Vietnam in 2 Wochen: Unsere Route und Highlights

Veröffentlicht:

Trubelige Großstädte, beeindruckende Landschaften und eine bewegte Geschichte – das ist Vietnam. 15 Tage hatten wir Zeit, das südostasiatische Land zu erkunden. Länger erlaubte die visafreie Einreise für Reisende mit deutschem Pass bis Mitte 2023 nicht. Inzwischen wurde der Zeitraum zwar verlängert. Doch auch in gut zwei Wochen kannst du die Highlights des Landes erkunden. In diesem Beitrag stellen wir dir die schönsten Stationen unserer Vietnam-Rundreise vor.

Vietnam im Überblick

Vietnam ist ein langes Land. 1.650 Kilometer sind es von der gebirgigen nördlichen Grenze zu China bis an den südlichsten Punkt am Südchinesischen Meer. Knapp 100 Millionen Menschen leben hier. Durch seine langgezogene Form existieren im Land verschiedene Klimazonen. Eine ideale Reisezeit für ganz Vietnam gibt es somit nicht. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs Ende Juni/Anfang Juli war es überall sehr heiß. Im Allgemeinen gilt die Trockenzeit zwischen Februar und April als guter Kompromiss für alle Regionen. Nachfolgend unsere Reiseroute für Vietnam im Überblick:

Hanoi

Hanoi, (vietnamesisch Hà Nội), war vor 1802 schon mehrmals Hauptstadt verschiedener Vorgängerstaaten des heutigen Vietnam. 1802 machte der vietnamesische Kaiser Huế im Zentrum des Landes zum neuen Machtzentrum. 1945 erklärte der sozialistische Freiheitskämpfer Ho Chi Minh Hanoi wieder zur Hauptstadt, während seine Truppen gegen die Franzosen um die Unabhängigkeit kämpften. Nach den Grauen des Vietnamkriegs blieb Hanoi die Hauptstadt des 1976 unter kommunistischer Regierung wiedervereinigten Nord- und Südvietnams. Heute leben etwa acht Millionen Menschen hier.

Old Quarter

Das Zentrum Hanois bildet die Old Quarter genannte Altstadt. Dicht an dicht drängen sich hier die alten Häuser im kolonialen Stil. In ebenerdigen Ladenlokalen werden Produkte aller Art verkauft. Dabei gibt es eine gewisse thematische Sortierung. In einer Straße findest du vorwiegend traditionelle Medizinprodukte und Kräuter, in einer anderen Laternen und Partyzubehör, und so weiter.

Überall herrscht reges Treiben. Kleine Ruheoasen findest du in den Pagoden der Stadt, zum Beispiel in der Ba Da Pagoda (Chùa Bà Đá).

Train Street

Sehr bekannt in Hanoi ist die Train Street. Die Bahnschienen zum Hauptbahnhof führen hier mitten durch ein Stadtviertel mit vielen Cafés. Die Häuser sind direkt bis an die Schienen gebaut. Kommt ein Zug, wird es also etwas eng. Das Viertel hat sich in den letzten Jahren eher negativ entwickelt. Zutritt zur Straße erhält nur noch, wer sich an den Absperrungen in ein überteuertes Café mit Konsumationspflicht platzieren lässt. Immer wieder kommt es zu Unfällen mit unvorsichtigen Touristen. Daher versucht die Stadtverwaltung schon länger, die Straße endgültig zu sperren. Bislang jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.

Literaturtempel

Der Literaturtempel ist kein religiöser Tempel. Vielmehr ist er die erste Akademie des Landes. Schon im frühen 11. Jahrhundert wurden hier konfuzianische Lehren an aristokratische Schüler vermittelt.

Die weitläufige Anlage beeindruckt mit mehreren Schreinen, geschmückten Torbögen und einem schönen Park.

Ho-Chi-Minh-Mausoleum

Das tempelartige Gebäude des Mausoleums des Staatsgründers Ho Chi Minh thront über einem riesigen Platz mit direktem Blick auf das Parlament. Letzteres tagt üblicherweise zweimal im Jahr, um die Entscheidungen des Zentralkomitees der regierenden und einzigen Partei des Landes formell abzunicken.

Ebenfalls auf dem Areal steht die Einsäulenpagode in einem kleinen Teich. Religion spielt offiziell wie in allen kommunistischen Staaten keine große Rolle. In Vietnam herrscht jedoch gesetzlich festgelegt Religionsfreiheit. Im Kleinen folgen daher doch viele Leute einer oder mehreren traditionellen Glaubensrichtungen und bringen kleine Sach- oder Geldspenden in die Pagoden, um die Geister zu besänftigen.

