Naturpark Almenland: Wandern und Genuss in der Steiermark

Mitteleuropa Österreich Naturpark Almenland: Wandern und Genuss in der Steiermark

Den Sommerurlaub in Österreich zu verbringen, hat viele Vorteile. Keine weite Anreise und traumhafte Natur sind nur zwei davon. Außerdem sind die Temperaturen in den Bergen meist deutlich angenehmer. Wir freuen uns daher immer, wenn wir einen neuen Teil unserer wunderbaren Wahlheimat entdecken können. Nur zwei Autostunden südlich von Wien und eine Stunde nördlich von Graz liegt das Steirische Almenland. Rund um Teichalm und Sommeralm befindet sich Europas größte zusammenhängende Almregion. Egal ob du Lust auf Wandern, Genuss oder Entspannung hast – hier wirst du sicher fündig. Ein paar unserer Highlights im Almenland stellen wir dir in diesem Artikel vor.

Wandern im Almenland

Das Steirische Almenland bietet eine breite Auswahl an Wanderwegen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Von kinderwagenfreundlich bis Klettersteig ist alles dabei. Besorg dir am besten die Wanderbroschüre vom Tourismusverband Almenland. Sie listet alle Touren übersichtlich mit Karte auf. Alternativ findest du die Infos auf der Website des Almenlands. Wir haben uns ein paar gemütliche Wanderungen ausgesucht, die uns gut gefallen haben.

Teichalm mit Moorlehrpfad

Ein zentraler Ort im Almenland ist die Teichalm. Ihr namensgebender See ist Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen. Dort findest du auch gut einen Parkplatz. Um den Teichalmsee führt ein Spazierweg, auf dem du den See gemütlich umrunden kannst.

Hollywoodschaukel am Teichalmsee

Von diesem Spazierweg zweigt zudem ein Moorlehrpfad ab. Über einen gut ausgebauten Holzsteg tauchst du tiefer in das Teichalmmoor ein. An mehreren Stationen bekommst du Einblicke in den Lebensraum Moor und seine Entstehung.

Holzsteg im Moorlehrpfad am Teichalmsee

Gerlerkogel

Ebenfalls vom Teichalmsee startet eine leichte, 6,5 Kilometer lange Wanderung um den Gerlerkogel. Zunächst gehst du ein gemütliches Stück über die weite Teichalm. Anschließend führt der Weg durch den Wald und hinauf auf den Gerlerkogel — schöne Aussicht inklusive.

Pferde in einer Blumenwiese am Gerlerkogel

Plankogel-Rundweg

Unser Wanderhighlight im Almenland war der Plankogel-Rundweg. Dieser gut 6,5 Kilometer lange Wanderweg führt dich durch wunderbare Landschaften rund um den 1.531 Meter hohen Plankogel.

Kühe vor den Hügeln des Almenlands

Gegen Ende des Wegs geht es steil bergauf auf den Gipfel. Dort wirst du mit einem fantastischen 360-Grad-Rundumblick über die Region belohnt.

Weitblick über das Almenland vom Plankogel

Nach einem ebenfalls steilen Abstieg gelangst du zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Parkplatz der Stoakoglhütte. Hier lohnt sich ein Einkehrstopp mit einer kleinen Stärkung.

Straube mit Getränken in der Stoakogelhütte

Genuss und Kultur im Almenland

Nach einem wunderbaren Tag in der Natur gibt es viele weitere Wege, das Steirische Almenland zu genießen. Ein paar davon zeigen wir dir hier.

Naturhotel Bauernhofer

Unsere Unterkunft und eine ideale Ausgangsbasis zur Erkundung des Almenlands ist das Naturhotel Bauernhofer. Betreiber Simon Bauernhofer empfängt uns sehr herzlich und gibt uns interessante Einblicke in die eher junge Tourismusgeschichte der Region. Kaum zu glauben, dass es bis in die 1960er-Jahre nicht einmal eine asphaltierte Straße gab. Dann kam der Postbus und mit ihm die ersten Touristen. Seine Eltern erkannten die Chance und begannen in den 1970ern mit der Zimmervermietung. Seitdem hat sich viel getan und heute verfügt das Haus über 58 schöne Zimmer.

