Die Tempel von Angkor: Faszinierendes Kambodscha

Veröffentlicht:
Entdecke die Tempel von Angkor mit unseren Reisetipps und lerne Kambodschas Top-Sehenswürdigkeit in unserem Blogpost kennen.

Die Region Angkor im nördlichen Kambodscha war über 6 Jahrhunderte der kulturelle Mittelpunkt des Königreichs der Khmer. Über 1.000 Tempelanlagen entstanden hier zwischen dem 9. und dem 15. Jahrhundert in den verschiedenen Hauptstädten. Die bekannteste von ihnen ist sicherlich Angkor Wat. In diesem Artikel stellen wir dir diesen und einige weitere faszinierende Bauten der Region nahe der Stadt Siem Reap vor.

Angkor Wat

Angkor Wat ist nicht nur der bekannteste, sondern auch der größte Tempel der Angkor-Region. Im 10. Jahrhundert entwickelte das Königreich der Khmer fortschrittliche Bewässerungstechniken. Daraus resultierende Ertragssteigerungen beim Reisanbau verhalfen den Khmer-Königen zu erheblichem Reichtum. Das erwirtschaftete Geld wurde in den Bau großer Städte und prächtiger Tempelanlagen investiert.

Im frühen 12. Jahrhundert entstand schließlich Angkor Wat. Der ursprüngliche Zweck des zunächst hinduistisch geprägten Tempels ist nicht zweifelsfrei geklärt. Wegen kriegerischer Auseinandersetzungen der Khmer mit ihren Nachbarn wurde die Anlage zunächst nicht fertiggestellt. Erst im späten 13. Jahrhundert erfolgte der Abschluss der Bauarbeiten und die Umwidmung in einen buddhistischen Tempel.

Heute ist Angkor Wat ein bedeutendes Symbol der kambodschanischen Kulturgeschichte. So bedeutend, dass es sogar Kambodschas Flagge und Geldscheine ziert. Und in der Tat ist die weitläufige Anlage wirklich faszinierend!

Phnom Bakheng

Etwas nördlich von Angkor Wat liegt der Hügel Phnom Bakheng. Er war das Zentrum der ersten Hauptstadt Yasodharapura. Bereits im späten 9. Jahrhundert entstand hier der ebenfalls Phnom Bakheng benannte Haupttempel.

Weit reicht der Blick von hier über die sonst eher flache Landschaft. Das wussten auch die Roten Khmer zu schätzen, die den Berg während ihrer Gewaltherrschaft in den 1970er-Jahren als strategische Festung nutzten. Die kommunistische Guerillagruppe kam 1975 unter ihrem Anführer Pol Pot an die Macht und regierte Kambodscha in einer grausamen Terrordiktatur. Zwar dauerte diese Periode nur vier Jahre. Doch Mangelernährung, Zwangsarbeit und massenhafte Hinrichtungen unliebsamer politischer Gegner kosteten Schätzungen zufolge in dieser kurzen Zeit etwa zwei Millionen Menschen das Leben.

1979 wurde Pol Pot entmachtet und die Roten Khmer zogen sich in den Untergrund zurück. Aus den Wirren der Nachfolgeregierungen entstand ein Bürgerkrieg, bis schließlich 1993 die ersten freien Wahlen im Land stattfanden. Erst nach Pots Tod im Jahr 1998 ließen die Konfrontationen und Machtkämpfe endgültig nach. Die Prozesse gegen die Mitglieder der Partei laufen teilweise bis heute. Im Land ist zwischenzeitlich glücklicherweise Frieden eingekehrt. Somit steht auch der Phnom Bakheng Besuchern wieder offen und erlaubt seine fantastischen Blicke insbesondere auf den Nachbartempel Angkor Wat.

Angkor Thom

Nur wenige Minuten weiter nördlich markieren ein Wassergraben und das Tonle-Om-Tor (auch Southern Gate genannt) den Eingang nach Angkor Thom. Angkor Thom, wörtlich übersetzt „Große Stadt“ wurde im frühen 13. Jahrhundert von König Jayavarman VII. errichtet und zur neuen Hauptstadt erkoren. Auf dem etwa drei mal drei Kilometer großen Areal sind viele Tempel erhalten geblieben, die einen Besuch auf jeden Fall lohnen.

