Der Ring of Kerry und die Dingle-Halbinsel in 2 Tagen

Westeuropa Irland Der Ring of Kerry und die Dingle-Halbinsel in 2 Tagen

Wer kennt sie nicht: Die schwarz-weiß gescheckten Kühe, die auf sanft geschwungenen Hügeln grasen und dadurch wunderbar streichzarte Butter produzieren. ;) In Kerry ist jedoch nicht alles Gold was glänzt, heute sind es eher die vom Regen durchnässten Straßen. Glücklicherweise nur am ersten Tag, an Tag 2 sieht die Sache auf der Dingle-Halbinsel schon wieder ganz anders aus.

Der Ring of Kerry: Eine feuchte Angelegenheit

An Tag 1 haben wir den Ring of Kerry auf dem Programm. Diese etwa 180 km lange Ringstraße führt einmal rund um die Iveragh-Halbinsel im Südwesten Irlands. Die empfohlene Fahrtrichtung ist gegen den Uhrzeigersinn und wir merken auch schnell, warum: Aufgrund der engen, teils sehr scharfen Kurven können Touristenbusse die Route nur in diese Richtung nutzen. Wer also nicht so wild darauf ist, in einer etwas mehr als fahrzeugbreiten Spitzkehre mit steil aufragenden Felsen auf der einen und steil ins Meer fallenden Klippen auf der anderen Seite auch noch einem entgegenkommenden Reisebus auszuweichen, dem sei diese Fahrtrichtung wärmstens ans Herz gelegt.

Der Gap of Dunloe

So starten wir also von unserem wunderbaren Bed & Breakfast in Killarney gen Westen in Richtung Killorglin. Kurz hinter der Ortsausfahrt entdecken wir einen Wegweiser zum Gap of Dunloe. Diesen Gebirgspass hatten wir ursprünglich nicht auf den Plan gesetzt. Da er nun aber näher zu sein scheint, als erwartet, biegen wir spontan ab. Und es lohnt sich. Langsam wird die kleine Straße immer enger und steiler und windet sich immer weiter in die Berge hinein.

Am höchsten Punkt angekommen haben wir einen tollen Blick zurück auf die kurvige Straße. Hier sind wir nun ein bisschen zu spontan und entscheiden uns, die Straße noch weiter in Richtung Süden zu fahren. Allerdings hängen wir zuerst ewig hinter einem Pferdekarren fest, der Besucher durch die Berge transportiert. Endlich unten angekommen, stellen wir dann fest, dass der einzige Weg zurück auf den Ring of Kerry in die richtige Richtung einmal rund um den Leane-See und zurück nach Killarney ist. Das kostet uns etwa eine Stunde. Gut, dass wir heute rechtzeitig aufgebrochen sind. Euch sei an dieser Stelle also empfohlen, am höchsten Punkt des Passes einfach umzukehren und denselben Weg wieder zurück zu fahren.

Blick zurück auf den Gap of Dunloe
Blick zurück auf den Gap of Dunloe

Rossbeigh Beach, Valentia Island & Waterville

Nun geht es aber wirklich los. Über Killorglin fahren wir zunächst zum Rossbeigh Beach. Interessant ist hier das rötliche Gestein, sonst gibt es wetterbedingt nicht allzu viel zu sehen. Wir fahren daher rasch weiter entlang der Küstenstraße bis auf die Valentia-Insel, die am äußeren Ende der Halbinsel liegt.

Wie auch schon an den Klippen von Moher zeigt sich die Wucht, mit der der Atlantik hier aufs Land trifft. Zerklüftete Steilküsten, tief eingegrabenen Buchten und vorgelagerte, spitze Inselchen – die sogenannten Skelligs – prägen die Landschaft. Im Norden der Insel trotzt ein kleiner Leuchtturm der Brandung, sonst ist bei dem Regen heute nicht viel los hier.

Nach einiger Zeit erreichen wir Waterville. Dieser kleine Küstenort war Charlie Chaplins Lieblingsurlaubsort und er kam über 10 Jahre lang jedes Jahr für ein paar Tage hierher. Ich hoffe für ihn, dass das Wetter bei seinen Besuchen besser war.

Charlie-Chaplin-Statue in Waterville
Charlie Chaplin war oft in Waterville zu Gast

Wir haben mittlerweile den westlichsten Punkt des Ring of Kerry passiert und fahren zurück in Richtung Osten. Die Straße schlängelt sich immer an der Küste entlang und böte bei Sonnenschein sicherlich schöne Aussichten.

Ring of Kerry - Aussicht
Aussicht – oder so was ähnliches – in Kerry

Der Killarney National Park & Ross Castle

Den Abschluss des Ring of Kerry macht der schöne Killarney National Park. Die Ringstraße führt mitten hindurch und automatisch an allen wichtigen Stationen vorbei. Ein kleiner See, eine tolle Aussicht vom Lady’s View oder eine kurze Wanderung zum Torc-Wasserfall sind einige der möglichen Optionen. Hierhin käme man auch rasch ohne Auto, der Sightseeingbus von Killarney hat im Park mehrere Haltestellen.

