Ein Wochenende in Bad Tatzmannsdorf: Erholung, Ballonfahren und Genuss

Mitteleuropa Österreich Ein Wochenende in Bad Tatzmannsdorf: Erholung, Ballonfahren und Genuss

„Slow down and relax“ — Mit dieser Aufforderung lockt das kleine Bad Tatzmannsdorf im Südburgenland seine Gäste. „Tatz“, wie die Einwohner ihre Heimat liebevoll nennen, erlangte zunächst als Kurort Bekanntheit. Die Gemeinde ist der einzige Ort in Österreich, der gleich drei natürliche Heilmittel zu bieten hat: Thermalwasser, kohlensäurehaltiges Mineralwasser und Heilmoor. Über die Jahre entstand jedoch ein vielfältiges Freizeitangebot zum genussvollen Abschalten für alle Altersgruppen. Ob der Thermenort seinem Slogan gerecht wird, durften wir zu Land, zu Wasser und sogar in der Luft testen.

Entspannen und abschalten im Avita Resort

Wo Thermalquellen sprudeln, sind Thermalbäder nicht weit. Ganze sechs Stück hat Bad Tatzmannsdorf zu bieten. Jedes richtet sich an eine andere Zielgruppe. Ob Familien, Paare, Einzelreisende, Golf-Fans, Reha-Patienten oder Kurgäste, es gibt für jedes Alter und jede Geldbörse ein Angebot. Eines davon ist das Avita Resort mit angeschlossenem Hotel. Hier findest du mehrere Schwimmbecken, einen Naturbadeteich und eine Saunalandschaft. Nun sind wir keine Wellness-Experten, die Vielfalt des Angebots hat uns aber auf jeden Fall beeindruckt.

Infinity-Pool mit Blick auf Bad Tatzmannsdorf
Der Infinity-Pool ist Teil des Avita-Exklusivbereichs, steht also nur Hotelgästen zur Verfügung.

Besonders schön ist der Naturbadeteich. Er kommt ohne Chlor aus, ist mit schönen Seerosen bewachsen und nicht beheizt. Genau richtig also bei 36 Grad Lufttemperatur. Im Außenbereich der Therme findest du außerdem ein kleines Freilichtmuseum mit traditionellen historischen Häusern aus der Region.

Naturbadeteich mit Seerosen und Liegestühlen
Erfrischung im Naturbadeteich

Wenn du dir eine Auszeit vom Alltag nehmen möchtest, erwartet dich im Avita Premium Spa eine große Auswahl an Behandlungen. Als Paar sogar gemeinsam in einer Spa Suite. Wir kommen in den Genuss einer entspannenden Kopf-Schulter-Nacken-Massage. Insbesondere Wolfgang spürt dabei deutlich, wie ein Bürojob den Körper verspannen kann.

Spa-Suite mit zwei Massageliegen
In der Spa-Suite ist Platz für zwei.

Eine Sauna mit Minusgraden

Eine Besonderheit des Avita Resort ist das große Saunaangebot. 25 Schwitzbäder aller Temperaturen stehen dir zur Verfügung. Wir befreien unsere Atemwege im Kräuterdampfbad, entspannen in der verwinkelten Bergwerksauna und dörren bei 65 °C in der Darre langsam vor uns hin. Nebenan im Kellerstöckl findet alle halbe Stunde ein Uhudler-Aufguss statt, nach dem der charakteristische Geruch der Traube durch den Liegebereich im Freien zieht. Dieser ist großzügig gestaltet und hat mehrere Schwimmbecken für ungetrübtes Freikörpervergnügen. Aus naheliegenden Gründen sind Fotos hier nicht erlaubt.

Eine Besonderheit ist die in Österreich einzigartige Schneesauna. Bei -11 bis -5 °C rieselt Kunstschnee herab und hüllt den Raum in weiß. Die niedrigen Temperaturen ermöglichen ein sanftes Abkühlen nach dem Saunagang und sind eine schöne Alternative zum sonst üblichen eiskalten Wasserschwall.

Schneesauna mit Kunstschnee
Schnee das ganze Jahr in der Schneesauna.

Über den gesamten Thermenbereich verteilt findest du gemütliche Ruhezonen und Entspannungsräume. Insgesamt sind wir sehr angetan von Therme und Hotel und merken, dass sich schnell ein Erholungseffekt bei uns einstellt. Somit können wir nun völlig tiefenentspannt in die Luft gehen.

Entspannungsliege mit Vorhängen
Entspanntes Zurückziehen ist im Avita Resort fast überall möglich.