Bayon

Angkor Thoms Haupttempel war der Bayon. Er steht genau im Zentrum der ehemaligen Stadt und thronte über den umliegenden Gebäuden. Heute steht er inmitten eines kleinen Wäldchens. Wohnhäuser sind aus dieser Zeit keine erhalten. Das wertvolle Baumaterial Stein war den Tempeln und Palästen der Städte vorbehalten. Somit wurden die Unterkünfte der gemeinen Bevölkerung aus Holz errichtet, das im Laufe der Jahrhunderte vollständig verrottete.

Der Bayon ist vor allem bekannt für seine unzähligen Gesichtertürme. Die meterhohen Gesichter symbolisieren das buddhistische Erleuchtungswesen Bodhisattva Avalokiteshvara. Die Bodhisattvas sollen Gläubigen helfen, das Nirwana zu erreichen und sich aus dem Kreislauf der Wiedergeburt zu befreien. Avalokiteshvara ist dabei für das Mitgefühl zuständig. In der chinesischen Form des Buddhismus entspricht Avalokiteshvara der Göttin Guanyin, der ebenfalls viele Tempel gewidmet sind. Darunter beispielsweise der Wat Huay Pla Klang in der thailändischen Stadt Chiang Rai. Sehr beliebt sind im Bayon daher perspektivische Fotos, auf denen sich die Nasen der Statuen mit jenen der Besuchenden berühren zu scheinen.

Baphuon

In unmittelbarer Nähe des Bayons stehen die Ruinen des Baphuon. Im Gegensatz zum buddhistischen Bayon ist er ein hinduistischer Tempelberg. Sein ursprünglicher Turm dürfte eine Höhe von bis zu 50 Metern gehabt haben.

Die vorherrschende Glaubensrichtung änderte sich mit den verschiedenen Herrschern. Ältere Bauten wie der aus dem 11. Jahrhundert stammende Baphuon wurden daher einfach in die neuen Städte integriert. Schließlich schadete es nie, sich auch mit den anderen Göttern gutzustellen.

Bei Bedarf wurden Tempel auch einfach umgewidmet. Vermutlich wegen eines Konstruktionsfehlers stürzte der Turm des Baphuon im 15. Jahrhundert ein. Die freigewordenen Steine wurden kurzerhand dazu verwendet, die Fassade mit einem 70 Meter langen Relief eines liegenden Buddhas zu schmücken.

Phimeanakas

Über den nahegelegenen Phimeanakas ist nicht viel bekannt. Der pyramidenförmige Hindutempel entstand im späten 10. Jahrhundert unter dem König Suryavarman I. Er wurde in Form einer stufenförmigen Pyramide erbaut. Historische Aufzeichnungen von Handelsreisenden lassen vermuten, dass der Tempel ursprünglich zumindest teilweise vergoldet war.

Elefantenterrasse

Die Terrasse der Elefanten ist ein etwa 350 Meter langes Bauwerk mit Blick auf den ehemaligen Hauptplatz der Stadt. Sie diente der königlichen Familie als Tribüne, um verschiedensten Festivitäten auf dem Großen Platz beiwohnen zu können. Ihren Namen hat sie von den steinernen Elefantenköpfen, die ihre Mauern zieren.

Schließlich verlassen wir Angkor Thom durch das östliche Siegestor, um uns den nahe gelegenen Ta-Prohm-Tempel anzusehen.

Ta Prohm

Die Tempelanlage Ta Prohm wurde gegen Ende des 12. Jahrhundert erbaut. König Jayavarman VII. wollte außerhalb der Stadt eine Art königliches Kloster schaffen. Mit dem Niedergang des Khmer-Reichs war auch diese Anlage viele Jahrhunderte dem Verfall ausgesetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts begann unter der Federführung französischer Wissenschaftler die Restaurierung der Bauten der Angkor-Region. Zu diesem Zeitpunkt waren die einstigen Tempelgebäude komplett mit Moos, Büschen und mächtigen Baumwurzeln überwuchert.