Unser letztes Ziel für heute ist das Ross Castle. Diese Festung aus dem 15. Jahrhundert liegt malerisch an einem See im Killarney National Park. Hier hat das Wetter dann doch auch noch ein Einsehen mit uns und die Sonne blitzt zumindest kurz hervor.

Zum Ausklang des Tages spazieren wir noch ein wenig durchs hübsche Zentrum von Killarney, ehe wir in unser Bed & Breakfast zurückkehren.

Die wunderbare Dingle-Halbinsel

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen ist deutlich erfreulicher. Die dicken Wolken sind verschwunden und Kerry verwöhnt uns mit strahlendem Sonnenschein. Ideale Voraussetzungen also, um eine weitere der zahlreichen fingerartigen Halbinseln Südwestirlands zu erkunden: Dingle.

So starten wir Richtung Norden und biegen bei Castlemaine auf die Dingle-Halbinsel ab. Unser erster Stop ist der Inch Beach, ein herrlicher, breiter Sandstrand. Hier lassen wir uns ein bisschen den Wind um die Nase wehen und genießen das Rauschen der Brandung.

Inch Beach auf der Dingle-Halbinsel
Der traumhafte Inch Beach auf der Dingle-Halbinsel

Wir folgen der Route bis in das namensgebende kleine Örtchen Dingle. Dort zweigen wir auf den Slea Head Drive ab, eine spektakuläre Küstenstraße. Eine schöne Aussicht jagt die nächste und wir sind sehr angetan.

Steilküste auf der Dingle-Halbinsel
Die wunderschöne Steilküste der Dingle-Halbinsel

Nahe dem südlichsten Punkt der Halbinsel erreichen wir die Beehive Huts (Bienenkorbhütten), Meisterwerke der frühchristlichen Baukunst. Auf einer Anhöhe über dem Meer errichteten die Bewohner der Region hier kleine Häuschen aus Stein, völlig ohne Mörtel oder sonstige Hilfsmittel. Einigermaßen gleich große Steine wurden in Ringen aufeinander geschichtet. Jeder Ring ist etwas kleiner als der darunterliegende. So wird die Hütte nach oben hin immer schmaler und ähnelt dadurch einem Bienenkorb. Meist stehen die Behausungen in kleinen Gruppen zusammen, es wurden jedoch auch Siedlungen mit bis zu 400 Hütten gefunden.

Durch wunderbare Landschaften nähern wir uns nun dem westlichsten Punkt Irlands. Von der Straße aus bieten sich herrliche Blicke auf Dunmore Head und die vorgelagerten Blasket Islands.

Blick auf Dunmore Head
Irlands westlichster Punkt – Links Dunmore Head, dahinter die Blasket Islands

Hier befindet sich auch der Coumeenoole Beach. Dieser abgesenkte Sandstrand liegt direkt in der Steilküste, umgeben von spitzen Felszacken. Die Brandung tost, der Wind pfeift, die Sonne lacht vom Himmel – einfach herrlich!

Wir vollenden den gut ausgeschilderten Slea Head Drive und genießen die immer neuen Blicke, die sich nach jeder Kurve auftun, bis wir wieder in Dingle ankommen. Von hier überqueren wir den Connor Pass in Richtung Tralee. Leider hängen hier ein bisschen die Wolken, die Aussicht ist trotzdem sehr schön. Bei Tralee verlassen wir schließlich diesen wunderbaren Landstrich und setzen unsere Reise in Richtung Osten fort.

Rock of Cashel: Wer zu spät kommt, den bestraft die Festung

Technisch gesehen gehört der Rock of Cashel zwar nicht mehr zu Kerry. Da er jedoch noch auf unserer heutigen Route liegt, sei ihm hier ein wenig Platz eingeräumt. :) In einer sonst eher flachen Gegend erhebt sich ein Hügel etwa 65 Meter über das Umland. Strategisch war das sehr günstig und so entstand dort im Laufe der Jahrhunderte nach und nach eine gewaltige Festungsanlage. Leider haben wir auf unserem Plan die extra vorab recherchierten Öffnungszeiten übersehen und kommen erst 15 Minuten nach dem letzten Einlass (16:45 Uhr) an. So können wir die beeindruckende Anlage nur noch von außen bewundern, bevor wir die letzten 60 km zu unserem heutigen Nachtlager in Kilkenny zurücklegen.

Die Iveragh- und die Dingle-Halbinsel – Nachbarn und doch sehr unterschiedlich. Obwohl der Ring of Kerry als Nummer-1-Must-see in Irland gilt, hat es uns auf der Dingle-Halbinsel deutlich besser gefallen. Ob das dem Wetter geschuldet war, sei dahingestellt. Wart ihr schon im schönen irischen Südwesten? Und wo hat es euch besser gefallen? Sagt es mir in den Kommentaren!

