Torres-del-Paine-Nationalpark: Unsere Highlights für 2 Tage

Südamerika Chile Torres-del-Paine-Nationalpark: Unsere Highlights für 2 Tage

Der Torres-del-Paine-Nationalpark gehört zu den bekanntesten Zielen in Südamerika. Und das vollkommen zurecht. Atemberaubende Landschaften, die raue Natur, der kräftige Wind — das ist Patagonien! Bei Wanderern und Trekking-Fans sind die Torres del Paine ein beliebtes Ziel. Aber auch mit kürzeren Touren und leichteren Wanderungen lernst du den fantastischen Nationalpark gut kennen. Wir stellen dir unsere Highlights für zwei Tage vor.

Mirador Lago Sarmiento

Wir nähern uns dem Torres-del-Paine-Nationalpark aus dem Norden vom argentinischen El Calafate kommend. Etwa 40 Minuten nachdem wir die chilenische Grenze überquert haben, taucht am Horizont zum ersten Mal das Paine-Massiv mit seinen charakteristischen Türmen auf. Davor breitet sich der leuchtend blaue Sarmiento-See aus. Von einem Aussichtspunkt genießen wir den herrlichen Blick und sind sofort begeistert.

Das Paine-Massiv hinter dem Lago Sarmiento
Erste Begegnung mit dem Paine-Massiv hinter dem Lago Sarmiento.

Immer tiefer fahren wir in den Nationalpark hinein. Auf dem Weg begleiten uns verschiedene Parkbewohner. Über uns kreisen Kondore mit ihren bis zu drei Metern Spannweite. Neben der Straße beobachten uns Guanakos (wild lebende Lamas) und Nandus aus der kargen Pampa.

Nandus im Torres-del-Paine-Nationalpark
Gut getarnt stolzieren die Nandus durchs Gebüsch.

Laguna Azul

Unser nächster Halt ist die Laguna Azul, einer der zahlreichen Seen im Nationalpark. Bei einem Spaziergang entlang des Ufers eröffnen sich uns wieder fantastische Blicke auf die Torres del Paine.

Blick auf die Torres del Paine hinter der Laguna Azul
Rau, aber wunderschön: Die Laguna Azul.

Abgesehen von unserer kleinen Reisegruppe sind wir völlig alleine. Tief atmen wir die klare Luft ein, die uns der kräftige Wind um die Ohren bläst. Beständig rauschen kleine Wellen ans Seeufer, sonst herrscht Stille. Unterbrochen wird diese hin und wieder von einem Schnauben oder Wiehern. Um uns herum grast eine Herde Wildpferde und lässt sich von uns nicht beeindrucken.

Ein Wildpferd stemmt sich gegen den Wind
Ein Wildpferd stemmt sich gegen den Wind.

Paine-Massiv und Torres del Paine

Das Paine-Massiv ist ein 25 Kilometer langer Gebirgszug, dessen Gipfel sich bis zu 2.884 Meter erheben. Besonders markant sind die namensgebenden „Torres del Paine“, drei benachbarte Felsentürme. Sie begleiten uns den ganzen ersten Tag aus immer unterschiedlichen Blickwinkeln und sind einfach schön.

Guanako-Herde vor den Torres del Paine
Eine Herde Guanakos grast vor den Torres del Paine.

Seit 1959 ist die traumhafte Landschaft als Nationalpark geschützt und umfasst gut 2.400 Quadratkilometer. Das entspricht in etwa der Fläche Luxemburgs.

Cascada del Paine

Neben den Bergen ist Wasser ein allgegenwärtiges Element im Torres-del-Paine-Nationalpark. Zahlreiche Seen und mehrere Flüsse durchziehen den Park. Durch die Höhenunterschiede entstehen viele Wasserfälle und Stromschnellen. Einer davon ist die Cascada del Paine. Hier bahnt sich der Paine-Fluss seinen Weg in Richtung Süden und stürzt in mehreren Kaskaden sein Flussbett hinab.

Mehrstufiger Wasserfall mit den Torres del Paine im Hintergrund
Cascada del Paine

Mirador Lago Nordenskjöld

Der Paine-Fluss mündet im etwas weiter westlich gelegenen Lago Nordenskjöld. Dieser zieht sich südlich an der Bergkette entlang. Unterwegs hast du von mehreren Aussichtspunkten fantastische Blicke auf das Paine-Massiv. Auf der Südseite sind die „Cuernos del Paine“ mit ihren zweifarbigen Gesteinsschichten das prägende Element.

