Comer See: Die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten

SüdeuropaItalienComer See: Die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten

Der Comer See ist Italiens drittgrößter See und für uns der schönste der Oberitalienischen Seen. Auf Italienisch heißt er Lago di Como, die Einheimischen nennen den See auch Lario. Etwa in der Mitte teilt sich der Comer See in zwei südliche Arme. Somit liegt er wie ein umgedrehtes Ypsilon in den umgebenden Bergen. Sein Ufer ist gesäumt von kleinen Ortschaften, die sich mal mehr, mal weniger steil an die Felswand schmiegen. In diesem Artikel stellen wir dir unsere Lieblingsorte am Comer See von Süd nach Nord vor.

Como

Am südwestlichen Ende des Sees liegt die namensgebende Provinzhauptstadt Como. Mit ihrem Bahnhof Como Lago Nord direkt am Seeufer ist sie gut an Mailand angebunden. Von Como starten die meisten Ausflugs- und Linienschiffe sowie mehrere Buslinien entlang des Seeufers. Das macht Como zu einem guten Ausgangspunkt zur Erkundung des Comer Sees.

Doch auch Como selbst ist sehenswert und ein Spaziergang durch die mittelalterliche Altstadt lohnt sich. Die Haupt Einkaufs- und Flaniermeile ist die Via Vittorio Emmanuele II. An ihr steht der beeindruckende Dom von Como, die Cattedrale di Santa Maria Assunta.

Dom von Como - Cattedrale di Santa Maria Assunta

Ein paar Gehminuten weiter findest du die fast 1.000 Jahre alte Kirche Basilica di San Fedele. Ihre Fassade und ihr Turm mussten zwar mehrfach erneuert werden, innen ist sie aber über weitere Teile original erhalten.

Am nordwestlichen Ende der Altstadt liegt direkt am See eine Parkanlage. Sie beherbergt den Tempio Voltiano. Das tempelähnliche Gebäude beherbergt ein Museum zu Ehren des aus Como stammenden Erfinders der Batterie, Alessandro Volta.

Tempio Voltiano in Como im Sonnenuntergang

Von hier hast du außerdem eine schöne Aussicht über den Comer See und die umliegenden Ortschaften. Über die Seepromenade Lungolario gelangst du wieder zurück ins Zentrum.

Blick auf den Comer See von der Uferpromenade Lungolario in Como

Brunate

Brunate ist eine kleine Ortschaft in den Bergen über Como. Die gut 500 Höhenmeter dorthin überwindest du entweder mit dem Auto über eine enge und sehr kurvige Serpentinenstraße. Alternativ wählst du die gemütliche Variante und fährst direkt vom Seeufer in Como mit der Standseilbahn Funicolare Como-Brunate. So genießt du schon während der Fahrt den spektakulären Blick auf Como und den See. Die Bahn fährt alle 30 Minuten oder wenn sie voll ist. Im März 2022 hat eine Berg- und Talfahrt 5,70 Euro gekostet.

Aussicht von der Standseilbahn Funicolare Como-Brunate über die Altstadt von Como und den Comer See

Wegen seiner Aussicht wurde Brunate im späten 19. Jahrhundert zunehmend beliebt bei der Mailänder Oberschicht. Sie ließ hier zahlreiche prunkvolle Villen errichten. Viele davon sind heute gut erhalten oder werden als Hotels und Bed & Breakfasts genutzt. Eine hohe Villendichte findest du beispielsweise entlang der Via Pissarottino.

Alte Villa in Brunate

Am besten folgst du der Straße gleich bis zum Ende. Dort hast du von einem Aussichtspunkt (Punto Panoramico) einen fantastischen Blick über den See und weit in die nahegelegene Schweiz hinein.

Blick über den Comer See und die Stadt Cernobbio

Wenn du noch höher hinaus möchtest, ist der (durchaus anstrengende) Aufstieg zum Leuchtturm Faro Voltiano eine Option. Von seiner Aussichtsplattform lässt sich der Sonnenuntergang über dem See sehr gut verfolgen. Beim anschließenden Abstieg in der Abenddämmerung stehen je nach Jahreszeit die Chancen gut, dass du ein paar Glühwürmchen sichtest.