Im Zuge der Wiederherstellungsarbeiten beschlossen die Forscher, einen Tempel in seinem ursprünglichen Zustand zu belassen. Dafür wurde Ta Prohm auserkoren. So bekommst du dort bis heute ein gutes Gefühl dafür, vor welcher Mammutaufgabe die Restauratoren in der gesamten Angkor-Region standen. Viele Tempel wurden Stein für Stein markiert, abgetragen, gereinigt und originalgetreu wieder aufgebaut. Größere Bekanntheit erlangte Ta Prohm als Filmkulisse für die Tomb-Raider-Filme.

Pre Rup

Östlich von Ta Prohm findest du mit Pre Rup einen weiteren eindrucksvollen Tempel. Er gehört zu den ältesten Anlagen der Angkor-Region und stammt aus dem 10. Jahrhundert. König Rajendravarman II. erhob ihn im Jahr 961 zum Staatstempel.

Die Pyramidenstufen von Pre Rup sind heute wieder zugänglich. Von oben hast du einen tollen Blick auf die Anlage und die umliegende Landschaft. Außerdem kannst du die beeindruckende Baukunst der Khmer aus nächster Nähe bewundern.

Banteay Srei

Der Tempel Banteay Srei liegt etwa 50 Minuten Autofahrt nördlich von Siem Reap. Die Anfahrt lohnt sich jedoch. Umgeben von einem Wassergraben liegt die Anlage idyllisch in einem kleinen Wald.

Die kunstvoll verzierten Gebäude wurden in den 1930er-Jahren umfassend restauriert und geben einen guten Eindruck von der einstigen Pracht des hinduistischen Gotteshauses.

Kbal Spean

Weitere 20 Fahrminuten weiter nördlich gelangst du in den Phnom Kulen National Park. Hier fließt der kleine Fluss Kbal Spean. Zu seinen Ufern schlugen ab dem 11. Jahrhundert Khmer-Bildhauer zahlreiche Reliefs in die umliegenden Felsen.

Die Szenen zeigen hauptsächlich religiöse Motive. Gelegentlich formen sie jedoch auch einfach nur geometrische Motive. Die beeindruckenden Kunstwerke wurden erst 1968 zufällig wiederentdeckt.

Siem Reap

Ein guter Ausgangspunkt für deine Erkundung der Angkor-Region ist die Stadt Siem Reap. Knapp 250.000 Menschen leben heute hier. Deutlich weniger als die vermutlich bis zu einer Million Khmer, die der Großraum Angkor zu seiner Blütezeit beheimatete. Siem Reap verfügt über einen internationalen Flughafen mit guten Verbindungen nach Singapur, Kuala Lumpur und Bangkok. Außerdem findest du hier eine Vielzahl an Hotels und Restaurants aller Preisklassen.

Hoteltipp Siem Reap: Saem Siemreap Hotel *, schöne Anlage im Zentrum von Siem Reap nahe des Ausgehviertels Pub Street.

Fortbewegung vor Ort

Um die Tempel von Angkor zu entdecken, hast du mehrere Möglichkeiten. Das Stadtzentrum von Siem Reap ist etwa sieben Kilometer von Angkor Wat entfernt, nach Angkor Thom sind es etwa 10 Kilometer. Die sportliche Variante ist daher das Fahrrad. Ein Leihfahrrad kostet etwa 8-10 Euro pro Tag. Wenn du vorab online buchst *, kannst du dir das Fahrrad sogar bequem ins Hotel liefern lassen.

Wenn du es gemütlicher angehen möchtest, findest du an jeder Ecke die charakteristischen Tuk Tuks. Entweder hältst du auf der Straße eines an und verhandelst einen Preis für den ganzen Tag. Alternativ kannst du auch hier online vorbuchen *, wenn du bequem im Hotel abgeholt werden möchtest. Sehr beliebt sind auch Touren zum Sonnenaufgang über Angkor Wat *.

Eintrittsgebühren, Vorschriften und Wissenswertes

Um die Tempel von Angkor zu besichtigen, benötigst du ein Eintrittsticket für den archäologischen Park. Dieses kaufst du am besten online auf der offiziellen Website der Betreibergesellschaft. Du hast die Auswahl zwischen einem Pass für einen, drei oder sieben Tage. Um alle oben genannten Tempel zu besichtigen, empfehlen wir einen Drei-Tages-Pass.

