Etosha-Nationalpark: Tierparadies im Herzen Namibias


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Zuletzt aktualisiert: 09/04/2024
Du möchtest die Tierwelt Afrikas hautnah erleben? Dann ist eine Safari im Etosha-Nationalpark in Namibia genau das Richtige für dich!

Da liegt er, mitten am hellichten Tag. Der Herrscher der Savanne. Der König der Tiere. Der afrikanische Löwe. Seine Mähne glänzt im Sonnenlicht. Neben ihm eine Löwin, ihre Brust ist noch leicht rötlich gefärbt vom Frühstück. Sie beobachten das bunte Treiben an der Wasserstelle. Die zahlreichen Antilopen und Zebras sind zögerlich, sie wittern die Anwesenheit der Raubtiere. Plötzlich erhebt sich der Löwe und springt … auf die Löwin, um – naja, du weißt schon.

Wir hatten eigentlich auf eine spektakuläre Jagdszene gehofft. Nun wissen wir zumindest, wo die kleinen Löwen herkommen. Aber so ist die Natur nun mal. Du weißt nie, was als Nächstes passiert. Das gilt insbesondere hier, im Etosha-Nationalpark im Zentrum von Namibia. Diesen stellen wir dir in diesem Beitrag näher vor.

Etosha: Tiere, soweit das Auge reicht

Bereits früh am Morgen starten die Safaris in den Etosha-Nationalpark. In der Früh ist es noch nicht so heiß. Die Chance, die eher nachtaktiven Raubkatzen zu sehen, ist somit deutlich höher. Außerdem machen sich die meisten Tiere mit der aufgehenden Sonne auf den Weg zu den Wasserstellen, um sich für den Tag zu stärken.

Wir haben außerhalb des Parks übernachtet und nähern uns von Süden über das Andersson’s Gate. Alternativ gibt es auch direkt innerhalb des Zauns Unterkünfte. Durch den Etosha-Nationalpark führen mehrere Straßen, über die alle wichtigen Wasserlöcher erreichbar sind. Neben den natürlichen Tränken gibt es auch künstlich angelegte. Diese dienen vor allem dazu, die Tiere in den trockenen Monaten besser im Park zu verteilen. So ist sichergestellt, dass alle ausreichend Nahrung finden.

An den meisten Wasserstellen gibt es Haltepunkte, von denen aus du die Tiere in einem sicheren Abstand beobachte kannst. Aus dem Auto aussteigen ist jedoch streng verboten. Die Tiere sollen so wenig wie möglich gestört werden. Wenn plötzlich ein Löwe um die Ecke kommt, könnte es außerhalb des Fahrzeugs außerdem etwas ungemütlich werden.

So fahren wir von Wasserloch zu Wasserloch und genießen die unglaublich vielfältige Tierwelt des Parks. Springböcke, Gnus, Kudus, Oryx-Antilopen, Kuhantilopen, Straußenvögel, Zebras, Warzenschweine, unzählige Vogelarten und die eingangs erwähnten Löwen – um nur ein paar Highlights der ersten Stationen zu nennen.

Wunderbare Elefanten

Dann kommt sie: Eine der wohl beeindruckendsten Tierarten, die unser wunderbarer Planet zu bieten hat – Elefanten. Eine Herde stillt gerade ihren Durst, als wir die Tränke erreichen. Sie sind wirklich faszinierende Tiere. Gemächlich gehen die älteren Tiere durch die Savanne. Bis zu acht Liter Wasser können sie mit ihrem Rüssel aufnehmen und sich dann in den Mund pusten. Zwischen ihnen tollen die Jungtiere herum. Sie müssen den Umgang mit ihrem Rüssel erst noch lernen und sehen daher zuweilen etwas unbeholfen aus.

Fasziniert sehen wir eine Weile zu. Kaum vorstellbar, dass Menschen diese wunderbaren Tiere nur der Stoßzähne wegen brutal abschlachten. In den Nationalparks gelten daher strenge Schutzmaßnahmen und es gibt sogar eine Spezialeinheit, die gegen Wilderer vorgeht. Leider kommt es dennoch immer wieder zu Zwischenfällen.