Im Heißluftballon übers Burgenland

Einmal im Heißluftballon über die Landschaft schweben, das stand schon lange auf unserer Wunschliste. In Bad Tatzmannsdorf ist das möglich. Den ganzen Tag über bangen wir insgeheim, ob das Wetter mitspielen wird. Damit der Start glückt, müssen die Konditionen genau stimmen. Niederschlag oder zu starke Aufwinde machen eine Ballonfahrt unmöglich. Leichter Wind muss aber wehen, sonst kommt der Ballon mangels Motor nicht vom Fleck. Frühmorgens oder am frühen Abend sind die Konditionen meist am besten. Gespannt sitzen wir also am Rand der Startwiese und beobachten die ersten Aufbauten.

Vorbereitungen für den Ballonstart - liegender Korb und verpackter Ballon
Die Vorbereitungen laufen. In der Tasche links findet der komplette Ballon Platz.

Dann wird klar, es klappt. Flugs werden wir in die Startvorbereitungen eingebunden. Zunächst gilt es, den 25 Meter langen Ballon gerade auf der Wiese auszurollen. Anschließend spannen wir auf beiden Seiten der Luftöffnung die Seile. Eine kleine Windmaschine sorgt für den nötigen Luftzug, um die riesige Hülle langsam mit Luft zu füllen.

Ballonpilot in der Hülle während den Vorbereitungen.
Während sich die Hülle langsam mit Luft füllt, prüft der Pilot die Seile im Inneren.

Jetzt wird es ernst. „Es wird gleich etwas heiß. Ihr lasst die Schnüre aber erst los, wenn ich es sage“, erklärt unser Pilot Martin. Er zündet den Brenner und erhitzt mit gezielten Feuerstößen die Luft im Inneren des Ballons. Nach einer Weile erhebt sich die Hülle langsam. Zuletzt richtet sich der Korb auf und wir dürfen einsteigen. Nach ein paar weiteren Flammenschüben fangen wir an, leicht waagerecht zu rutschen. Erst langsam, dann immer schneller bis die Gondel schließlich den Kontakt zum Boden verliert. Wir gewinnen schnell an Höhe und die Fahrt beginnt.

Abhebender Ballon mit Bad Tatzmannsdorf im Hintergrund
Startbahnen sind für Ballons nicht nötig. Eine einfache Wiese reicht.

Warum „fährt“ man Ballon?

Während wir steigen, erklärt uns Martin viele interessante Infos zum Ballonfahren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatten die Gebrüder Montgolfier beim französischen König endlich die Erlaubnis erkämpft, ihre kühne Erfindung mitten in Paris auszuprobieren. Eine mit erhitzter Luft gefüllte Leinwandkugel sollte die beiden in die Höhe befördern. Der Versuch glückte und eine neue Art der Fortbewegung war geboren. Doch wie sollte die korrekte Bezeichnung lauten? Schnell einigte man sich darauf: Seefahrer fahren im Segelschiff mit dem Wind über das Meer. Folglich fahren Ballonfahrer im Ballon mit dem Wind durch die Lüfte.

Blick aus dem Ballonkorb nach unten auf Bad Tatzmannsdorf
Freie Sicht in alle Richtungen

Und die Beschreibung passt. Der Ballon ruckelt nicht und ganz sanft gleiten wir nahezu lautlos über das Burgenland. Unterbrochen wird die Stille nur gelegentlich durch das Fauchen des Gasbrenners. Mit gut 10 km/h brechen wir zwar keine Geschwindigkeitsrekorde. Dafür haben wir umso mehr Zeit, die atemberaubenden Blicke aus der Gondel zu genießen. Auf einer Höhe von 2.100 Metern reicht die freie Rundumsicht weit über das Südburgenland.

Aussicht über das Burgenland. Im Vordergrund der zweite Ballon.
Die sanften Hügel des Südburgenlands

Eine meisterliche Punktlandung

Ballonfahrten haben eine weitere natürliche Begrenzung. Wenn das Tageslicht verschwindet, muss der Ballon am Boden sein. Langsam senkt sich die Sonne über den Hügeln und Martin schaut sich nach einem geeigneten Landeplatz um. Gerade fahren wir oberhalb des Stadtzentrums von Oberwart, hier ist landen also nicht möglich.

