Die Algarve ist nicht nur die südlichste Region Portugals, sie ist auch einer der großen Touristenmagnete des Landes. Nach unserem Aufenthalt in Lissabon hängen wir hier noch zwei Tage an. Wir positionieren uns strategisch günstig in Albufeira. Von dort können wir prima die westliche Algarve erkunden, haben es aber trotzdem nicht weit zum Flughafen von Faro.

Fun Fact: Der Name Algarve kommt noch von den maurischen Herrschern. „Al-gharb“ heißt auf Arabisch schlicht „der Westen“. Genau diesen haben wir uns näher angesehen und erachten folgende Highlights als empfehlenswert:

Cabo de São Vicente: Das Ende Europas

Am Cabo de São Vicente enden die Algarve und Europa. Hier befinden wir uns am südwestlichsten Punkt unseres Kontinents. Bis zu 70 Meter erhebt sich die Steilküste über den Atlantik, bevor dann außer Ozean lange nichts mehr kommt. Wir fahren zunächst zum in der Nähe gelegenen Fort Sagres, um das Kap aus der Ferne zu betrachten. Das Fort selbst sparen wir uns zwar, die Aussicht von hier ist aber sehr schön.

Blick vom Fort Sagres, Westliche Algarve
Vom Fort Sagres habt ihr einen tollen Blick auf das Cabo de São Vicente

Danach geht es zum eigentlichen Kap, bei dem uns schon ein paar Touristenbusse erwarten. Nichtsdestotrotz ist die Aussicht auch von hier sehr beeindruckend. Das „Ende Europas“ war für viele Völker, von den Kelten über die Phönizier bis hin zu den Griechen, ein heiliger Ort. Auch heute noch erfüllt es für die Schifffahrt einen wichtigen Zweck. Da die Gewässer um das Kap sehr unruhig sind, halten Schiffe einen möglichst großen Sicherheitsabstand ein. Dabei unterstützt sie der hier erbaute, lichtstärkste Leuchtturm Europas. Sein Lichtkegel reicht fast 60 Kilometer weit über den Atlantik.

Wen hier der kleine Hunger packt, der kann auf dem Parkplatz vor dem Kap von zwei deutschen Auswanderern die „Letzte Bratwurst vor Amerika“ erwerben. Wir machen uns indes auf den Weg in Richtung Norden.

Praia do Amado: Traumstrand im Westen

Der Großteil der Algarve östlich von Lagos ist sehr touristisch ist und wurde leider mit zahlreichen Bettenburgen „beglückt“. Im Gegensatz dazu ist die westliche Algarve noch eher unberührt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich hier der Nationalpark Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina befindet. Über 100 Kilometer Küste stehen unter strengem Naturschutz. Zwischen weitgehend ursprünglicher Natur gibt es daher tolle, nahezu unberührte Buchten. Wegen ihrer Wellen sind diese auch bei Surfern sehr beliebt. Stellvertretend für viele schöne Möglichkeiten, das Meer zu genießen, entscheiden wir uns für die Praia do Amado und werden nicht enttäuscht.

Kleine Holzstege führen über die Klippen hinunter zu einem fast menschenleeren Strand, der sich an die Steilküste anschmiegt. Außer dem Rauschen des Meeres und dem Schreien der Möwen hören wir nicht viel. In der Ferne paddeln ein paar Surfer mit ihrem Brett der nächsten Welle entgegen. Eine kleine Bude verkauft Getränke und Snacks und es stellt sich sofort Entspannung ein. Da das Wasser um diese Jahreszeit ohne Neoprenanzug noch zu kalt ist, muss ein Bad leider entfallen. Stattdessen genießen wir noch ein wenig die Aussicht, bevor wir unsere Reise fortsetzen.

Ponta da Piedade: Ein Meisterwerk der Natur

Die Ponta da Piedade ist die wohl spektakulärste Sehenswürdigkeit der westlichen Algarve. Von Meer und Wetter über tausende Jahre bearbeitet, haben sich hier fantastische Felsformationen gebildet. Über zahlreiche kleine Pfade und Treppen tauchen wir mitten in die Landschaft ein und genießen tolle Blicke auf die Klippen von oben und unten.

Mit kleinen Fischerbooten könnt ihr die Formationen auch vom Wasser aus besichtigen und in manch kleine Höhle hineinfahren. Wir entscheiden uns lieber für den Landweg und klettern noch ein bisschen in den Felsen um einen Leuchtturm herum.

Wem der Weg zu den Twelve Apostels in Australien zu weit ist, der findet hier auf jeden Fall schon mal einen guten Vorgeschmack. Sehr begeistert von den rauen Klippen, den intensiven Farben und den Ausblicken machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel. Auch dort gibt es einen schönen kleinen Sandstrand, an dem wir den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen.