Cuernos del Paine hinter dem Lago Nordenskjöld
Die fantastischen Landschaften wirken fast schon unnatürlich.

Auch die Farbe des Wassers ändert sich ständig. Das Seensystem speist sich aus verschiedenen Flüssen. Auf ihrem Weg zum Pazifik waschen sie verschiedene Sedimente aus dem Gestein. Zusätzlich geben die schmelzenden Eisberge aus den Gletschern ihre jahrtausendealten Einschlüsse frei. Die Farbpalette reicht daher von blassem Hellblau bis tiefem Dunkelblau.

Mirador Rio Serrano

Unsere Lodge liegt südlich des Nationalparks in der kleinen Siedlung Rio Serrano direkt am Serrano-Fluss. Dieser zieht sich in breiten Schlingen durch die Landschaft. Gleich oberhalb des Ortes hast du vom Mirador Rio Serrano eine tolle Aussicht.

Flussschlaufen des Rio Serrano
Gemächlich fließt der Rio Serrano durch die Ebene.

Zwar gibt es auch im Nationalpark mehrere Unterkünfte. Außerhalb zu wohnen hat allerdings den Vorteil, dass du fantastische Blicke auf das gesamte Massiv bekommst. Die Aussicht aus unserem Hotelzimmer war absolut spektakulär und wird uns sicherlich lange im Gedächtnis bleiben!

Das Paine-Massiv in der Morgensonne
Der morgendliche Blick aus unserem Hotelzimmer – einfach unglaublich schön!

Bootsfahrt zum Grey-Gletscher

Am nächsten Morgen machen wir uns auf, den Grey-Gletscher zu erkunden. 25 Kilometer schiebt er sich durch die Gebirgslandschaft, bevor er sich kurz vor seinem Ende in drei Arme teilt. Seine Abbruchkante liegt über dem Lago Grey und ist nur mit dem Boot erreichbar. Die Boote legen vom Südufer des Sees ab. Der Weg zur Anlegestelle führt über eine stürmische Kiesbank. Winddichte, warme Kleidung sei dir an dieser Stelle also unbedingt empfohlen!

Kiesbank am Südufer des Lago Grey mit Bergen im Hintergrund
Am Südufer des Lago Grey erspähen wir bereits erste Eisberge in der Ferne.

Der beschwerliche Weg lohnt sich. Während der Anfahrt zum Gletscher sehen wir frisch gekalbte Eisberge und genießen die Aussicht auf die umliegenden Gipfel. Hin und wieder fischt die Bootscrew kleinere Eisblöcke aus dem Wasser und zerlegt sie umgehend in Eiswürfel für die Bordbar.

Ein Eisberg treibt im Lago Grey
Immer wenn der Gletscher kalbt, entsteht ein neuer Eisberg.

Schließlich erreichen wir die Gletscherzungen. Unser Boot dreht bei und schippert gemächlich an allen drei Armen vorbei. Einmal mehr begeistert uns die Natur. Zerklüftete Eisformationen ragen meterhoch über uns auf. Wie schon beim Perito-Moreno-Gletscher hören wir das Knacken und Krachen im Inneren des Gletschers. Ein wunderbares Erlebnis!

Zerklüftete Gletscherzunge des Grey-Gletschers
Eine der drei Gletscherzungen des Grey-Gletschers

Mirador Lago Pehoé

Das nächste Highlight im Torres-del-Paine-Nationalpark lässt nicht lange auf sich warten und wir kommen aus dem Staunen kaum heraus. Vom Lago Grey fahren wir zurück in Richtung Osten. Auf dem Weg halten wir an einem kleinen Aussichtspunkt über dem Lake Pehoé. Von hier haben wir ein atemberaubendes Panorama über die Cuernos del Paine.

Blick über den Lago Pehoé und die Cuernos del Paine
Das Wetter kann im Torres-del-Paine-Nationalpark sehr schnell umschlagen.

Wanderung zum Salto Grande

Unsere letzte Station im Torres-del-Paine-Nationalpark ist ein weiterer Wasserfall, der Salto Grande. Er ist nicht direkt mit dem Auto zugänglich und erfordert eine kurze, leichte Wanderung durch eine gespenstische Landschaft. 2005 und 2011 entfachten unachtsame Wanderer verheerende Waldbrände, insgesamt brannte fast ein Viertel der Parkfläche nieder. Aufgrund der kühlen Temperaturen erholt sich die Natur nur langsam. Während Gras und Büsche ihr Territorium inzwischen zurückerobert haben, werden die Bäume noch einige Jahre brauchen.