Thang-Long-Wasserpuppentheater

Eine sehenswerte kulturelle Aktivität in Hanoi ist das Wasserpuppentheater. Schon seit dem 11. Jahrhundert wird diese Kunst in Vietnam praktiziert. Ursprünglich wurden die Aufführungen in Dorfteichen gezeigt. Detailreich geschnitzte Puppen werden unter Wasser an langen Holzstäben mit Seilzügen gesteuert und stellen Szenen aus dem alltäglichen Leben dar. Dazu spielt ein kleines Orchester traditionell vietnamesische Musik. Ein schönes Erlebnis!

Hoteltipp Hanoi: The Flower Boutique Hotel *, am Rande des Old Quarter gelegenes Hotel mit modernen Zimmern. Frühstück im obersten Stockwerk mit toller Aussicht über Hanoi. Gleich gegenüber findest du mit dem Chinh Coffee BanhMi ein nettes Lokal mit optional vegetarischen Banh Mi und Eierbier.

Restauranttipps Hanoi:

  • Green Inn: Komplett veganes Lokal mit guter Auswahl und sehr freundlichem Personal
  • Chayfood: Veganes Lokal im Old Quarter mit modernen vietnamesischen Gerichten
  • Banh Mi 25: Straßenstand mit guter Auswahl an vegetarischen Banh-Mi-Sandwiches
  • Cafe Giang: Typisches vietnamesisches Kaffeehaus mit gutem Eierkaffee

Halong-Bucht

Die Halong-Bucht gehört sicherlich zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Vietnam. Schroff ragen die steilen Karstfelsen hier aus dem Meer.

Von Hanoi sind es gut zweieinhalb Stunden Busfahrt zur Halong-Bucht. Sie eignet sich also gut für einen Tagesausflug. Entsprechend viel ist dort los. Vor Ort werden die zahlreichen Busse auf Schiffe verteilt und starten ihre Fahrt durch die Felsinseln. Dazu gibt es Essen und Getränke bei bester Aussicht.

Unser Tipp: Wir waren mit dieser Tour in der Halong-Bucht: Hanoi: 1-tägige Ha Long Bay Kreuzfahrt mit Titop Insel & Luon Höhle *. Diese war gut organisiert und wir konnten den Tag entspannt genießen.

Titov-Insel

Unser erster Anlegepunkt ist die Titov-Insel. Hier gibt es einen Aussichtspunkt, der über 400 Stufen erreichbar ist. Bei 35° C kein einfaches Unterfangen. Die Sicht von oben ist jedoch schön. Wenn dir das zu anstrengend ist, kannst du dich stattdessen an den Strand der Insel legen.

Mit dem Kajak durch die Bucht

Der nächste Stopp ist die Insel Bồ Hòn. Hier hast du die Möglichkeit, mit dem Kajak durch die Bucht zu paddeln. An sich ist das sehr schön. Allerdings ist hier ziemlich viel los und man kommt sich insbesondere im engen Tunnel der Einfahrt mit anderen Kanus und großen Ruderbooten in die Quere. Anscheinend gibt es hier auch Affen, diese zeigen sich bei unserem Besuch jedoch nicht.

Hang Sung Sot / Surprise Cave

Ebenfalls auf der Insel Bồ Hòn, allerdings in einer anderen Bucht, besuchen wir die Sung-Sot-Höhle (Hang Sửng Sốt). Wörtlich übersetzt bedeutet das „Überraschungshöhle“. Die Franzosen waren so überrascht von ihrem Fund, dass sie die Höhle einfach entsprechend benannten.

Und in der Tat ist sie beeindruckend. Nach einem vermeintlich kleinen Eingangsbereich gelangen wir durch einen schmalen Gang in eine riesige Halle mit faszinierenden Säulen und Tropfsteinen.

Dann neigt sich ein schöner Tag in der Halong-Bucht dem Ende zu und wir machen uns mit dem Schiff durch die unzähligen, größtenteils namenlosen Inselchen auf den Weg zurück zum Hafen und dann nach Hanoi.

Wir hatten im Vorfeld gelesen, dass die Bucht ein ziemliches Overtourism-Problem hat und inzwischen ziemlich vermüllt ist. Letzteres Thema hat die Provinzverwaltung inzwischen glücklicherweise erkannt und verschärfte Maßnahmen zur Säuberung ergriffen. Sei dir aber auf jeden Fall bewusst, dass du dir die Bucht bei einem Besuch mit sehr vielen Menschen wirst teilen müssen. Ähnliche Landschaften, die jedoch deutlich weniger überlaufen sind, findest du beispielsweise im Mu Ko Ang Thong Marine Park in Thailand.