Naturhotel Bauernhofer im Naturpark Almenland

Regionalität und Nachhaltigkeit sind Familie Bauernhofer sehr wichtig. Strenge Recycling-Vorgaben haben zum Beispiel geholfen, den Papierverbrauch um über 40 % zu reduzieren. Alleine 50.000 Untersetz-Servietten fallen jedes Jahr weg. Mit Erfolg: Seit Anfang 2020 ist das Bauernhofer mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet.

Beim Essen achtet die Küche auf die Herkunft. Das hauseigene „B78-Manifest“ garantiert, dass der Großteil der Produkte im Umkreis von maximal 78 Kilometern zugekauft wird. Bevorzugt saisonal und wenn möglich in Bio-Qualität. Und das schmeckt man. Für Hotelgäste stehen jeden Abend mehrere Menüs zur Auswahl, eines davon immer vegetarisch. Tagesgäste sind genauso willkommen und können aus dem À-la-carte-Angebot wählen. Wir sind jedenfalls begeistert von den tollen Optionen. Selbst vermeintlich banale Gerichte wie ein Langos werden hier neu interpretiert und schmecken hervorragend!

Langos mit Ziegenkäse und Gemüse

Um die Batterien nach einem aktiven Tag wieder aufzuladen, bietet das Bauernhofer einen hauseigenen Wellnessbereich an. Im „Wald & Wies’n Spa“ findest du zwei Saunen, ein Dampfad, einen Indoor-Pool und Ruhebereiche drinnen oder im grünen Garten. Auf Wunsch kannst du dich bei einer Massage oder einer Kosmetikbehandlung verwöhnen lassen.

Sauna mit Gartenblick im Naturhotel Bauernhofer

Brandluckner Huab’n

Mit der benachbarten Brandluckner Huab’n hat Simon Bauernhofer ein wahres Multifunktionsgebäude geschaffen. Das liebevoll restaurierte Bauernhaus stammt aus dem Jahr 1697 und wird vielfältig genutzt. Nachdem es im Ort keinen Nahversoger mehr gibt, ist im Erdgeschoss eine kleine Greißlerei entstanden. Neben grundlegenden Nahrungsmitteln und Drogerieartikeln für den täglichen Bedarf findest du dort auch handgefertigte Waren von lokalen Produzenten. „Ich lass‘ jeden ausstellen“, erklärt Simon. „Ob es sich lohnt, müssen die Anbietenden selbst entscheiden“.

Näh- und Strickprodukte in der Huab'n-Greißlerei

Das Obergeschoss der Huab’n beherbergt ein Event-Wirtshaus. Im Pop-up-Stil kommen wechselnde Schwerpunkte auf den Tisch. Für private Feiern aller Art stehen die Räume ebenso zur Verfügung, bei Hochzeiten sogar inklusive Standesamt.

Gaststube der Huab'n mit Holzvertäfelung

Seiner Leidenschaft fürs Theater kann Simon Bauernhofer hier ebenfalls nachgehen. Der Vorplatz der Huab’n dient als Freilichtbühne für das Brandluckner Huab’n-Theater. Mehr als 20 Vorstellungen mit über 13.000 Besuchern spielt das Ensemble jedes Jahr. Dafür entstand 2013 eine überdachte Holztribüne für über 600 Zuschauer. Dass Simon in jedem Stück selbst eine kleine Rolle übernimmt, ist daher Ehrensache.

Brandluckner Huab'n mit Freilichtbühne

Sein neuster Coup ist die „Huab’n To Go“, ein Rund-um-die-Uhr-Selbstbedienungsladen. In einem Pavillon neben der Huab’n gibt es Kühlschränke mit frischen Getränken und Bio-Eis. Bezahlt wird einfach mittels Geldeinwurf in eine Handkassa. Das Angebot kommt sehr gut an, Schwund hat er so gut wie keinen. „Und wenn mal drei Bier fehlen, hab‘ ich wenigstens jemandem einen schönen Abend bereitet“, lacht Simon.