Die Fahrt führt uns weiter durch die niedrig bewachsene Savanne. Wohin wir auch schauen, überall bewegt sich etwas. Manche Tiere, wie beispielsweise Gnus, bilden riesige Herden. So können sie sich besser gegen Fressfeinde verteidigen.

Nach kurzer Zeit überragt eine weitere beeindruckende Spezies die Landschaft. An der nächsten Tränke wartet eine Herde Giraffen auf uns. Majestätisch schreiten sie entlang des Wassers und holen sich die grünsten Blätter aus den Baumkronen.

Hinter ihnen liegt ein seltsam geformter, großer grauer Stein. Wir beachten ihn zunächst nicht. Plötzlich bewegt er sich aber und offenbart ein langes, spitzes Horn. Schnell entpuppt sich der vermeintliche Felsen als ein Nashorn, das hier gerade ein Schläfchen macht. Einmal mehr zeigt uns die Natur, dass sie eine wahrhafte Meisterin im Tarnen und Täuschen ist.

Die Etosha-Pfanne: Der „große weiße Platz“

Die größte Struktur im Etosha-Nationalpark ist die fast 5.000 Quadratkilometer große Etosha-Pfanne. Einst war sie ein riesiger See, der jedoch im Lauf der Jahrmillionen austrocknete und eine Lehm-Salzwüste hinterließ. Daher hat die Pfanne auch ihren Namen. Etosha ist Oshivambo für „großer weißer Platz“. Nur wenn es besonders stark regnet, füllt sich die Senke für kurze Zeit mit Wasser und lockt dann zahlreiche Wasservögel an.

An einigen Stellen ist es möglich, ein Stück weit in die Pfanne hineinzufahren. Du kennst sicher das Phänomen, wenn du an heißen Tagen mit dem Auto auf einer langen, geraden Asphaltstraße unterwegs bist und in der Ferne die Straße zu glänzen scheint. Diese Luftspiegelungen – besser bekannt als Fata Morgana – entstehen, wenn sich die Luft über dem Boden sehr stark aufheizt. Das passiert auch hier über dem vegetationslosen Lehmgrund. Allerdings reicht die Sicht in der riesigen Pfanne viel weiter. Und so sehen wir in der Ferne die sogenannten „Floating Islands“ (schwebende Inseln).

Kronen von irgendwo am Ufer stehenden Bäumen spiegeln sich in der heißen Luft und erzeugen den Eindruck schwebender „Laub-UFOs“. Noch weiter weg sehen wir, wie sich teilweise der ganze „Küstenzug“ in der Salzpfanne spiegelt. Eindeutig einer der Momente, in denen Physik fasziniert.

Die Fahrt weiter nach Osten ist dann wieder von jeder Menge Tiere gesäumt. Oft wissen wir gar nicht, auf welche Seite wir zuerst schauen sollen, weil so viel los ist.

Fazit: Gut investiertes Geld

Am Nachmittag erreichen wir schließlich das von-Lindequist-Gate, den östlichen Ausgang des Etosha-Nationalparks. Mit allen Schlenkern und Abzweigungen liegen fast 200 Kilometer im Park hinter uns. Jeder einzelne davon war es absolut wert! Die Tierwelt Afrikas ist einfach unbeschreiblich schön und vielfältig.

Der Etosha-Nationalpark ist sehr ursprünglich und einfach gehalten. Außer den Schotterstraßen und ein paar Camps wird die Natur weitestgehend sich selbst überlassen. Mit 150 Namibia-Dollar (etwa 7,50 Euro im April 2024) Eintritt pro Person für einen Tag und 50 Namibia-Dollar (etwa 2,50 Euro im April 2024) für ein Fahrzeug ist der Etosha-Nationalpark außerdem sehr erschwinglich. Das Geld fließt voll in den Erhalt des Parks, es ist also gut angelegt. Alle Infos zu Öffnungszeiten und Eintrittsgebühren findest du auf der Website des Etosha-Nationalparks.

Noch immer völlig überwältigt von den Eindrücken des heutigen Tages kommen wir kurz nach Sonnenuntergang in unserer Unterkunft an. Den Abend lassen wir bei einem gemütlichen Braai ausklingen. Einmal mehr hat uns Namibia völlig begeistert. Selten waren wir in einem derart abwechslungsreichen Land unterwegs. Vorgestern noch mitten in einer der trockensten Wüsten der Welt, heute umringt von tausenden Tieren aller Art – einfach fantastisch!