Reisetipps Ring of Kerry und Dingle

Routeninfos

Tag 1: Ring of Kerry

  • Strecke: ca. 275 km
  • Gesamtzeit: ca. 6:30 Stunden
  • Fahrzeit: ca. 5:40 Stunden

Tag 2: Dingle-Halbinsel + Fahrt über Rock of Cashel nach Kilkenny

  • Strecke: ca. 400 km
  • Gesamtzeit: ca. 7:30 Stunden
  • Fahrzeit: ca. 6:20 Stunden

Transport vor Ort

Am individuellsten geht die Erkundung der südwestlichen Halbinseln mit dem Mietwagen.

Wer sich den Linksverkehr und/oder die kurvigen, engen Straßen selbst nicht zutraut, kann sowohl für den Ring of Kerry als auch für die Dingle-Halbinsel Tagestouren mit dem Bus ab Killarney buchen.

Restauranttipps

Bricin
26 High Street
Killarney
www.bricin.ie

Gemütliches Lokal mit Craft Shop im Erdgeschoss. Gute irische Küche, sehr freundliches Personal.


Hannigan’s
Kenmare Place
Killarney
www.killarneyinternational.com/restaurant.html

Im Pub-Stil gehaltenes Restaurant in der Innenstadt mit guten lokalen Gerichten.

Hoteltipp

Redwood B&B
Rockfield, Tralee Road
Killarney
www.redwoodkillarney.com

Etwa 10 Autominuten vom Stadtzentrum gelegen, ist dieses entzückende Bed & Breakfast ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung der Kerry-Region. Parkplätze direkt vorm Haus, gutes Frühstück, gratis WLAN, das jedoch nicht immer funktioniert.

Reiseinfos Irland

Sprache:Irisch und Englisch
Zeitzone:MEZ-1, UTC+0, Sommerzeit von März bis Oktober. 1 Stunde Zeitunterschied zu Deutschland/Österreich/Schweiz
Währung:Euro (EUR), 1 EUR = 100 Cent
Roadtrip-Info:Linksverkehr. Landstraßen teils sehr eng, wir empfehlen einen kleinen Mietwagen. Europäischer Führerschein reicht aus.

Tempolimit auf Autobahnen 120 km/h, auf Bundes- und Schnellstraßen 100 km/h, auf Landstraßen 80 km/h, innerorts 50 km/h.

Achtung: In Nordirland sind die Geschwindigkeiten in Meilen pro Stunde (mph) ausgeschildert!

Achtung: Trotz Linksverkehr gilt an ungeregelten Kreuzungen "rechts vor links"!

Auf manchen Autobahnen wird eine Maut erhoben. Diese zahlst du direkt an Mautstationen bar oder mit Karte.

Eine Ausnahme ist die Ringautobahn M50 um Dublin. Hier wird dein Kennzeichen von Kameras erfasst und die Maut muss bis zum Folgetag online bezahlt werden. Bei den meisten Mietwägen musst du dich nicht darum kümmern, der Betrag wird einfach von deiner Kreditkarte abgebucht.
Strom/Adapter:230 V/50 Hz, Steckeradapter Typ G erforderlich (wie z. B. auch in UK)
Trinkgeld Restaurant:Je nach Zufriedenheit etwa 10 %. Wird nach der Zahlung am Tisch liegengelassen. Im Pub ist Trinkgeld eher unüblich. Wenn am Tisch bedient wird, sind etwa 5 % angemessen.
Trinkgeld Taxi:Im Taxi wird der Fahrpreis nach eigenem Ermessen aufgerundet.
Trinkgeld Hotel:Gepäckträger: ca. 1-2 EUR pro Gepäckstück
Reinigungspersonal (optional): ca. 1-2 EUR pro Tag
Dir gefällt dieser Beitrag? Dann freuen wir uns, wenn du in teilst!
Wolfgang
Wolfganghttps://www.reiseblitz.com
Hallo, ich bin Wolfgang. Reisen und die Welt erkunden sind meine größten Leidenschaften. Da ich jedoch in Vollzeit arbeite, will ich die Zeit vor Ort so gut wie möglich nutzen - optimiert reisen eben. Darüber schreibe ich hier auf reiseblitz.com und freue mich, wenn du mich dabei begleitest!

2 Kommentare

  1. Wir sind bei deiner sehr guten Reisebeschreibung in Gedanken mitgefahren. Eine landschaftlich imponierende Fahrt!
    Wir freuen uns schon auf die nächste Reise!
    Birgit und Wolfgang

    • Schön, dass ihr uns – zumindest virtuell – immer so eifrig begleitet! Es sind bereits einige weitere Artikel in Planung und die nächste Reise steht auch bald schon an :)

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen hier ein