Tam Coc

Knapp 100 Kilometer südlich von Hanoi liegt die Stadt Ninh Binh an der Bahnstrecke des sogenannten Wiedervereinigungsexpresses. Er verbindet die Städte Hanoi und Ho Chi Minh City/Saigon einmal quer durchs Land. Der Name Express ist dabei etwas irreführend. Die meiste Zeit zuckelt der Zug mit etwa 60 km/h voran. Ninh Binh ist der nächste Bahnhof zu den faszinierenden Karstlandschaften der Region Tam Cốc-Bích Động. Die Fahrt von Hanoi dauert etwa zweieinhalb Stunden.

Unser Tipp: Zugtickets für Vietnam kannst du vorab online auf der (deutschsprachigen) Website 12go * buchen. So ersparst du dir potenzielle Sprachbarrieren am Ticketschalter vor Ort und den recht umständlichen Onlinebuchungsprozess der Bahngesellschaft.

Tam Coc mit dem Boot

Direkt im Ortszentrum von Tam Coc startet eine der beiden Bootstouren der Region. Die andere, längere beginnt im knapp 10 Kilometer entfernten Tràng An. Da unsere Wetterapp „36° C, gefühlt wie 47° C“ anzeigt und wir mit einem Leihfahrrad aus unserer Unterkunft unterwegs sind, bleiben wir lieber im Umkreis von Tam Cốc.

Die auch als „Trockene Halong-Bucht“ bezeichnete Region ist wahrlich faszinierend. Auf einem schmalen Fluss fährst du in kleinen Holzbooten durch die beiderseits steil aufragenden Felsen und genießt die tollen Blicke.

Um die Arme etwas zu entlasten, haben die Bootsführer und Bootsführerinnen hier eine andere Technik entwickelt: Sie rudern die meiste Zeit mit den Füßen – sehr beeindruckend! Im Vorfeld hatten wir gelesen, dass am Umkehrpunkt der Boote Händler in Booten ihre Waren feilbieten. Sie wollen einen dazu bringen, den Bootslenkern ein überteuertes Getränk zu kaufen, das diese dann heimlich zurückgeben. Unser sehr lieber Steuermann freut sich jedoch sichtlich über das kühle Bier bei der Hitze, sodass wir es ihm gerne kaufen.

Bich-Dong-Pagode

Unser nächstes Ziel ist die Bich-Dong-Pagode (Chùa Bích Động). Sie liegt idyllisch zu Füßen der Karsthügel. Auf mehreren Ebenen findest du verschiedene Tempel, die sich in die Felsen und den umliegenden Wald einbetten.

Auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist der unterirdische Teil der Pagode, der direkt in den Felsen getrieben wurde und über mehrere Treppen zugänglich ist. Insgesamt eine sehr schöne Anlage.

Mua Caves

Ein weiteres Highlight der Region sind die Mua Caves. Allerdings weniger wegen der namensgebenden kleinen Höhlen, die wir nur im Vorbeigehen sehen. Viel spektakulärer ist die Aussicht von den Karstfelsen.

Die Treppen hinauf zur Aussichtsplattform sind zwar angesichts des Klimas eine echte Herausforderung. Von oben wirst du dafür mit einem atemberaubenden Rundumpanorama belohnt.

Gleich nebenan gibt es zudem ein weitläufiges Lotosfeld, durch das schmale Holzstege führen. Zusammen mit dem gebirgigen Hintergrund ebenfalls ein schönes Erlebnis!

Unterkunftstipp Tam Coc: Tam Coc Sunshine Homestay *, gemütliche Zimmer in einer schönen Gartenanlage direkt am Fuße eines Karstfelsens. Sehr herzliche Betreiberin, gutes Frühstück auf der hauseigenen Dachterrasse.

Restauranttipps Tam Coc

Mit dem Zug durch Vietnam

Für uns steht nun eine längere Etappe an, wir begeben uns mit dem Wiedervereinigungsexpress ins 600 Kilometer weiter südlich gelegene Hue. Die Bahnfahrt dorthin dauert insgesamt zwölf Stunden. Diese gehen jedoch überraschend schnell vorbei, nachdem es im Zug ständig etwas zu sehen oder tun gibt. Regelmäßig kommen Essenswägelchen mit allen möglichen Dingen vorbei und an jedem Bahnhof gibt es hektisches Treiben zu beobachten. Alleine zu beobachten, wie die Einheimischen kiloweise Proviant und Gepäck in allen möglichen und unmöglichen Formaten in den Zug und wieder hinaus bugsieren, ist durchaus beeindruckend.