Etwas unterhalb der Bergstation der Standseilbahn gibt es einen weiteren lohnenswerten Aussichtspunkt, den Punto Panoramico su Como. Während die anderen Aussichtspunkte eher in Richtung See blicken, bietet sich von hier ein tolles Panorama über Como.

Blick auf die Altstadt von Como mit Dom und Comer See

In Brunate gibt es zudem mehrere gute Restaurants mit Aussicht, in denen du den Tag gemütlich ausklingen lassen kannst. Die letzte Bahn fährt um 22:30 Uhr.

Nächtliche Lichter von Como und Umgebung von Brunate aus gesehen

Bellagio

Das kleine Örtchen Bellagio liegt an der Spitze des Festlands, wo sich die beiden südlichen Arme des Comer Sees zum nördlichen Teil vereinen. Entlang der Uferpromenade winden sich hübsche kleine Gässchen hinauf in die höhergelegenen Teile der Stadt.

Altstadtgasse in Bellagio mit Comer See im Hintergrund

Vom nördlichen Ende der Altstadt ist es noch ein kurzer Fußmarsch bis zur Seespitze Punta Spartivento. Dort hast du erneut eine tolle Aussicht auf den See.

Blick auf die Seespitze Punta Spartivento mit Bergen im Hintergrund
Blick auf die Punta Spartivento von Varenna

Im Süden der Altstadt befindet sich der Bootsanleger. Wenn du von Como mit dem Schiff nach Bellagio fahren möchtest, legen hier in regelmäßigen Abständen sowohl touristische Ausflugsschiffe als auch reguläre Fähren von den gegenüberliegenden Ufern an.

Bunte Häuser am Bootsanleger in Bellagio

Alternativ kommst du mit der Buslinie C30 in einer guten Stunde von Como nach Bellagio. Im März 2022 fuhr der Bus einmal pro Stunde, eine Einzelfahrt kostete 3,80 Euro pro Richtung.

Tipp: In Bellagio gibt es keinen Fahrkartenautomaten und im Bus sind auch keine Tickets erhältlich. Am besten kaufst du also am Busterminal in Como die Rückfahrkarten gleich mit.

Varenna

Schräg gegenüber von Bellagio liegt Varenna am östlichen Seeufer. Wenn du mit dem Schiff von Bellagio kommst, hast du schon bei der Anfahrt einen wunderbaren Blick auf den Ort.

Bunte Häuser an der Uferpromenade von Varenna mit Bergen im Hintergrund

Zwischen Bellagio und Varenna verkehren regelmäßig Autofähren. So gelangst du schnell ans andere Seeufer und musst nicht den Umweg um den südöstlichen Seearm nehmen. Auch für Fußgänger ist die Fähre eine gute Möglichkeit, beide Städte mit wenig Aufwand zu sehen. Eine Hin- und Rückfahrt Bellagio-Varenna für Fußgänger kostete im März 2022 9,20 Euro.

Der Fähranleger befindet sich nicht direkt im Zentrum. Über die Uferpromenade Passeggiata degli Innamorati (Weg der Liebenden) gelangst du in wenigen Minuten in die Innenstadt von Varenna und kannst durch die engen Gassen schlendern – am besten mit einem Eis in der Hand. Gut geschmeckt hat es uns bei La Passerella.

Die rot gezäunte Uferpromenade Passeggiata degli Innamorati in Varenna

Villa Monastero

Empfehlenswert ist ein Besuch in den Botanischen Gärten der Villa Monastero. Sie liegt am südöstlichen Ende der Stadt, knapp 10 Fußminuten von Varennas Hauptplatz entfernt.

Arkadenbögen mit Comer See und Zypressen im Hintergrund

Die Botanischen Gärten sind in Terrassen entlang des Seeufers angelegt und beherbergen eine Vielzahl heimischer und internationaler Pflanzen. Mit dem Comer See im Hintergrund bilden die Gärten eine wunderschöne Einheit. Nimm dir Zeit, um alle Ecken der langgezogenen Parkanlage zu erkunden.

Mediterrane Pflanzen in den Botanischen Gärten der Villa Monastero mit Bergpanorama

In der Mitte der Gärten steht ein kleines Seminarhotel mit Café, falls dir der Sinn nach einem Espresso steht, bevor du ins Zentrum von Varenna zurückkehrst.