Strand von Albufeira, Westliche Algarve
Der hoteleigene Badestrand. Nur ein paar Mutige trauen sich schon in den kalten Atlantik

Wenn ihr ein paar mehr Tage Zeit habt, hat die westliche Algarve auch noch mehr für euch zu bieten. So sind zum Beispiel die Altstadt von Lagos oder das Örtchen Burgau sehenswert. Alternativ gibt es entlang der Westküste noch zahlreiche Strände zu entdecken. Vor Faro ragt ein weiterer Nationalpark ins Meer hinein, der Parque Natural da Ria Formosa. Er eignet sich gut zum Wandern. Sogar ein Ausflug nach Andalusien im benachbarten Spanien ist gut machbar. Nach Sevilla sind es nur etwa 2,5 Autostunden von hier.

Sonnenuntergang in Albufeira, Westliche Algarve
Boa noite, Albufeira!
Um auch die entlegeneren Strände und Buchten erkunden zu können, bietet sich für die westliche Algarve ein Mietwagen an. Über das gut ausgebaute Straßennetz kommt man zu allen wichtigen Orten.

Gut zu wissen: Die Autobahnen in Portugal sind mautpflichtig. Die Bezahlung erfolgt über ein elektronisches System. Gegen eine geringe Gebühr bieten die meisten Autovermieter eine Abbuchung direkt über die Kreditkarte an. Das Auto hat dann eine kleine Box hinter dem Rückspiegel, über die die Maut automatisch abgerechnet wird.
O Cabaz da Praia
Praça Miguel Bombarda 7
8200-076 Albufeira
cabazdapraia.blogspot.com

Sehr gute portugiesische Gerichte, z. B. Fischeintopf "Cataplana" oder Schweinelendchen mit Pflaumensoße; bei schönem Wetter Terrasse mit super Aussicht auf den Strand.
Grill C19
Avenida da Liberdade 111
8200-109 Albufeira
C19 auf facebook

Legeres Grillrestaurant mit moderner portugiesischer Küche, z. B. Posta à Mirandesa (Kalbssteak) oder Chambão de Borrego (Lammkeule).
Aqua Pedra dos Bicos
Urbanização Quinta Pedra dos Bicos, Lote 24, Santa Eulália
8200-381 Albufeira
www.aquapedradosbicos.com

Günstiges Adults-Only-Hotel mit Pool und eigenem Strandzugang. Gutes Frühstücksbuffet, kostenloses WLAN, kostenloses Parken.
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13 Kommentare

  1. Danke für den schönen Reisebericht. So lernen wir gut ausgewählte Reiseziele kennen. Weiter so!

  2. Hallo Wolfgang.
    Vielen Dank für den tollen Bericht. Für mich geht es im September für 11 Tage nach Portugal und wir werden ein Surfcamp in der Algarve machen. Ich freue mich schon auf die Natur dort und ich hoffe, dass wir ein bisschen Zeit haben werden um die schönen Nationalparks zu sehen. Deine Bilder und Beschreibungen machen wirklich Lust auf mehr :)
    Da steigt die Vorfreude schon extrem!
    Liebe Grüße
    Dori

    • Hallo Dori,
      das klingt sehr gut! Bei 11 Tagen gibt es sicher genug Möglichkeiten, euch die tolle portugiesische Natur anzuschauen. Wo genau werdet ihr denn eure Zelte aufschlagen?
      Liebe Grüße
      Wolfgang

      • Wir recherchieren momentan, wo wir unsere Zelte genau aufschlagen werden. Fliegen werden wir nach Faro und dann möchten wir gerne ein Surfcamp machen. Wir müssen uns erst in dem Dschungel an Anbietern zurecht finden. Während dem Surfcamp gibt es bestimmt Möglichkeiten, dass wir die Algarve kennenlernen. Nach dem Camp möchten wir dann gerne noch nach Lissabon. Also alles noch sehr vage und in Planung :)
        Ich freue mich jedenfalls schon.
        Liebe Grüße
        Dori

        • Schöne Plätze gibt es jedenfalls genug! Einen Abstecher nach Lissabon kann ich auch nur empfehlen, das haben wir ähnlich gemacht. Da bin ich gespannt, wo es euch letztendlich hinverschlägt, ich werde ja dann hoffentlich bei dir darüber lesen können! :)

  3. wenn ich die Bilder sehe möchte ich auch gleich nochmal hinreisen
    ich war 2013 eine Woche dort und besonder Lagos hat mir so gut gefallen
    liebe Grüße

    • Vielen Dank, liebe Melli! Ich bin beim Überarbeiten des Artikels auch gleich wieder ganz wehmütig geworden. Wirklich ein sehr schönes Fleckchen Erde!

      Liebe Grüße
      Wolfgang

  4. Da kriegt Frau Lust auf Mee(h)r.
    Ich war ja Ende November in Portugal und bin seitdem schwer begeistert von dem Land. An der Algarve war ich leider noch nicht, dafür in Cascais und Sintra. Aber was nicht ist kann noch werden (hoffentlich bald).
    Sehr schöne Fotos, Wolfgang!

    • Vielen Dank, liebe Christina!

      Wir sind seit dieser Reise auch definitiv Portugal-Fans. In Sintra waren wir während unseres Aufenthalts in Lissabon, das fand ich auch toll. Cascais kennen wir noch nicht, da werd ich doch gleich mal bei dir nachlesen. :)

      Liebe Grüße
      Wolfgang

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