Unser Tipp: Zugtickets für Vietnam kannst du vorab online auf der (deutschsprachigen) Website 12go * buchen. So ersparst du dir potenzielle Sprachbarrieren am Ticketschalter vor Ort und den recht umständlichen Onlinebuchungsprozess der Bahngesellschaft.

Hue

Hue (vietnamesisch Huế) ist eine Großstadt etwa in der Mitte des Landes auf der Nord-Süd-Achse. 350.000 Menschen leben hier. Das Stadtzentrum verwandelt sich nachts in eine große Walking Street mit vielen Bars und Restaurants.

Imperial City

Von 1802 bis 1945 war Hue Hauptstadt des vietnamesischen Kaiserreichs. In dieser Epoche entstand eine weitläufige Palastanlage, die Imperial City.

Diese war zu Zeiten der Kaiser eine Verbotene Stadt und durfte nur mit Ausnahmegenehmigung betreten werden. Als die Franzosen 1883 die Kolonialherrschaft über Vietnam erlangten, verlor das Kaisertum rasch an Bedeutung. Zyklone und Termiten setzten der Bausubstanz der Paläste in weiterer Folge stark zu.

1968 wurde die Zitadelle während des Vietnamkriegs nahezu vollständig zerstört. Die Restaurierungsarbeiten dauern bis heute an. Weite Teile der Imperial City sind für Besichtigungen zugänglich. Tickets kannst du direkt vor Ort beim Eingang kaufen.

Grab des Tự Đức

Durch die lange Zeit als Regierungssitz gibt es in und um Hue mehrere Kaisergräber. Eines davon sehen wir uns näher an. Der Kaiser Tự Đức regierte von 1847-1883. Seine Grabanlage enthält einen Tempelbereich, den er bereits zu Lebzeiten selbst plante. Daneben steht das eigentliche Mausoleum. Umgeben werden die Gebäude von einer schönen Parkanlage. Aus dem Stadtzentrum von Hue gelangst du am besten mit dem Taxi dorthin.

Thiên Mụ Pagoda

Unser letzter Stopp in Hue ist die Thiên-Mụ-Pagode. Sie liegt direkt am Parfümfluss, dem zentralen Strom der Stadt.

Bereits seit dem 17. Jahrhundert beherbergt sie ein buddhistisches Kloster. Ihr Pagodenturm ist der höchste in Vietnam.

Hoteltipp Hue: Jade Scene Hotel *, in einer ruhigen Seitengasse nahe der Walking Street gelegen. Schöne, geräumige Zimmer mit Balkon und toller Aussicht über Hue. Eigene Dachterrasse mit Swimming Pool. Gutes Frühstück.

Restauranttipps Hue

  • Madam Thu, gute vietnamesische Küche direkt auf der Walking Street
  • Nook Eatery, etwas versteckt in einer Seitengasse liegt dieses gemütliche Lokal mit sehr guter Küche sowohl für Frühstück als auch Abendessen

Mit dem Zug über den Wolkenpass

Von Hue reisen wir wieder mit dem Zug weiter in Richtung Süden. Unser nächstes Ziel ist die 100 Kilometer und 2,5 Zugstunden entfernte Stadt Da Nang (vietnamesisch Đà Nẵng). Auf dem Weg dorthin überquert die Bahnstrecke den knapp 500 Meter hohen Wolkenpass. Während sich der Zug mit 20-25 km/h über die kurvigen Schienen schlängelt, hast du eine schöne Aussicht über das Südchinesische Meer. Vom Bahnhof in Da Nang gelangst du mit dem Taxi oder einem von deiner Unterkunft organisierten Transfer in etwa 40 Minuten weiter nach Hoi An.

Hoi An

Hoi An (vietnamesisch Hội An) ist eine der ältesten Städte Vietnams. Ihre Lage an der ehemaligen Seidenstraße im Delta des Sông-Thu-Bồn-Flusses machte sie einst zur größten Hafenstadt in Südostasien. Im 18. Jahrhundert wurden die Schiffe immer größer. Dadurch wurde die nahegelegene Stadt Da Nang mit ihrem Hafen direkt am Meer attraktiver und Hoi An verlor an Bedeutung. Das führte jedoch dazu, dass die Stadt die Entwicklungen der folgenden 200 Jahre verpasste und ihr ursprüngliches Stadtbild behielt.

