Donegal ist Irlands nördlichste Grafschaft und steht meist etwas im Schatten der deutlich bekannteren südlichen Inselhälfte. Dies jedoch völlig zu Unrecht. Auch hier im Norden hat das Land viel tolle Natur und atemberaubende Aussichten im Angebot. Im Rahmen unseres Roadtrips durch das nördliche Irland und Nordirland haben wir uns einen Tag in Donegal umgesehen. Unsere Highlights stellen wir euch in diesem Beitrag vor.

Murvagh Beach

An großartigen Stränden mangelt es Irland nicht. Schon auf unserer letztjährigen Irlandreise begeisterten uns der weiße Sand in Connemara oder die wilden Strände des Ring of Kerry. Donegal steht dem in nichts nach. Die Nordküste ist ebenfalls Teil des Wild Atlantic Ways. Diese über 2.600 Kilometer lange Küstenstraße deckt die gesamte irische Westküste ab und führt an vielen Naturschönheiten vorbei. Auch in Donegal liegen unzählige traumhafte Strände entlang der Route. Stellvertretend für diese haben wir uns den besonders schönen Murvagh Beach ausgesucht.

Eingang zum Murvagh Beach
Die gezackte Welle ist das Erkennungssymbol des Wild Atlantic Ways.

Er liegt günstig für unsere Route und ist leicht zugänglich. Vom kleinen Parkplatz führt uns ein Holzsteg durch die grasbewachsenen Dünen hinunter zum Meer. Die langen Halme rascheln im Wind und im Hintergrund rauscht die Brandung unablässig auf den breiten Sandstrand.

Steg zum Murvagh Beach in Donegal
Ein Strand wie aus dem Bilderbuch.

Jetzt, Ende September, ist wenig los. Eine Familie picknickt auf dem Sand und lässt einen Drachen steigen. Einige vereinzelte Spaziergänger folgen der gekrümmten Bucht. Ein mutiger Besucher wagt sich sogar in die Wellen des kalten Atlantischen Ozeans. Ansonsten haben wir den Strand weitgehend für uns.

Familienspaß am Murvagh Beach
Familienspaß am Murvagh Beach

Wir genießen die raue, salzige Luft und die wärmenden Sonnenstrahlen während wir am Wasser entlang schlendern. Im Sommer ist der Murvagh Beach ein beliebter Badestrand und deutlich stärker besucht. Im Herbst geht es wesentlich entspannter zu und mit etwas Glück kannst du auf den vorgelagerten Sandbänken Robben beim Sonnenbad beobachten. Das bleibt uns leider verwehrt. Auch so ist der Strand einen Besuch aber allemal wert!

Murvagh Beach in Donegal
Zwei Kilometer ist der Murvagh Beach etwa lang.

Wunderschönes Donegal

Es braucht nicht immer eine Sehenswürdigkeit, um schön zu sein. Donegal ist auch abseits der touristischen Attraktionen einfach wunderbar. Auf unserem Weg vom Murvagh Beach zum Glenveagh National Park durchqueren wir eine der zahlreichen irischen Hochebenen.

Hochebene in Donegal
Das irische Hochland beeindruckt

Die vielfältigen rötlichen Farbtöne der kargen Vegetation beeindrucken uns jedes Mal aufs Neue. Halte unbedingt einmal an und genieße die absolute Stille, die nur vom Rauschen des Windes durchbrochen wird.

Hochland in Donegal
Lass das Auto kurz mal stehen und genieß die Ruhe.

Glenveagh National Park

Plötzlich wandelt sich der Bewuchs, es wird wieder grüner. Wir nähern uns dem Lough Beagh. Rund um diesen See liegt der Glenveagh National Park, einer der sechs Nationalparks in Irland. Mehrere Walking Trails in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsstufen führen durch die herrliche Natur des Parks.

Seeblick im Glenveagh National Park
Fast schon märchenhaft liegt der Park vor uns.

Wir lassen es wie üblich gemütlich angehen und entscheiden uns für den zwei Kilometer langen Derrylahan Nature Trail. Er führt uns erst ein Stück am Seeufer entlang und dann hinauf ins benachbarte Hochmoor.

Farne am Seeufer im Glenveagh National Park
Der Herbst hat die ersten Farne schon rötlich gefärbt.

Vom westlichsten Punkt des Trails können wir einen kurzen Blick auf das Glenveagh Castle erhaschen. Es wacht über den See und ist für Besucher geöffnet. Vom Besucherzentrum beim Eingang des Parks fahren regelmäßige Shuttlebusse. Alternativ gehst du etwa vier Kilometer entlang des Seeufers dorthin.

