Beeindruckende Niagarafälle: Ein Tagesausflug von Toronto

Nordamerika Kanada Beeindruckende Niagarafälle: Ein Tagesausflug von Toronto

Die Niagarafälle gehören wohl zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Nordamerikas. Fast 60 Meter rauscht das Wasser des Niagara Rivers hier an der Grenze zwischen Kanada und den USA in die Tiefe. Ein Tagesausflug von Toronto ist eine ideale Möglichkeit, dieses faszinierende Naturschauspiel zu erleben.

Mit dem Auto zu den Niagarafällen

Die Anreise von Toronto über den Queen Elizabeth Way ist einfach. Für die 130 Kilometer über die gut ausgebaute Autobahn brauchst du je nach Verkehr etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Parkplätze gibt es vor Ort zuhauf, je näher du an den Fällen parkst, desto höher die Parkgebühr. Unser Stellplatz liegt direkt gegenüber der kanadischen Horseshoe Falls und erlaubt uns gleich einen tollen Ausblick auf die Fälle. Schon sehen wir auch die amerikanischen Maids of the Mist und die kanadischen Hornblower. Mit diesen kleinen Booten lassen sich die Besucher tief in das Hufeisen der Fälle hineinfahren.

Blick auf die Niagarafälle vom Parkplatz
Unablässig stürzt das Wasser mit lautem Getöse in die Tiefe.

Der erste Weg führt uns zum Welcome Center, das direkt gegenüber den amerikanischen Fällen liegt. Auch dort genießen wir zunächst die Aussicht. Dann gilt es, bei der Vielzahl der angebotenen Tickets und Pakete den Durchblick zu behalten. Letztendlich entscheiden wir uns für den Adventure Pass Classic, der uns Zugang zu vier Attraktionen rund um die Fälle gibt: Den White Water Walk, die Hornblower Niagara Cruise, die Journey Behind the Falls und Niagara’s Fury. Genau in dieser Reihenfolge besuchen wir die Attraktionen auch. Praktisch: Den Shuttlebus zwischen den einzelnen Stationen dürfen wir mit dem Pass ebenfalls kostenfrei benutzen.

Amerikanische Niagarafälle
Die amerikanischen Niagarafälle sind auch schön, können aber nicht mit dem kanadischen Hufeisenfall mithalten.

White Water Walk

Der White Water Walk ist ein beeindruckender Spaziergang entlang des Niagara River. Nachdem er die 57 Meter hohen Niagarafälle hinabgestürzt ist, rauscht der Fluss mit fast 70 km/h durch den nachfolgenden Canyon. Dort bildet er sehr gefährliche Stromschnellen. Entlang eines Holzstegs unten ganz nah am Fluss können wir die Wucht des Wassers förmlich spüren und haben noch dazu einen atemberaubenden Ausblick in die Schlucht.

Blick auf die Stromschnellen des White Water Walk
Der Name „White Water“ kommt nicht von ungefähr.

Hornblower Cruise

Nach diesem tollen Einstieg folgt direkt das nächste Highlight: Wir steigen in eines der Hornblower-Schiffe. Ausgestattet mit einem dringend notwendigen Regenponcho wollen wir uns die Horseshoe-Fälle aus der Nähe ansehen. Einmal mehr wird die wahre Gewalt des Wassers deutlich. Langsam kämpft sich das kleine Schiff gegen die Strömung immer weiter in das Hufeisen hinein.

Niagarafälle Hufeisen mit Maid-of-the-Mist-Schiff
Die kleinen Maid-of-the-Mist-Schiffe kämpfen mutig gegen die starke Strömung an.

Nach kurzer Zeit haben wir das Gefühl, dass um uns herum überall nur noch Wasser ist. Es rauscht und sprüht überall und die viele Gischt lässt uns kaum noch atmen. Vor uns ragt eine fast 60 Meter hohe flüssige Wand empor, die unablässig in die Tiefe stürzt. Kurz vorher haben wir gelernt, dass die Strömung pro Minute etwa 60 Tonnen Gestein und Sediment mitreißt. Dadurch sind die Fälle im Laufe der Jahrtausende fast 18 Kilometer flussaufwärts gewandert.

Jessi und Wolfgang mit Regenponchos
Die Regenponchos sind auch bei trockenem Wetter unbedingt empfehlenswert!

Journey Behind The Falls

Die „Reise hinter die Fälle“ gibt uns noch einmal völlig neue Einblicke. Durch einen künstlich angelegten Tunnel gehen wir unterirdisch gut 200 Meter hinter den Fällen entlang. Dabei spüren und hören wir stets das tiefe Dröhnen der Fälle. Der Tunnel hat an zwei Stellen Öffnungen, durch die wir von hinten auf die Fälle schauen können. Außer grauer Gischt sehen wir zwar nicht viel, trotzdem ein tolles Erlebnis. Der krönende Abschluss folgt auf dem Rückweg zum Lift. Dort stehen wir auf einer Aussichtsplattform seitlich ganz nah an den Fällen und genießen ehrfürchtig dieses Spektakel.

Seitenansicht der Niagarafälle - Journey behind the Falls
Direkt an der Wasserkante zu stehen ist unglaublich beeindruckend.