Beachte bei deiner Besuchsplanung außerdem die Kleidungsvorschriften. Sowohl von Männern als auch Frauen werden in den religiösen Stätten respektvoll bedeckte Schultern und Knie erwartet. Manche Wärter lassen einen umgelegten Schal oder ein Tuch gelten. Am besten kleidest du dich aber gleich entsprechend, um Probleme zu vermeiden.

Zuletzt sei dir bewusst, dass die Tempel von Angkor die Top-Sehenswürdigkeit in Kambodscha sind. Entsprechend beliebt sind die Ausgrabungsstätten und entsprechend viele Besucher kommen jedes Jahr. Du wirst dir die Anlage also so gut wie immer mit einer Menge anderer Menschen teilen müssen. Zahlungskräftige Touristen sind zudem ein willkommenes Ziel für teils sehr aufdringliche fahrende Händler und Bettler. Vor allem kleine Kinder werden häufig losgeschickt, um Geld zu erbetteln. Das ist für viele Eltern lukrativer, als das Kind in die Schule zu schicken. Um diese Praktiken nicht zu unterstützen solltest du hier also nichts geben, so schwer es auch fallen mag.

Fazit

Die Tempel von Angkor sind ein fantastisches Reiseziel! Uns hat sehr beeindruckt, welch majestätische Bauwerke die Khmer-Baumeister ganz ohne moderne technische Hilfsmittel errichteten. Die kunstvollen Verzierungen und die vielfältigen Baustile machen einen Besuch sehr abwechslungsreich und geben einen tollen Einblick in eine faszinierende Geschichte. Wir selbst waren mit einem privaten Guide unterwegs. Das können wir nur empfehlen, da wir auf diese Weise viel mehr über die Geschichte der Khmer und Angkor sowie das moderne Kambodscha gelernt haben.

Reisetipps Tempel von Angkor

Reiseführer Angkor/Kambodscha

Reiseinfos Kambodscha

Sprache
Khmer – ភាសាខ្មែរ. Englisch wird in den touristischen Regionen häufig gesprochen.

Zeitzone
MEZ +6, UTC +7, keine Sommerzeit. Zeitunterschied zu Deutschland/Österreich/Schweiz 6 Stunden im europäischen Winter, 5 Stunden im europäischen Sommer.

Währung
Kambodschanischer Riel (KHR), 1 Euro entsprach im März 2024 etwa 4.400 KHR. Der Riel wird jedoch meist nur für kleine Beträge genutzt. Inoffizielle Zweitwährung im Alltag ist der US-Dollar. Hier sind allerdings nur Scheine im Umlauf. Zahlst du Beträge kleiner 1 Dollar in bar bekommst du üblicherweise Riel als Wechselgeld. Kreditkartenzahlung ist nicht immer möglich, du solltest also immer etwas Bargeld in US-Dollar dabeihaben.

Strom/Adapter
230 V/50 Hz, Der Steckdosentyp variiert zwischen den Typen A, C, und G, da es keinen landesweit einheitlichen Standard gibt. Vor allem in Hotels findest du häufig Universalsteckdosen, in die unsere europäischen Flachstecker passen. Manchmal benötigst du aber einen Steckeradapter. Wir benutzen diesen Universal-Adapter *, der für die meisten Länder passt.

Trinkgeld Restaurant/Taxi/Hotel
Trinkgeld ist in Kambodscha nicht unbedingt üblich. Allerdings sind die Gehälter sehr niedrig und die Preise für uns Europäer sehr günstig. Das Personal in Restaurants und Hotels freut sich also immer über eine Aufmerksamkeit, wenn du mit dem Service zufrieden warst. Wenn du mit einer privaten Tour unterwegs bist, solltest du Guide und Fahrer das Trinkgeld jeweils persönlich aushändigen.


* Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf den Link klickst und darüber etwas kaufst/buchst, bekommen wir vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Wir empfehlen nur Unterkünfte, Produkte und Buchungsportale, die wir selbst für gut befunden haben.

Dir gefällt dieser Beitrag? Dann freuen wir uns, wenn du ihn teilst!

Schreibe einen Kommentar