den 1860er-Jahren existiert.

Hier gelingt mir auch endlich das schon länger geplante Beweisfoto, das eindeutig zeigt, woher die kanadische Flagge rührt.

Danach kehren wir zurück ins Hotel, wo wir den restlichen Nachmittag dazu nutzen, Postkarten zu schreiben und unsere Koffer zu packen. Den letzten Abend lassen wir gemütlich im Bistro Le Coq ausklingen, einem sehr netten und ganz ausgezeichneten französischen Restaurant. Unser Kellner ist ebenfalls sehr nett und bringt uns durch seine charmante Art nach ersten Hemmungen tatsächlich dazu, den ganzen Abend Französisch mit ihm zu sprechen.

Tag 15: Abreise

Nachdem wir noch einmal ausgiebig im Hotel frühstücken, machen wir uns gegen 11:00 Uhr auf den Weg zum Flughafen. Wir geben unseren Mietwagen ab, meistern die letzten Komplikationen beim Check-In und starten um 13:45 Uhr pünktlich in Richtung Toronto. Dort kommen wir gegen 15:30 Uhr an und nutzen die Wartezeit dafür, noch einmal einen sehr guten Burger und eine Poutine zu essen. Um 19:00 Uhr startet schließlich unser Weiterflug und am nächsten Morgen kommen wir um 8:50 Uhr wieder in Wien an, wo eine tolle Reise endet.

Zusammenfassung und Fazit

Zwei Wochen Kanada liegen hinter uns, in denen wir unglaublich viel erlebt haben. In meiner Reisevorschau hatte ich von 2.300 km geschrieben, das war eine hoffnungslose Fehleinschätzung, da ich diese nur grob anhand des direktesten Wegs zwischen unseren Hauptstationen ermittelt hatte. Durch die vielen Seitenarme unserer Reise und die Fahrten in den Nationalparks waren es am Ende der Reise laut Abrechnung unserer Mietwagenanbieter stolze 3.955 km. Ins Verhältnis gesetzt entspricht dies in etwa der Strecke von Wien nach Teheran im Iran, was einmal mehr die gigantischen Ausmaße des nordamerikanischen Kontinents zeigt. Nicht umsonst ist Kanada das zweitgrößte Land der Welt. Die komplette Route mit allen Stopps gibt hier noch einmal in der Übersicht:

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Es war eine sehr abwechslungsreiche Reise, von der 2,6 Millionen-Stadt Toronto bis hin zu den menschenleeren Nationalparks war alles dabei. Die fantastischen Farben des Indian Summer werteten die Tour zusätzlich auf, der Herbst ist aus unserer Sicht die ideale Reisezeit für diese Region. Ein, zwei Wochen früher wären aus Sicht der Öffnungszeiten sicher nicht verkehrt gewesen, wir waren aber auch so vollauf zufrieden.

Kanada als Land ist auf jeden Fall uneingeschränkt zu empfehlen. Reisen ist dort sehr unkompliziert. Man kann fast überall mit Kreditkarte zahlen. Geldautomaten gibt es aber auch in entlegeneren Regionen. Einzige Tücke dabei: Nicht alle akzeptieren die VISA-Card, sodass manchmal zwei bis drei Anläufe an verschiedenen Stationen nötig sind. Ein weiterer Pluspunkt sind neben der atemberaubenden Natur die unglaublich netten und hilfsbereiten Menschen. Scheinbar jeder freut sich über Besuch aus dem Ausland und ist ehrlich interessiert, schlechte Laune oder Unfreundlichkeit gegenüber Kunden kommt nicht in Frage.

Wie mehrere ehemalig britische Länder hat auch Kanada ein paar interessante Eigenheiten. So findet zwar offiziell das metrische System Anwendung, die imperialen Einheiten werden aber parallel dazu ebenso verwendet. Getränkeangaben auf Speisekarten finden wir üblicherweise in Flüssigunzen (1 fl. oz = 29,57 ml), Gewichte (z. B. für ein Steak) in gewöhnlichen Unzen (1 oz. = 28,35 g) oder Pfund (1 lb = 453,59 g). Geny und Daniel haben uns erzählt, dass sie Entfernungen zwar in Metern und Kilometern angeben, ihre Körpergröße aber nur in Feet (1 ft = 30,48 cm) und Inch (1“ = 2,54 cm) kennen (1,80 m entspricht etwa 5 ft 11“). Ebenso werden Lufttemperaturen auf der Celsiusskala angegeben, für Wassertemperaturen (z. B. im Meer oder Pool) verwendet man aber Fahrenheit. Daher empfiehlt es sich, eine Umrechnungstabelle oder -app dabeizuhaben, damit man nicht wie wir beim ersten Restaurantbesuch leicht verwirrt ob der Größen ist.

Ebenfalls sehr interessant fand ich den recht entspannten Umgang mit der Zweisprachigkeit. Zumindest in den von uns besuchten Regionen konnte fast jeder auf Knopfdruck zwischen Englisch und Französisch umschalten, unabhängig davon, welche die offizielle Sprache der Provinz war. Auffallend im französischen Teil war außerdem die extreme Häufung von Heiligen in den Ortsnamen. Auf fast jedem Wegweiser fand sich zumindest ein Saint- oder eine Sainte-. Dabei war von eher klassischen Heiligen, wie z. B. Saint-Georges bis hin zum tatsächlich existierenden Ort Saint-Louis-du-Ha! Ha! alles dabei.

Zusammenfassend bleibt mir zu Kanada zu sagen: Wer noch nicht da war, unbedingt hinfahren, es ist die Reise auf jeden Fall wert! Abschließend möchte ich CANUSA nicht unerwähnt lassen. Über diesen Veranstalter haben wir einen Großteil der Reise gebucht und waren mit dem Service, sowie der Möglichkeit, die Reise nach unseren individuellen Wünschen zu gestalten, sehr zufrieden.

Wenn ihr weiterführende Fragen zum Land oder zu unserer Reiseroute habt, hinterlasst einen Kommentar oder postet sie auf meiner facebook-Seite. Alternativ könnt ihr mich natürlich auch einfach fragen.

Bis zur nächsten Reise!

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