Altstadt

Glücklicherweise blieb Hoi An auch im Vietnamkrieg verschont, sodass die Altstadt bis heute sehenswert ist. Diese erkundest du am besten zu Fuß. Der Stadtkern ist die meiste Zeit für Autos und Motorroller gesperrt, sodass du gut durch die Gassen spazieren kannst.

Die alten Kaufmannshäuser sind wirklich hübsch anzusehen. Zwischendurch gibt es zudem ein paar gut erhaltene Tempelanlagen.

Lohnenswert ist ein Besuch der Altstadt vor allem abends. Dann gehen die unzähligen Lampions an den Gebäuden an und tauchen die Straßen in ein schönes Licht.

An Bang Beach

Mit dem Fahrrad sind es aus dem Stadtzentrum etwa 20 Minuten Fahrt zum An Bang Beach, dem Hausstrand von Hoi An. Hier kannst du dich mit kühlen Getränken erfrischen und die Aussicht genießen, zum Beispiel im The Fisherman Vegan Restaurant & Cafe. In vielen Bewertungen und Reiseberichten wird der Weg mit dem Rad als sehr idyllisch durch die Reisfelder beschrieben. Das können wir nicht bestätigen. Unsere Strecke führte die meiste Zeit an einer viel befahrenen Hauptstraße entlang, auf der wir den Rollerabgasen ausgesetzt waren und aufpassen mussten, dass wir nicht überfahren werden. Wir empfehlen daher, besser mit dem Taxi zum Strand zu fahren.

Unterkunftstipp Hoi An: MaiChi Villa Hoi An *, geräumige Zimmer, Pool direkt im Innenhof, kostenloser Fahrradverleih. Das freundliche Team organisiert auf Wunsch gerne Bahnhofs- oder Flughafentransfers von und nach Da Nang.

Restauranttipps Hoi An:

  • Vvegan – Vegan Café and Restaurant, sehr gute lokale Spezialitäten wie Cao Lầu oder Bun Curry in veganen Varianten.
  • Minh Hien Vegetarian Restaurant, etwas abseits des Zentrums werden hier traditionelle vietnamesische Gerichte in guter vegetarischer Version angeboten
  • Lê Hội Bánh Mì Chay, hervorragender und unschlagbar günstiger veganer Banh-Mi-Stand am Rande der Altstadt
  • Memories Brunch & Cafe, schöne Kaffee-/Rooftop-Bar mit tollem Blick von der Dachterrasse über die Altstadtdächer, sehr empfehlenswert rund um den Sonnenuntergang
  • Phin Coffee, gemütliches Frühstückslokal in einem begrünten Innenhof mit gutem vietnamesischem Kaffee
  • Rosie’s Cafe, auf dem Weg zum An Bang Beach eignet sich das Café für ein Frühstück oder eine Einkehr im Gastgarten
  • Reaching Out Teahouse, das Reaching Out Teahouse ist ein sehr schönes Projekt. Dieses hat sich zum Ziel gemacht, Gehörlose besser in die Arbeitswelt zu integrieren. Die Kommunikation mit dem Servicepersonal erfolgt daher über Gesten oder kleine beklebte Würfel mit den wichtigsten Anfragen. Der Tee und die Kekse schmecken dazu noch wunderbar. Insgesamt ein schönes Erlebnis und ein angenehmer Moment der Stille im ansonsten sehr trubeligen Vietnam!

Von Hoi An ging es für uns über Da Nang per Inlandsflug weiter nach Ho-Chi-Minh-Stadt/Saigon.

Ho Chi Minh City / Saigon

Saigon ist die größte Stadt in Vietnam. Etwa neun Millionen Menschen leben hier. Von 1954 bis 1976 war Saigon die Hauptstadt der Republik Südvietnam. Nach der Niederlage des Südens im Vietnamkrieg und der Wiedervereinigung unter kommunistischer Führung wurde die Stadt zu Ehren des kommunistischen Anführers Ho Chi Minh umbenannt. Dieser bekam von den Ehren jedoch nichts mehr mit, da er bereits 1969 noch mitten während des Krieges verstarb.