Holzpavillon der Huab'n To Go

Edelbrennerei Graf

Stellvertretend für die vielen engagierten Produktionsbetriebe der Region besuchen wir die Edelbrennerei Graf. Das über 350 Jahre alte Gehöft liegt idyllisch in den Hügeln über Sankt Kathrein am Offenegg. Bei einer Führung erfahren wir von Inhaberin Daniela Graf viel Interessantes über die Herstellung von Edelbränden. Der Edelbrand ist die höchste Qualitätsstufe bei Spirituosen und entsprechend anspruchsvoll.

Hofgebäude der Edelbrennerei Graf im Almenland

Um diesen Anspruch zu erfüllen, bedarf es Obst in Tafelqualität. 70-80 Prozent ihres Verbrauchs baut Familie Graf daher auf dem eigenen Hof an. Den Rest kaufen sie im Umkreis von maximal 20 Kilometern zu. Eine Spezialität des Hauses ist die Hirschbirne. Sie wächst bis 1.200 Meter Seehöhe und existiert nicht als Aroma. Hirschbirnenbrand kann also nur aus frischen Früchten erzeugt werden. Bis zu 150 Jahre sind die Bäume alt. Im großen Garten wachsen aber auch Kirschen, Äpfel und die für die Region typischen Vogelbeeren.

Kirsche am Baum im Garten der Edelbrennerei Graf

Zum Abschluss der Führung dürfen wir einige Spezialitäten verkosten. Schnell merken wir den geschmacklichen Qualitätsunterschied der Edelbrände zu einem herkömmlichen Supermarktschnaps. Intensiv, aromatisch, ohne unangenehmes Brennen im Hals. Wusstest du beispielsweise, dass Vogelbeerschnaps nach Marzipan schmeckt? Wenn dir eine Sorte gut gefällt, kannst du sie anschließend im hofeigenen Laden nach Hause mitnehmen. Alle Infos zu Sorten und Führungen findest du auf der Website der Edelbrennerei Graf.

Verschiedene Edelbrände mit Verkostungsglas

Aktivitäten im Almenland

Neben Wandern und Genuss hält das Steirische Almenland viele weitere Aktivitäten bereit. Führungen durch einen der vielen Betriebe der Region, Thermen und Schwimmbäder, Museen, kulinarische Erlebnisse, das Angebot ist riesig.

Sommerrodelbahn Koglhof

Wir sind beide große Fans von Sommerrodelbahnen. Besonders gerne mögen wir Bahnen, bei denen die Schlitten frei in der Rinne fahren. Eine solche hat das Almenland zu bieten. Über einen Kilometer ist die Strecke lang und macht richtig Spaß. Insgesamt dreimal fahren wir, bevor wir uns im dazugehörigen Restaurant eine Erfrischung gönnen. Klare Empfehlung! Infos, Preise und Öffnungszeiten findest du auf der Website der Sommerrodelbahn.

Jessi auf der Sommerrodelbahn Koglhof

GenussCard Steiermark

Bei vielen Betrieben in der Region Almenland ist im Übernachtungspreis die GenussCard enthalten. So auch in unserer Unterkunft, dem Naturhotel Bauernhofer. Mit der Karte bekommst du schon ab einer Nächtigung viele Vorteile und Ermäßigungen in der südöstlichen Steiermark. Die Führung und Verkostung in der Edelbrennerei Graf ist genauso dabei wie ein Dreierblock für die Sommerrodelbahn Koglhof. Eine vollständige Übersicht über alle Angebote und teilnehmenden Betriebe findest du auf der Website der GenussCard.