Sonnenuntergang über Oberwart
Sonnenuntergang über Oberwart

Allmählich sinken wir in Richtung der angrenzenden Wiesen und Wälder. Immer näher kommen wir den Baumwipfeln und erleben ganz neue Vogelperspektiven. Mehr und mehr Details werden sichtbar, plötzlich springt unter uns ein Reh aus dem Gebüsch und jagt davon. Eine Landewiese ist jedoch immer noch nicht in Sicht. Kein Problem für Martin. „Wir landen auf dem Weg da vorne“, sagt er. Und tatsächlich: Mit nur einer Handbreit Platz unter dem Korb gleiten wir über die Ähren eines Getreidefelds. Kurz darauf richtet unser Pilot den Ballon aus und setzt ihn souverän auf dem keine zwei Meter breiten Kiesweg zwischen zwei Feldern ab.

Blick auf ein Getreidefeld kurz vor der Landung
Bitte bereitmachen zur Landung!

Als wir ausgestiegen sind, hebt er mit der Gondel wieder ein paar Zentimeter ab und wir ziehen das Gespann auf eine nahegelegene Lichtung. Dort parkt er den Korb zielsicher direkt auf dem Anhänger und lässt die Hülle langsam absinken. Ein wahrer Meister seines Fachs! Schnell wird alles wieder zusammengepackt und wir machen uns auf den Rückweg nach Bad Tatzmannsdorf. Ein wirklich unglaublich schönes Erlebnis geht zu Ende und wir werden sicher nicht zum letzten Mal auf diesem Weg in die Lüfte gestiegen sein!

Ballon liegt am Boden und wird langsam geleert
Während der Korb schon auf dem Anhänger steht, entweicht langsam die warme Luft.

Ballonfahren kannst du in Bad Tatzmannsdorf das ganze Jahr über. Besonders schön ist es bei der Nacht der Ballone, wenn sich 10 bis 15 der wunderbaren Gefährte gemeinsam in den Himmel erheben.

Auf Erkundungstour durch die Region Bad Tatzmannsdorf

Viele Übernachtungsbetriebe in Bad Tatzmannsdorf bieten die Möglichkeit, kostenfrei oder für kleines Geld ein E-Bike auszuleihen. Ideal, um die Gegend näher zu erkunden. Derzeit erarbeitet die Gemeinde verschiedene Routenvorschläge für schöne Touren durch die gesamte Region, die demnächst auch markiert und ausgeschildert werden sollen. Für Sportler gibt es das heute schon. Über ein Leitsystem sind in der Lauf- und Walkingarena Bad Tatzmannsdorf mehr als 200 Kilometer Lauf- und Wanderwege in sechs Gemeinden vernetzt.

Landschaft rund um Bad Tatzmannsdorf mit E-Bike im Vordergrund
Mit dem Elektrofahrrad durchs Südburgenland

Süße Köstlichkeiten aus der Pralinenmanufaktur Spiegel

Gleich in der Nähe des Avita-Resorts liegt das Hotel-Restaurant Spiegel. Der kleine Betrieb empfängt jedoch nicht nur Gäste, sondern bietet auch eine besondere Leckerei an. In der hauseigenen Manufaktur entstehen jeden Tag rund 6.000 Pralinen in 60 bis 120 verschiedenen Sorten. Die Schokolade kauft Chef Edgar Spiegel zu, alle anderen Schritte werden noch weitgehend von Hand erledigt.

Durch Spachteln wird die Schokolade auf die richtige Temperatur heruntergekühlt.
Die flüssige Schokolade muss für die nächsten Schritte auf die richtige Temperatur heruntergekühlt werden.

Bei den Füllungen setzt das Team nicht nur auf klassische Sorten, sondern legt auch Wert auf ungewöhnliche Produkte wie portugiesisches Quellsalz, Basilikumganache oder die burgenländische Uhudler-Traube. Da müssen wir natürlich sicherheitshalber probieren, ob das auch wirklich schmeckt. :) Tut es! Somit sei dir ein Besuch definitiv empfohlen.

Pralinen mit verschiedenen Formen und Mustern
Eine kleine Auswahl des riesigen Sortiments

Nachhaltigkeit erleben auf dem Naturhof Schranz

Im Nachbardorf Oberschützen lernen wir ein ganz besonderes Projekt kennen. Hier hat das Ehepaar Schranz in den letzten Jahren in nahezu reiner Handarbeit einen konventionellen Bauernhof in einen Naturhof umgewandelt. Schweres landwirtschaftliches Gerät kommt kaum zum Einsatz. Selbst gepflügt wird von Hand, um die Erosion des Bodens zu verhindern. Die üblichen Getreidesorten bauen die beiden immer weniger an. Stattdessen wachsen bei ihnen verschiedene alte, teilweise fast vergessene Kulturpflanzen. Einkorn, Buchweizen, Leindotter und auch Industriehanf. Insbesondere letzterer hat ihnen im Ort einiges Stirnrunzeln eingebracht, da die Nutzpflanze der Rauschpflanze zum Verwechseln ähnlich sieht.