Ho Chi Minh City ist aus unserer Sicht nicht besonders sehenswert. Die Stadt eignet sich jedoch gut als Ausgangspunkt zur Erkundung des nahegelegenen Mekong-Deltas. Neben einigen älteren Bauten aus französischer Kolonialzeit gibt es in Saigon noch den Wiedervereinigungspalast zu sehen. Dieser diente erst der südvietnamesischen Regierung, dann den US-amerikanischen Truppen als Hauptquartier.

Gleich nebenan kannst du dir das War Remnants Museum ansehen. Dieses zeigt in teilweise sehr drastischen Fotografien den grausamen Alltag des Vietnamkriegs und die bis heute anhaltenden Folgeschäden des vielfach eingesetzten Nervengifts Agent Orange. Uns fehlt hier jedoch eine fundierte Auseinandersetzung mit den Ursachen des Krieges. Außerdem ist die Darstellung aus unserer Sicht sehr einseitig zugunsten der vietnamesischen „Befreiung“. Dass es auch auf dieser Seite Umerziehungslager und ethnische Säuberungen gab, wird geflissentlich ausgespart.

Etwas außerhalb des Zentrums gibt es eine kleine Chinatown. Von ein paar hübschen chinesischen Tempeln abgesehen, ist diese jedoch ein ganz normales Stadtviertel.

Der neue Teil der Stadt wird vorrangig von wenig ausdrucksstarken Hochhäusern dominiert. Die größte Walking Street, Bui Vien, ist hauptsächlich eine laute Partymeile und hat ebenfalls wenig Charme.

Unterkunftstipp Ho Chi Minh City: Song Anh Indochina Studios Nguyen Thai Binh*, gemütlich eingerichtete Einzimmer-Studios mit Waschmaschine. Freundliche Betreiber, gutes Café im französischen Stil.

Restauranttipps Ho Chi Minh City:

Mekong-Delta

Im Rahmen eines Tagesausflugs erkunden wir das weitverästelte Mündungsgebiet des Mekongs rund um die Stadt Ben Tre (Bến Tre). Sie liegt etwa zwei Autostunden südlich von Ho Chi Minh City. Knapp 4.500 Kilometer durch sechs Länder legt der Fluss Mekong zurück, bevor er hier ins Südchinesische Meer fließt.

Unser Tipp: Wir waren mit dieser Tour unterwegs: Authentische, weniger touristische Mekong-Delta-Ben-Tre-Tagestour *. Die Gruppe war angenehm klein und unser Guide wusste sehr viel Interessantes über die Region und Vietnam im Allgemeinen zu erzählen.

Die unzähligen kleinen Nebenarme des Mekong sind die Lebensadern der Region. Bei einer geführten Tour erfährst du viel über das ländliche Leben in Vietnam und die teils schwere Arbeit, mit der die Leute hier ihr Geld verdienen. In den Ziegelfabriken entlang des Ufers werden nach wie vor größtenteils in Handarbeit Ziegelsteine hergestellt. Über den Fluss können diese dann leicht abtransportiert werden.

Das Wasser wird außerdem für das Hauptprodukt der Region benötigt: die Kokosnuss. Sie wird hier angebaut und bis zur letzten Faser in alle möglichen Produkte verwertet. Bei einer Fahrradtour durch die Region hast du die Möglichkeit, die Erzeugnisse der Region in kleinen Geschäften, Galerien und Handwerksbetrieben zu verkosten und zu kaufen.

Bei einer Bootsfahrt genießt du schließlich noch die Natur der Region, bevor du nach Ho Chi Minh City zurückkehrst.

Fazit

Vietnam ist vor allem wegen seiner Vielfältigkeit spannend. Der Massentourismus ist noch nicht überall angekommen. Dadurch geht es vielerorts noch etwas ursprünglicher zu. Außerdem ist das Land für europäische Verhältnisse sehr preiswert. Es fehlt jedoch häufig auch das Budget, Sehenswertes instand zu halten oder zu pflegen. Landschaftlich hat uns Vietnam gut gefallen. Vollends begeistern konnte uns das Land aber nicht. Uns war es insgesamt zu laut, zu hektisch und vor allem zu warm. Das soll dich jedoch nicht davon abhalten, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen! Wenn du etwas mehr Zeit hast, kannst du beispielsweise zusätzlich die Reisterrassen von Sapa nördlich von Hanoi in deine Reiseroute aufnehmen.

Reisetipps Vietnam

Reiseführer Vietnam

Du suchst noch einen Reiseführer für Vietnam?