Bellano

Von den vielen kleineren Städten im nördlichen Teil des Sees hat uns Bellano am besten gefallen. Die Altstadt ragt auf einer Landzunge in den Comer See hinein und eignet sich gut für einen Bummel entlang der schönen Uferpromenade.

Hafen von Bellano mit Altstadtterrassen im Hintergrund

Abbazia del Piona

Vorgelagert auf einer Halbinsel im See liegt das Kloster Abbazia del Piona. Die Anlage wird noch aktiv von Mönchen genutzt, die hier ihre eigenen Produkte verkaufen. Neben dem Kreuzgang mit Innenhof besticht die Abtei mit schönen Panoramen über den See. Durch seine Abgelegenheit strahlt das Kloster eine angenehme Ruhe aus.

Baum im Innenhof des Kreuzgangs der Abbazia Piona

Mit dem Auto erreichst du die Abbazia del Piona über eine etwas abenteuerliche Pflasterstraße. Das Kloster hat außerdem einen eigenen Schiffsanleger mit Fährbetrieb.

Fortbewegung am Comer See

Um den Comer See zu erkunden, stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen. Am entspanntesten ist sicherlich die Fahrt mit dem Schiff. Aber auch mit dem Bus oder dem Auto kommst du gut voran.

Comer See mit dem Schiff

Wenn du dich einfach zurücklehnen und die Aussicht genießen möchtest, ist eine Schifffahrt auf dem Comer See ideal geeignet. Während das Schiff über den See gleitet, ziehen die Orte und Panoramen gemütlich an dir vorbei. Manche beliebten Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise die Villa von George Clooney sind nur vom Wasser aus zu sehen. Auf andere ist die Sicht vom See aus am schönsten. So zum Beispiel die Villa Balbianello. Dieses riesige Anwesen mit weitläufiger Parkanlage war mehrfach Kulisse für Hollywood-Filme, darunter eine Star-Wars-Episode und ein James-Bond-Film.

Gelbe Gebäude der Villa di Balbianello in einer Parkanlage

Schiffe sind am Comer See Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Daher gibt es sowohl regelmäßig fahrende Linienschiffe als auch unregelmäßig fahrende Ausflugsschiffe. Die Fahrpläne sind je nach Jahreszeit unterschiedlich. Insbesondere an sonnigen Tagen und am Wochenende sind die Schiffe sehr beliebt. Sichere dir also rechtzeitig deine Tickets.

Eine jeweils aktuelle Übersicht gibt es auf der Website der Schifffahrtsgesellschaft. Nicht alle Schiffe fahren alle Stationen an. Achte also darauf, wo du an Land gehen möchtest. Wenn du mehrere Zwischenstopps planst, lohnt sich eine Tageskarte. Diese ermöglicht dir unlimitierte Ein- und Ausstiege an allen angelaufenen Häfen.

Comer See mit dem Bus

Entlang des Ufers und zwischen den größeren Städten am Comer See fahren regelmäßig Linienbusse. Ein zentraler Knotenpunkt ist das Busterminal in Como, gleich neben dem Seebahnhof Como Lago Nord. Informationen zu Fahrplänen und Tickets findest du auf der Website der lokalen Verkehrsbetriebe. Die Busse fahren auch kleinere Ortschaften höher über dem See an. Dadurch ergeben sich während der Fahrt immer wieder schöne Blicke.

Seeblick aus dem fahrenden Bus

Wir haben unsere Tickets am Schalter im Busbahnhof gekauft. Es geht wohl auch mit der App Arriva MyPay (Google Play Store | Apple Store), das haben wir jedoch nicht getestet.

Comer See mit dem Auto

Rund um den Comer See gibt es ein dichtes Straßennetzwerk. Bei einer Umrundung des Sees fährst du die meiste Zeit direkt am Ufer entlang. Insbesondere im gebirgigen Norden sind einige Streckenteile untertunnelt. Durch die felsige Steilküste gibt es leider nicht allzu viele Haltemöglichkeiten unterwegs, um die Aussicht zu genießen. In den schmalen Gassen der kleinen Uferstädte ist Parken nur sehr eingeschränkt möglich.

Wenn du nicht die Autofähre von Varenna nach Bellagio nehmen möchtest, musst du den kompletten östlichen Seearm umrunden. Dies hat sich aus unserer Sicht nur bedingt gelohnt, da der Comer See andernorts schöner ist.