Reisetipps Etosha

Unterkunftstipps beim Etosha-Nationalpark

  • Etosha Safari Camp, 10 km South of Andersson Gate on C38, Okaukuejo
    Etosha Safari Camp bei booking.com *
    Etwa 10 Autominuten vom südlichen Eingang des Etosha-Parks gelegene, sehr schöne Lodge mit kleinen Hütten. Parkplätze direkt vorm Haus, gutes Frühstück, gratis WLAN im Gemeinschaftsbereich. Es wird auch ein sehr gutes Abendessen in Buffetform angeboten. Dazu gibt es Musik von einer lokalen Band und ein gemütliches Lagerfeuer.
  • Ohange Lodge, B1 Between Otavi and Tsumeb, Otavi
    GPS: 19° 37′ 16.483 O | 17° 26′ 20.067 S
    Ohange Lodge auf booking.com *
    Etwa eineinhalb Autostunden südöstlich des östlichen Eingang des Etosha-Parks gelegene, schöne Lodge mit sehr netten Betreibern. Etwas abseits der Straße, daher nicht ganz leicht zu finden. Parkplätze direkt vorm Haus, gutes Frühstück, gratis WLAN im Gemeinschaftsbereich. Auch hier essen wir direkt in der Lodge sehr gut zu Abend.

Reiseführer Namibia

Transport vor Ort

Safaris sind im Etosha-Nationalpark gut mit dem eigenen Auto möglich. Alternativ kannst du dich von deiner Unterkunft zu einer Halb- oder Ganztagessafari * oder auch mehrtägigen Touren * abholen lassen. Die Guides erzählen dann viel zu den Tieren und wissen auch, wo die Chancen für Sichtungen gut stehen.

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Reiseinfos Namibia

Sprache
Englisch. Weitere Nationalsprachen (offizieller Status): Afrikaans, Deutsch, Khoekhoegowab, OshiKwanyama, Oshindonga, Otjiherero, RuKwangali und Silozi.

Zeitzone
MEZ+1, UTC+2, Sommerzeit von September bis April. Ausnahme: Region Zambezi, ganzjährig UTC+2. Somit teilweise Zeitunterschied zu Deutschland/Österreich/Schweiz.

Währung
Namibia Dollar (NAD), 1 NAD (~0,05 EUR) = 100 Cent. 1:1 an den Südafrikanischen Rand (ZAR) gekoppelt, der gleichwertiges Zahlungsmittel ist.

Roadtrip-Info
Linksverkehr, Straßen größtenteils Schotterpiste. Tempolimit auf Teerstraßen 120 km/h, auf Schotterstraßen 80 km/h. Innerorts 60 km/h. Statt rechts vor links gilt an der Kreuzung: Wer zuerst da war, darf zuerst weiterfahren. Vorsicht vor Tieren, die insbesondere in der Dämmerung oft unerwartet vor das Fahrzeug springen.

Strom/Adapter
220 V/50 Hz, dreipoliger Adapter Typ D/M * notwendig. Gängige Reisemehrfachadapter passen meistens nicht!

Trinkgeld Restaurant
Je nach Zufriedenheit 7-10 %, kann meist auch bei der Kreditkartenzahlung mit angegeben werden.

Trinkgeld Taxi
Im Taxi ist Trinkgeld nicht unbedingt üblich. Wer zufrieden ist, rundet ein bisschen auf.

Trinkgeld Unterkunft
Kofferträger ca. 5 NAD. Sonst gibt es in den meisten Hotels/Lodges/Guesthouses an der Rezeption eine Tip Box. Der dort eingeworfene Betrag (ca. 30-80 NAD pro Nacht, je nach Kategorie) wird an alle Angestellten verteilt.


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2 Gedanken zu „Etosha-Nationalpark: Tierparadies im Herzen Namibias“

  1. Wow, Wolfgang du hast mit diesem Bericht bei mir eine Punktlandung gemacht! Sofort habe ich mich zurück versetzt gefühlt in dieses wunderbare Land. Eine Safari im Etosha Nationalpark ist schon ein ganz besonderes Erlebnis.

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