Blick auf Glenveagh Castle - Glenveagh National Park
Blick auf Glenveagh Castle

Wir interessieren uns jedoch mehr für die Landschaft und genießen vom Hochmoor aus wunderbare Blicke hinunter auf den See. Nach einer guten Stunde sind wir zurück beim Parkplatz. Ohne unsere unzähligen Fotostopps ist die Runde in etwa 45 Minuten zu schaffen und somit perfekt für einen guten ersten Eindruck vom Park.

Blick vom Hochmoor im Glenveagh National Park
Auch von oben ist der Glenveagh Nationalpark wunderschön.

Grianán von Aileach

Die Grafschaft Donegal weist — wie der Rest Irlands — eine lange Geschichte auf. Schon vor über 9.000 Jahren besiedelten Menschen die Region. Maßgeblich beeinflusst wurde die irische Kultur durch die keltischen Völker, die sich in den Jahrhunderten um Christi Geburt auf der Insel ausbreiteten. Aus ihnen gingen die ersten irischen Herrscherfamilien hervor. In etwa aus dieser Zeit stammt auch das Grianán von Aileach. Dieses ringförmige Steinfort thront auf dem Berg Greenan und ermöglicht von hier oben einen 360-Grad-Blick auf die umliegende Landschaft.

Blick auf Inch Island und Inishowen vom Grianan von Aileach
Blick auf Inch Island und Inishowen

Fahr also vom kleinen Örtchen Burt den Schildern nach bis ganz hinauf und genieße die wundervolle Aussicht über Inch Island sowie die Halbinsel Inishowen. Das Fort ist auch sehr beliebt, um von hier den Sonnenuntergang zu genießen.

Tiefstehende Sonne beim Grianan vom Aileach
Bis zum Sonnenuntergang dauert es noch etwas.

Dann verlassen wir Donegal schon wieder. Nur wenige Kilometer östlich des Forts beginnt Nordirland, das Teil des Vereinigten Königreichs ist. Nahezu direkt hinter der Grenze liegt die Stadt Derry/Londonderry, die unser Ziel für heute Abend ist.

Panoramablick vom Grianan von Aileach
Panorama mit Fort

Fazit

Donegal hat uns ein weiteres Mal gezeigt, warum wir Irland so sehr lieben. Die wundervolle Natur zusammen mit den freundlichen Menschen und der irischen Gelassenheit begeistern uns auch hier im Norden. Ein Tag reicht gerade so, um einen guten ersten Eindruck von der Grafschaft zu bekommen. Natürlich gibt es noch deutlich mehr zu erkunden. Tipps dazu findest du auf der Seite des Tourism Boards. Für uns ist klar: Wir kommen sicher wieder!

  • Fahrstrecke: ca. 250 km
  • Gesamtzeit: 1 Tag
  • Fahrzeit: ca. 4 Stunden
Für uns war wie üblich der Mietwagen das Transportmittel der Wahl. Dieser lohnt sich auch, da die meisten Ziele in Donegal recht abgelegen sind.
Wir haben nicht in Donegal direkt übernachtet. Allerdings sind die irische Grafschaft Cavan oder das nordirische Enniskillen gute Ausgangspunkte von Süden kommend. Von Osten kommend ist das nordirische Derry/Londonderry eine gute Basis.

Gut gefallen haben uns:

Rivendell Bed and Breakfast
Castle Saunderson, Belturbet Rahulton, Cavan
www.booking.com/hotel/ie/rivendell-bed-and-breakfast (keine eigene Website)

Sehr sympathisches Bed & Breakfast gleich südlich der nordirischen Grenze mit angeschlossenem indischen Restaurant. Kostenfreies Parken direkt vor der Tür, gutes Frühstück.
Redgate House
1 Woodbridge Hill
Derry, BT47 2EE
Redgate House auf Tripadvisor (keine eigene Website)

Großzügiges Haus auf einem Hügel über Derry. Sehr herzliche Inhaberin, gutes Frühstück, kostenloses Parken vor dem Haus.
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6 Kommentare

    • Hi Mark,

      ja, diesen Namen trägt die Insel wirklich vollkommen zu Recht. So viele Grüntöne haben wir sonst bisher nur auf Island gefunden.

      Liebe Grüße
      Wolfgang

  1. Hallo Wolfgang,

    bisher kenne ich im Glenveagh National Park nur das Schloss und seine Gärten. Dein Bericht macht Lust auf eine Wanderung. Die, die Du beschreibst, hat genau die richtige Länge für uns. Mal sehen, wann es uns wieder nach Donegal verschlägt. Lust darauf hast Du uns auf jeden Fall gemacht.

    Liebe Grüße,
    Monika

    • Vielen Dank, liebe Monika!

      Dann hoffe ich, dass ihr bald wieder die Gelegenheit für eine Erkundung dieser wunderbaren Region haben werdet!

      Liebe Grüße
      Wolfgang

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