Verbrannte Bäume im Torres-del-Paine-Nationalpark
Geisterhaft ragen die verkohlten Baumstämme in den wolkenverhangenen Himmel.

Als wir beim Wasserfall ankommen, neigen sich unsere zwei Tage im Torres-del-Paine-Nationalpark langsam dem Ende zu. Gebannt genießen wir die letzten Blicke auf die traumhaften Landschaften. Dann kehren wir zu unserem Hotel zurück, um am nächsten Morgen unsere Reise nach Süden fortzusetzen.

Wasserfall Salto Grande
Der Salto Grande stürzt 10 Meter in die Tiefe.

Fazit

Der Torres-del-Paine-Nationalpark hat uns restlos begeistert! Hier kommt die spektakuläre Natur Patagoniens voll zur Geltung. Auch für gemütliche Leichtwanderer wie uns ist das Angebot groß und die Hauptstationen des Parks sind gut zugänglich. Zwei Tage sind gerade genug, um die wichtigsten Highlights im Torres-del-Paine-Nationalpark zu erkunden. Dieses tolle Ziel solltest du auf einer Rundreise durch Patagonien auf keinen Fall verpassen! Unser ganze Route stellen wir dir in unserem Artikel Zwei Wochen Patagonien: Von Buenos Aires bis Santiago de Chile vor.

Du möchtest eine anspruchsvollere Wanderung machen, die bekannte Wanderroute W-Trek erkunden oder zum Mirador dos Lagos am Fuße der drei Türme aufsteigen? Dann empfehlen wir dir den Artikel Das „W-Trekking“ im Torres del Paine Nationalpark unserer Bloggerkollegin Lisa von Imprintmytravel.

Wolkenverhangenes Paine-Massiv im Torres-del-Paine-Nationalpark
Ein letzter Blick auf das faszinierende Paine-Massiv.

Reisetipps Torres-del-Paine-Nationalpark

Hoteltipp

Pampa Lodge, Quincho & Caballos
Lote 1 Rio Serrano
6170000 Torres del Paine
Pampa Lodge auf booking.com * 

Tolle Lodge mit fantastischer Aussicht auf das Torres-del-Paine-Massiv. Etwa drei Kilometer vom Parkeingang entfernt direkt am Serrano-Fluss gelegen.

Reiseinfos Chile

Sprache:Spanisch
Zeitzone:MEZ -5, UTC -4, Sommerzeit von Anfang September bis Anfang April
Währung:Chilenischer Peso (CLP), 1 CLP = ~ 0,0013 EUR), 1 EUR = ~ 760 CLP, Stand Januar 2019. Der Peso war früher in 100 Centavos unterteilt. Wegen der hohen Inflation sind jedoch keine Centavo-Münzen mehr im Umlauf.
Strom/Adapter:220 V/50 Hz, Steckdosen-Typ C und L. Meist passen europäische Flachstecker. Sicherheitshalber solltest du einen Adapter Typ L * Adapter Typ L dabei haben, da ältere Steckdosen unter Umständen zu eng sein können.
Trinkgeld Restaurant:Wenn das Trinkgeld nicht in der Rechnung enthalten ist ("servicio incluido"), sind für guten Service 5-10 % des Rechnungsbetrags angemessen. Bitte den Kellner, das Trinkgeld zur Rechnung hinzuzufügen oder hinterlasse es direkt auf dem Tisch.
Trinkgeld Taxi:Trinkgeld im Taxi wird nicht erwartet. Wer zufrieden ist, kann nach eigenem Ermessen aufrunden.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: 0,5-1 EUR (~ 500-1.000 CLP) pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 EUR (~ 1.000 CLP) pro Person und Tag

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Wolfgang
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Hallo, ich bin Wolfgang. Reisen und die Welt erkunden sind meine größten Leidenschaften. Da ich jedoch in Vollzeit arbeite, will ich die Zeit vor Ort so gut wie möglich nutzen - optimiert reisen eben. Darüber schreibe ich hier auf reiseblitz.com und freue mich, wenn du mich dabei begleitest!

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