Fazit

Der Comer See gehört zu unseren absoluten Lieblingsreisezielen und wir kommen immer gerne wieder! Die entspannte Atmosphäre gepaart mit den tollen Aussichten lassen uns dort völlig entspannen. Aus unserer Sicht ist der schönste Teil des Comer Sees der südwestliche Arm von Como bis Varenna. Diesen solltest du bei deinem Besuch also nicht aussparen.

Reisetipps Comer See

Unterkünfte am Comer See

Bellavista Boutique Hotel, Piazza Bonacossa 2, Brunate
Bellavista Boutique Hotel auf booking.com *
Schönes Boutiquehotel in einer herrschaftlichen Villa in Brunate nahe der Standseilbahn nach Como. Gutes Frühstück und Restaurant mit Aussicht, gratis WLAN.

B&B Il Balcone sul Lago, Via Pissarottino 26, Brunate
Il Balcone sul Lago auf booking.com *
Gemütliches Bed & Breakfast mit gigantischer Aussicht vom eigenen Balkon (zumindest in der Camera Piccola) über den Comer See und sehr herzlichen Betreibern. Gutes Frühstück, gratis WLAN.

Restaurants am Comer See

Bellavista, Piazza Bonacossa 2, Brunate
www.bellavistabrunate.com/en/ristoro/
Gute italienische Küche mit wechselnden saisonalen Gerichten und toller Aussicht von der Terrasse.

Pizzeria Lariana, Via Alessandro Manzoni 21, Como
pizzerialariana.it
Gute Take-Away-Pizzeria gleich gegenüber vom Bahnhof Como Lago Nord. Ideal geeignet für eine späte Ankunft.

Locanda Barbarossa, Via Odescalchi 10/12, Como
www.locandabarbarossa.it
Rustikale italienische Pizzeria, die sich abends rasch mit Einheimischen füllt. Gute Pizza, aber auch Fleisch- und Fischgerichte.

Reiseinfos Italien

Sprache
Italienisch, regional auch Deutsch, Ladinisch, Französisch und Slowenisch

Zeitzone
MEZ, UTC+1, Sommerzeit von März bis Oktober, kein Zeitunterschied zu Deutschland/Österreich/Schweiz

Währung
Euro (EUR), 1 EUR = 100 Cent

Roadtrip-Info
Rechtsverkehr. Hauptverkehrsstraßen gut ausgebaut und in gutem Zustand. Autobahnen mautpflichtig, Abrechnung über Mautstationen. Tempolimit auf Autobahnen 130 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h, auf Landstraßen 90 km/h. Innerorts 50 km/h.

Strom/Adapter
230 V/50 Hz, Adapter selten und nur noch in älteren Gebäuden nötig.

Trinkgeld Restaurant
Trinkgeld ist in Italien bereits in der Rechnung enthalten und somit eher unüblich. Wenn du mit dem Service sehr zufrieden bist, lässt du etwas Wechselgeld auf dem Tisch liegen. Keinesfalls wird das Trinkgeld direkt beim Bezahlen gegeben. Zahlst du mit Kreditkarte, lässt du das Trinkgeld trotzdem in bar liegen.

Trinkgeld Taxi
Trinkgeld im Taxi ist unüblich. Wer zufrieden ist, kann auf den nächsten vollen Euro aufrunden.

Trinkgeld Hotel
Gepäckträger: 1-2 EUR pro Gepäckstück.
Reinigungspersonal: ca. 1 EUR pro Tag. Da das Reinigungspersonal nicht immer dasselbe ist, hinterlässt man das Geld täglich im Zimmer, deutlich als Trinkgeld erkennbar.


Der Comer See lässt sich perfekt mit einer Reise nach Mailand oder zu den anderen Oberitalienischen Seen kombinieren. Auch in einen Norditalien-Roadtrip oder einen Roadtrip durch die Alpen lässt er sich gut integrieren. Mehr dazu liest du in unseren folgenden Artikeln:


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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Jessica und lieber Wolfgang. Da habt ihr ja eine schöne Reise gehabt! Tolle Fotos und Berichte! Weiter so und ganz liebe Grüße von Birgit und Wolfgang

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