Gemächlich fließt der Okavango an unserer Lodge vorbei. Die Vögel zwitschern, der Wind rauscht leise durch die Blätter. Vom anderen Flussufer krächzt Musik aus einem kleinen Radio herüber. Zwei Kinder spielen im seichten Wasser und ein paar Frauen waschen Wäsche im Fluss. Wir sind in Namibias Norden angekommen, hier ticken die Uhren noch anders.

Der Weg nach Norden

Nach unserem fantastischen Tag im Etosha-Nationalpark setzen wir unsere Reise nach Norden fort. Wir durchfahren nun die beiden Kavango-Provinzen, Heimat des gleichnamigen Volks der Kavango. Die etwa 200.000 Einwohner zählende Region ist wiederum in fünf Königreiche unterteilt. In diesen leben die Kavango noch traditionell in kleinen Palisadendörfern. Immer wieder fliegen am Straßenrand die rechteckigen oder quadratischen Siedlungen am Fenster vorbei.

Autos gibt es hier nur wenige. Wer etwas erledigen will, geht entweder zu Fuß oder nimmt den Ochsenschlitten. Ein bis zwei Rinder ziehen die selbst gebauten Gefährte. So können die Kavango Einkäufe und Handelswaren aber auch Kinder oder Kranke bequem über weitere Strecken transportieren.

Ochsenschlitten in Kavango
Der Ochsenschlitten kommt hier noch häufig zum Einsatz.

Diese eher gemächliche Art der Fortbewegung schützt die Bewohner auf jeden Fall vor einer Gefahr: Der Kollision mit einem Elefanten. In diesen Breiten leben die wunderbaren Tiere in freier Wildbahn. Entsprechend ist es ratsam, die Warnschilder am Straßenrand ernst zu nehmen. Mehrmals kreuzen vor uns einzelne Tiere oder kleine Herden die Straße.

Elefantenwarnschild in Kavango
Die Gefahr, mit einem Sechs-Tonnen-Koloss zusammenzustoßen, ist hier durchaus vorhanden.

Gegen Mittag kommen wir schließlich in unserer Lodge an und stellen fest, dass wir weiter nördlich in Namibia wohl nicht mehr kommen werden. Vom Balkon unserer Hütte aus haben wir direkten Blick auf den Okavango. Das Flussufer gegenüber gehört bereits zu Angola.

Angolablick am Okavango
Blick auf den Okavango. Auf der anderen Flussseite: Angola

Über etwa 400 Kilometer ist der Fluss die Grenze zwischen den beiden Ländern. Die einheimischen Kavango interessiert die von den ehemaligen Kolonialherren willkürlich gewählte Linie allerdings nicht übermäßig. Die nächste größere Stadt auf angolanischer Seite ist weit entfernt. Deswegen setzen die Leute lieber mit selbst geschnitzten Booten nach Namibia über und gehen im nahe gelegenen Ort Rundu einkaufen. Grenzkontrollen gibt es hier, abseits der großen Straßen, sowieso keine.

Eine Bootsfahrt auf dem Okavango

Unsere letzte Sundownerfahrt zum Fish River Canyon liegt schon wieder eine Weile zurück. Deswegen ist es höchste Zeit, diesem schönen Brauch wieder einmal zu frönen. Diesmal jedoch vom Wasser aus. Und so starten wir am Nachmittag mit einem der kleinen, Lodge-eigenen Boote zu einer näheren Erkundung des Okavango.

Okavangoboote
Mit den kleinen Booten brechen wir zur Erkundung des Okavango auf.

Ich nehme es gleich vorweg: Die Fahrt ist einfach herrlich! Auf dem Fluss sind kaum Boote unterwegs, sodass wir die wunderbare Natur ganz für uns haben. Wir kreuzen zwischen Namibia und Angola hin und her und genießen das wunderbare Wetter, den angenehmen Fahrtwind sowie ein paar kühle Getränke.

Afrikanischer Artenreichtum

Wie überall in Afrika ist auch hier eine Vielzahl von Tieren unterwegs. Unser Kapitän steuert das Boot etwas näher an das Uferdickicht heran und seine Intuition trügt ihn nicht: Direkt vor uns auf den Zweigen liegt ein kleines Krokodil und sonnt sich.

Krokodil am Okavango
Gemütlich sonnt sich das Krokodil im Geäst.

Zwar sind wir schon längst in den Tropen, dennoch kühlt es auch hier im Winter ab. Während wir die Temperaturen um die 20° C als recht angenehm empfinden, fahren die wechselwarmen Krokodile ihre Aktivität zurück. Tagsüber liegen sie nahezu reglos in der Sonne und tanken Energie, die sie dann nachts wieder für die Jagd aufwenden. Dadurch können wir uns ihnen am Tag relativ gefahrlos nähern. Das wissen auch die Vögel, die direkt nebenan unbeschwert im Geäst sitzen oder nach Fischen tauchen. Unzählige Arten flattern über das Boot hinweg oder beäugen uns misstrauisch vom Ufer aus.

Vogel am Okavango
Misstrauisch werden wir beobachtet.

Langsam färbt sich der Himmel rosa. Die Sonne sinkt immer tiefer und unser Bootsführer bringt uns in Position für einen traumhaften Sonnenuntergang. Wir genießen das tolle Farbenspiel über dem Okavango und freuen uns über einen weiteren sehr gelungenen Tag im wunderschönen Namibia!

Sonnenuntergang über dem Okavango
Der herrliche Sonnenuntergang über dem Okavango.
  • Strecke: ca. 365 km
  • Gesamtzeit: 1 Tag
  • Fahrzeit: ca. 3:45 Stunden
Spätestens hier im Norden Namibias seid ihr ohne fahrbaren Untersatz aufgeschmissen. Die Hauptstraßen sind jedoch gut ausgebaut.
Hakusembe River Lodge
Zufahrt Hakusembe River Road
Kanzoni
www.gondwana-collection.com/the-okavango-experience/accommodation/hakusembe-river-lodge/

Auch heute essen wir sehr gut in unserer Lodge zu Abend.
Hakusembe River Lodge
Zufahrt Hakusembe River Road
Kanzoni
www.gondwana-collection.com/the-okavango-experience/accommodation/hakusembe-river-lodge/

Mitten in der Natur und direkt am Okavango-Fluss gelegen, ist die Lodge ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung des Flusses. Parkplätze direkt vorm Haus, gutes Frühstück, gratis WLAN im Gemeinschaftsbereich.
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