Broschüren und Infomaterial zur GenussCard

Fazit

Österreich begeistert uns immer wieder! Nicht nur wegen der wunderbaren Landschaften, sondern auch wegen der vielfältigen Urlaubsmöglichkeiten. Das Steirische Almenland gehört sicher noch zu den weniger bekannten Zielen. Beim Wandern waren wir über weite Strecken völlig alleine unterwegs und haben das sehr genossen. Dennoch ist das Angebot der Region umfassend und für alle Altersgruppen geeignet. Uns hat es jedenfalls sehr gut gefallen!

Weitere Eindrücke aus dem Almenland liest du bei unseren BloggerkollegInnen


Offenlegung: Wir wurden vom Naturhotel Bauernhofer in Kooperation mit dem Österreichischen Umweltzeichen und dem Naturpark Almenland zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Meinungen in diesem Artikel basieren auf unseren eigenen Erfahrungen.

Reisetipps Almenland

Hoteltipp

Naturhotel Bauernhofer
Brandlucken 78
8172 Heilbrunn
Naturhotel Bauernhofer auf booking.com *

Transport vor Ort

Am flexibelsten bist du im Almenland mit einem Auto. Die öffentlichen Buslinien fahren nur selten und in unregelmäßigen Abständen.

Neu seit 2020 ist das Sammeltaxi Oststeiermark, das du per Anruf, App oder online bestellen kannst. Sammelpunkte (SAM-Tafeln) findest du im ganzen Almenland verteilt. Besonders praktisch, wenn du eine längere Wanderung planst, die an einem anderen Ort endet.

Restauranttipps

Restaurant Bauernhofer
Brandlucken 78
8172 Heilbrunn
www.bauernhofer.at/kulinarik/koeche-naturhotel-almenland.html


Restaurant im Landhotel Spreitzhofer
Zeil 17
8171 St. Kathrein/Offenegg
www.landhotel-spreitzhofer.at/unser-hotel/restaurant/


Stoakoglhütte
Sommeralm 122
8171 St. Kathrein/Offenegg
http://www.stoakoglhuette.at/

Reiseinfos Österreich

Sprache:Deutsch, regional auch Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch
Zeitzone:MEZ, UTC+1, Sommerzeit von März bis Oktober
Währung:Euro (EUR), 1 EUR = 100 Cent
Roadtrip-Info:Rechtsverkehr. Straßen gut ausgebaut und in gutem Zustand. Vignette für die Autobahn erforderlich. Tempolimit auf Autobahnen 130 km/h, auf Schnellstraßen und Landstraßen 100 km/h. Innerorts 50 km/h.
Strom/Adapter:230 V/50 Hz, kein Adapter notwendig.
Trinkgeld Restaurant:Je nach Zufriedenheit 5-10 %. Das Trinkgeld wird direkt beim Bezahlen zusammen mit dem Rechnungsbetrag als Gesamtsumme beglichen.
Trinkgeld Taxi:Wer zufrieden ist, rundet den Fahrpreis um 5-10 % auf.
Trinkgeld Hotel:1-2 EUR für Reinigungspersonal und Kofferträger pro Tag bzw. Gepäckstück

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Wolfgang
Wolfganghttps://www.reiseblitz.com
Hallo, ich bin Wolfgang. Reisen und die Welt erkunden sind meine größten Leidenschaften. Da ich jedoch in Vollzeit arbeite, will ich die Zeit vor Ort so gut wie möglich nutzen - optimiert reisen eben. Darüber schreibe ich hier auf reiseblitz.com und freue mich, wenn du mich dabei begleitest!

6 Kommentare

  1. Hallo Wolfgang & Jessica,

    So einen Moor-Lehrpfad finde ich spannend. Wir haben so etwas vor einigen Jahren mal in der Region von St. Lambrecht gemacht. Ein Moor ist hochinteressant.

    Liebe Grüße,
    Monika

  2. Das mit dem Sammeltaxi finde ich eine super Sache. Ich hoffe, das wird sich durchsetzen… Ansonsten sind es ganz tolle Fotos einer mir unbekannten Gegend.

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