Einkorn-Heidelbeer-Kuchen und eine Tischdekoration aus Industriehanfblättern
Einkorn-Heidelbeer-Kuchen und Blütensirup mit Tischdeko aus Industriehanf

Dabei war Hanf früher das Multitalent schlechthin. Die widerstandsfähigen Fasern wurden zu Kleidung, Segeln, Schiffstauen und sogar Papier für die erste Gutenberg-Bibel. Aus den Hanfnüssen entsteht aromatisches Öl oder eine geröstete Knabberei. Berauschende Substanzen enthält Industriehanf so gut wie gar nicht. „Da müsstest du 15 Hektar auf einmal rauchen, damit du überhaupt irgendwas spürst“, schmunzelt die sympathische Betreiberin Astrid. Im kleinen Hofladen verkauft sie die vielen spannenden Produkte und findet großen Zuspruch. Bald will sie das Angebot um Kurse zu Kräuterkunde, Naturkosmetik und gesundem Kochen erweitern. Wir sind sehr beeindruckt, mit wie viel Herzblut die beiden für Ihr Projekt brennen! Alle Infos zu Angebot und Kursen findest du auf der Naturhof-Homepage.

Regal mit verschiedenen Produkten im Hofladen
Alle Produkte im Hofladen stellt Familie Schranz selbst her.

Fazit

Wieder einmal sind wir beeindruckt, wie vielfältig unsere wunderbare Wahlheimat Österreich ist. Und wieder einmal haben wir tolle Menschen kennengelernt. Der selbstgewählte Slogan „Slow down and relax“ könnte für das gemütliche Bad Tatzmannsdorf aus unserer Sicht kaum treffender sein. Wenn du also auf der Suche nach Entschleunigung und Entspannung bist, wirst du hier sicher fündig!

Bloggergruppe im Heißluftballon
Blogger im Ballon

Weitere Eindrücke von diesem schönen Wochenende liest du bei unseren lieben BloggerkollegInnen:


Offenlegung: Wir wurden vom Tourismusverband Bad Tatzmannsdorf in Kooperation mit dem Avita Resort zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Meinungen in diesem Artikel basieren auf unseren eigenen Erfahrungen.

Reisetipps Bad Tatzmannsdorf

Hoteltipp

Avita Resort **** Superior
Thermenplatz 1
7431 Bad Tatzmannsdorf
Avita Resort auf booking.com *

Nicht nur der Thermenbetrieb überzeugt im Avita. Die großzügig geschnittenen Zimmer mit Terrasse oder Balkon sind klimatisiert und gemütlich eingerichtet. Hotelgäste haben außerdem Zugang zu einem eigenen Spa- und Wellnessbereich. Das gute Frühstücksbuffet, leichte Snacks zu Mittag und abends schöne Menüs sind in der Halbpension plus eingeschlossen. Gratis WLAN, Parkplätze kostenfrei direkt vorm Haus. Kostenloser E-Bike-Verleih.

Transport vor Ort

Wenn du kein eigenes Auto hast und trotzdem flexibel unterwegs sein möchtest, steht dir innerhalb des gesamten Gemeindegebiets von Bad Tatzmannsdorf das kostenfreie TATZ Taxi zur Verfügung. Betrieb von Montag bis Samstag 07.00 bis 12.30 Uhr und 14.00 bis 23.00 Uhr.

Bereits mehrere Hotels bieten zum Teil kostenlos E-Bikes zum Ausleihen an.

Die Bahnstrecke nach Bad Tatzmannsdorf wurde vor vielen Jahren stillgelegt, öffentlich ist die Stadt daher nur mit dem Postbus erreichbar.

Restauranttipps

Gasthaus Treiber
Jormannsdorferstraße 52
7431 Bad Tatzmannsdorf
www.burgenlandurlaub.at

Das Gasthaus Treiber liegt etwas unscheinbar hinter einer Tankstelle. Der Eindruck eines Raststättenlokals täuscht jedoch gewaltig. Inhaber Herbert Treiber und Tochter Maria Treiber haben beide internationale Gastronomieerfahrung und servieren sehr gute, moderne österreichische Küche.

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Wolfgang
Wolfganghttps://www.reiseblitz.com
Hallo, ich bin Wolfgang. Reisen und die Welt erkunden sind meine größten Leidenschaften. Da ich jedoch in Vollzeit arbeite, will ich die Zeit vor Ort so gut wie möglich nutzen - optimiert reisen eben. Darüber schreibe ich hier auf reiseblitz.com und freue mich, wenn du mich dabei begleitest!

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