Essen in Vietnam

Die vietnamesische Küche ist vor allem bekannt für ihre Vielfalt an Nudelsuppen und Reisgerichten. Für uns überraschend waren diese oft eher schwach gewürzt. Allerdings gibt es fast immer eine gute Chilipaste dazu, mit der du hier etwas nachhelfen kannst. Den gerne und reichlich verwendeten Koriander (vietnamesisch rau mùi) kannst du fast überall erfolgreich abbestellen, wenn du ihn nicht magst.

Ein typischer Straßensnack in Vietnam ist Banh Mi. Dabei handelt es sich um längliche Baguettebrötchen, die mit verschiedenen Füllungen angeboten werden. Die vietnamesische Küche ist traditionell sehr fleischlastig. Inzwischen gibt es jedoch auch viele vegetarische und vegane Restaurants und Straßenstände, das macht es für uns deutlich leichter. In vegetarischen Banh Mi wird das Fleisch meist mit Ei ersetzt, in veganen mit Tofu. Dazu kommen Gemüse, Kräuter und Soßen und fertig ist ein sehr guter Snack für zwischendurch.

Trinken in Vietnam

Ei findet in Vietnam generell viel Verwendung. In Hanoi wurden daraus weitere lokale Spezialitäten entwickelt: Eierkaffee und Eierbier. In beiden Fällen wird Eigelb mit Kondensmilch und Zucker oder Honig aufgeschlagen.

Die cremige Masse wird entweder in den Kaffeeschaum oder das Bier eingerührt und dann getrunken. Entgegen unserer ursprünglichen Erwartung schmeckt zumindest der Eierkaffee ziemlich gut. Das Eierbier ist etwas gewöhnungsbedürftig.

In Sachen Bier hat Hanoi zudem noch das bia hơi zu bieten, wörtlich übersetzt „frisches Bier“. Es wird täglich frisch gebraut und kommt dann direkt in den Verkauf. Mit drei Volumenprozent hat es nur einen geringen Alkoholgehalt und ist in der Hitze der Stadt sehr erfrischend. Verkauft wird es in Straßenlokalen, in denen du auf niedrigen Plastikhockern an kleinen Tischen sitzt. Ein Glas kostet etwa 13.000 VND (ca. 50 Cent).

Ein weiteres sehr typisches Getränk ist Vietnamese Dripping Coffee. Er tropft direkt auf dem Glas frisch durch den Filter und ist recht stark. Optional kommt er mit Kondensmilch, ansonsten wird er einfach schwarz getrunken.

Vietnamesische Sprache

Die vietnamesische Sprache ist eine der wenigen in Südostasien, die in lateinischer Schrift geschrieben wird. Allerdings ist sie wie die meisten asiatischen Sprachen eine tonale Sprache. Die Betonung eines Wortes verändert also seine Bedeutung. Außerdem hat Vietnamesisch mehr Vokale als das lateinische Standardalphabet. Um diesen Tatsachen Rechnung zu tragen, kommen mehrere sogenannte diakritische Zeichen zum Einsatz. Diese können auch miteinander kombiniert werden. Die korrekte Aussprache ist für uns Europäer somit nicht ganz einfach.

So heißt die Kokosnuss in Vietnam dừa. Sagt man jedoch dưa, ist es eine Melone. Dứa wiederum bedeutet Ananas. Nachdem Vietnam lange ein französisches Protektorat war, finden sich in der Sprache überdies einige Lehnwörter aus dem Französischen. Ga für Bahnhof (vom französischen gare), ô tô für Auto, jam bông für Schinken oder bia für Bier sind nur ein paar Beispiele. Selbst die weit verbreitete Nudelsuppe Phở, hat ihren Namen vermutlich vom letzten Wortteil des pot au feu (ein traditionell französischer Eintopf).

Straßenverkehr in Vietnam

Im Wesentlichen scheint es in Vietnam nur eine Verkehrsregel zu geben: Es gilt das Recht des Stärkeren. Alle anderen Verkehrszeichen und Ampeln haben eher dekorativen Charakter. Die allgegenwärtigen Motorroller fahren gegen die Fahrtrichtung, über den Gehsteig und durch jede noch so enge Gasse. Der Schulterblick ist unüblich und auch der Blinker wird selten benutzt. (Außer als Warnblinker fürs Parken in zweiter Reihe oder auf dem Gehsteig.) Es liegt also in deiner eigenen Verantwortung, nicht von einem Fahrzeug überfahren zu werden, das ohne zu blinken oder zu schauen die Spur wechselt oder unvermittelt vom Gehsteig aus losfährt.