Niagara’s Fury

Zuletzt besuchen wir „Niagara’s Fury“. Dieses 4D-Kino zeigt einen Film über die Entstehung der Fälle. Getreu dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ werden wir mit Rüttel- und Wassereffekten ins Geschehen eingebunden. Ganz nett. Wäre es nicht im Ticket inkludiert gewesen, hätten wir es uns aber auch sparen können.

Whirlpool Rapids

Deutlich beeindruckender geht es für uns auf dem Weg nach Norden weiter. Wir halten bei den „Whirlpool Rapids“, wo sich der Indian Summer von einem Aussichtspunkt aus zum ersten Mal in seiner vollen Pracht vor uns entfaltet. Der Whirlpool ist eine geologische Besonderheit. Durch einen Erdrutsch ist hier ein nahezu kreisförmiges Becken an einer Flussbiegung entstanden. Statt der Biegung direkt zu folgen, dreht das Wasser nun eine Schleife durch das Becken. So entsteht ein riesiger Strudel, der – von bunten Bäumen gesäumt – ein beeindruckendes Bild ergibt.

Bunte Bäume rund um die Whirlpool Rapids
Gemächlich mahlt der Wasserstrudel der Whirlpool Rapids vor sich hin.

Niagara-on-the-Lake

Zuletzt machen wir noch einen Abstecher nach Niagara-on-the-Lake. Dieses kleine, idyllische Dörfchen liegt etwa 30 Kilometer nördlich der Fälle direkt am Ontariosee. Von ein paar Felsen am Ufer genießen wir einen wunderbaren Sonnenuntergang, bevor wir uns auf den Rückweg nach Toronto machen.

Sonnenuntergang über dem Ontariosee
Sonnenuntergang über dem Ontariosee – herrlich!

Fazit

Einen Tagesausflug zu den Niagarafällen solltest du bei einem Aufenthalt in Toronto unbedingt einplanen. Der Herbst bietet sich dafür besonders an. Zum einen sind viel weniger Leute dort und die einzelnen Stationen nicht so überlaufen. Zum anderen bietet der Indian Summer eine fantastische Kulisse für einen Besuch. Wenn du nicht selbst fahren möchtest, findest du vor Ort zahlreiche Angebote für Tagesausflüge mit dem Bus.

Anders, aber auch schön: Die Niagarafälle ein paar Jahre früher im Hochsommer.

Für uns waren die Niagarafälle auf jeden Fall eine tolle Station auf unserem Ostkanada-Roadtrip. Unsere gesamte Route stellen wir dir in unserem Beitrag Ostkanada in 14 Tagen: Ein Roadtrip im Indian Summer vor. Weitere tolle Wasserfälle findest du in unseren Artikeln Zwei Tage Victoria-Fälle: Zu Fuß von Simbabwe nach Sambia und Zwei Tage Iguazu-Wasserfälle: Naturwunder in Brasilien und Argentinien.

Reisetipps Niagarafälle

Reiseinfos Kanada

Sprache:Englisch, Französisch
Zeitzone:MEZ -4:40 bis -9, UTC -3:30 bis -8, teilweise Sommerzeit
Währung:Kanadischer Dollar (CAD), 1 CAD (~ 0,67 EUR) = 100 Cent. Wie in den USA ist die Mehrwertsteuer nie in die ausgewiesenen Preise eingerechnet. Sie variiert nach Provinz und beträgt zwischen 5 und 15 %.
Strom/Adapter:110 V/60 Hz, Adapter Typ A/B * (wie USA) notwendig
Roadtrip-Info:Rechtsverkehr. Die Straßen sind breit und gut ausgebaut, die Autos daher oft entsprechend überdimensioniert. Sicherheitshalber solltest du einen internationalen Führerschein dabeihaben, da das europäische Scheckkartenformat nicht überall anerkannt wird. Parkverbotszonen sind deutlich gekennzeichnet.

Tempolimit je nach Provinz außerorts und auf Autobahnen 80-110 km/h, innerorts 40-50 km/h.

Achtung: Auch tagsüber muss das Abblendlicht eingeschaltet sein.

Achtung: An Schulbussen, die mit Warnblinkanlage halten, darfst du nicht vorbeifahren.

Auf manchen Streckenabschnitten oder Brücken ist eine Maut zu entrichten. Dafür wird dein Kennzeichen erfasst und der Betrag direkt von der beim Autovermieter hinterlegten Kreditkarte abgebucht.
Trinkgeld Restaurant:Wie in den USA leben die Kellner vom Trinkgeld. Man gibt also mindestens 15 %, wenn man zufrieden war, auch mehr. Kann direkt ins Kreditkartengerät eingegeben oder bar auf dem Tisch hinterlassen werden
Trinkgeld Taxi:Im Taxi rundet man den Fahrpreis ebenfalls um etwa 15 % auf.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 1-2 CAD pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 CAD pro Tag, da das Reinigungspersonal nicht immer dasselbe ist, hinterlässt man das Geld täglich im Zimmer, deutlich als Trinkgeld erkennbar.


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Wolfgang
Wolfganghttps://www.reiseblitz.com
Hallo, ich bin Wolfgang. Reisen und die Welt erkunden sind meine größten Leidenschaften. Da ich jedoch in Vollzeit arbeite, will ich die Zeit vor Ort so gut wie möglich nutzen - optimiert reisen eben. Darüber schreibe ich hier auf reiseblitz.com und freue mich, wenn du mich dabei begleitest!

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