Um nicht übersehen zu werden, wird ständig und überall gehupt. Oft auch ohne ersichtlichen Grund. Nach einer Weile bekommst du zwar ein Gefühl dafür, wann du einigermaßen gefahrlos die Straße überqueren kannst. Auf Dauer kann das rücksichtslose Fahrverhalten jedoch durchaus anstrengend sein. Zumal die Gehsteige häufig komplett mit Motorrollern zugeparkt sind und du als Fußgänger direkt auf den vielbefahrenen Straßen gehen musst.

Falls du dich selbst ins Abenteuer wagen möchtest, kannst du an jeder Ecke für kleines Geld selbst einen Motorroller ausleihen. Beachte jedoch, dass es in Vietnam hauptsächlich 125er-Roller gibt. Für diese ist formell ein Motorradführerschein erforderlich. Die Vermieter interessiert das nicht und eine Polizeikontrolle ist ebenfalls eher unwahrscheinlich. Sei dir jedoch bewusst, dass beim Fahren mit einem europäischen Rollerführerschein (Klasse B) im Falle eines Unfalls die Versicherung erlöschen kann.

Fortbewegung in Vietnam

Längere Strecken im Land legst du am einfachsten per Inlandsflug oder Zug zurück. Die Züge fahren zwar nicht besonders schnell, dafür aber einigermaßen zuverlässig. Gut zu wissen für den Wiedervereinigungsexpress: Je niedriger die Zugnummer, desto moderner ist die Zugausstattung. Wähle für lange Fahrten also besser einstellige Zugnummern aus, damit du komfortabler unterwegs bist.

Unser Tipp: Zugtickets für Vietnam kannst du vorab online auf der (deutschsprachigen) Website 12go * buchen. So ersparst du dir potenzielle Sprachbarrieren am Ticketschalter vor Ort und den recht umständlichen Onlinebuchungsprozess der Bahngesellschaft.

Für kürzere Strecken in der Stadt empfehlen wir die Taxi-App „Grab“ (Android|iOS). Sie funktioniert wie Uber und zeigt dir vorab den zu bezahlenden Preis an. Dieser ist häufig nur ein Bruchteil dessen, was die Taxifahrer zunächst aufrufen. Die App eignet sich also auch gut dafür, Preise zu verhandeln. Zudem ist die eingebaute Übersetzungsfunktion im Chat für die Abstimmung mit den Taxifahrern hilfreich.

Reiseinfos Vietnam

Sprache
Vietnamesisch – tiếng Việt. Englisch wird vor allem in den Touristenregionen häufig gesprochen. In staatlichen Einrichtungen und Geschäften (z. B. dem Mobilfunkanbieter Viettel) ist dies jedoch auch mitten in Hanoi nicht immer gewährleistet.

Zeitzone
MEZ +6, UTC +7, keine Sommerzeit. Zeitunterschied zu Deutschland/Österreich/Schweiz 6 Stunden im europäischen Winter, 5 Stunden im europäischen Sommer.

Währung
Vietnamesischer Đong (VND), 1 Euro entsprach im Juni 2023 etwa 25.500 đ. Entsprechend viele Nullen haben die Geldscheine. Daher braucht es etwas Übung bis du den richtigen Wert findest. Kreditkarten sind nur in den größeren Städten verbreitet. Es ist also ratsam, immer ausreichend Bargeld dabeizuhaben. Für die Wechselstuben lohnt es sich, vorab etwas zu recherchieren, da die Kurse eine weite Bandbreite annehmen können. Gute Erfahrung mit fairen Kursen haben wir in Hanoi bei Quang Huy gemacht.

Strom/Adapter
220 V/50 Hz. Der Steckdosentyp variiert zwischen den Typen A, C, und G, da es keinen landesweit einheitlichen Standard gibt. Vor allem in Hotels findest du häufig Universalsteckdosen, in die unsere europäischen Flachstecker passen. Manchmal benötigst du aber auch einen Steckeradapter. Wir benutzen diesen Universal-Adapter *, der für die meisten Länder passt.

Trinkgeld Restaurant/Taxi/Hotel
Trinkgeld ist in Vietnam an sich nicht üblich, wird aber von Touristen gerne genommen. In Restaurants gibt es oft eine Tip Box am Tresen. Wenn du zufrieden warst, freut sich das Personal also über eine Aufmerksamkeit.


* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Unterkünfte, Produkte und Buchungsportale, die wir selbst für gut befunden haben.

Dir gefällt dieser Beitrag? Dann freuen wir uns, wenn du ihn teilst!

Schreibe einen Kommentar