Ein Tag im Kouchibouguac-Nationalpark: Natur pur in Ostkanada


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Zuletzt aktualisiert: 28/09/2019
Ein Tag im Kouchibouguac-Nationalpark: Natur pur in Ostkanada

Stell dir vor, du reist auf die Insel Malta und bist der einzige Mensch dort. So ging es uns im etwa gleich großen Kouchibouguac-Nationalpark an Kanadas Ostküste. An einem sonnigen Tag Ende Oktober sind wir die einzigen Besucher und haben die 238 Quadratkilometer des Parks komplett für uns alleine. Der Name Kouchibouguac stammt aus der Sprache der Mi’kmaq First Nations und bedeutet „Fluss der langen Gezeiten“. Unsere Highlights im Nationalpark stellen wir dir in diesem Artikel vor.

Kouchibouguac-Nationalpark mit dem Auto

Für Roadtrip-Liebhaber wie uns sind die kanadischen Nationalparks ideal aufgebaut. Üblicherweise gibt es ein bis zwei Hauptverkehrsadern, entlang derer du mit dem Auto fahren darfst. An wichtigen, interessanten oder sehenswerten Stellen findest du kleine Parkplätze neben der Straße, von denen aus dann die Wanderwege zu den eigentlichen Attraktionen beginnen. So kommst du im Park schnell voran, hast aber an den entscheidenden Stellen ausreichend Zeit, alles in Ruhe zu Fuß zu erkunden. Bei jedem Weg stehen außerdem Hinweistafeln, die dich mit den wichtigsten Informationen zum jeweiligen Ort versorgen.

Um mit dem Auto in einen Nationalpark einzufahren, brauchst du ein sogenanntes Permit. Diese Zugangserlaubnis kaufst du im Eingangsbereich des Parks und platzierst sie anschließend gut sichtbar im Auto. Der Eintritt fließt zu 100 Prozent in die Erhaltung der Parks und ist sein Geld somit allemal wert. Die Kosten für das Permit variieren nach Jahreszeit. Aktuelle Preise findest du auf der Website des Kouchibouguac-Nationalparks. Bei uns waren es in der Nebensaison günstige 3,90 kanadische Dollar pro Person.

Salt Marsh / Marais Salé

Wir starten unsere Erkundung des Parks mit einem rund 30-minütigen Kurzwanderweg durch die Salzmarsche der Atlantikküste. Bereits beim ersten Stopp sind wir sehr beeindruckt von der Ursprünglichkeit der Landschaft, den Farben und der Ruhe. Außer Naturgeräuschen ist absolut nichts zu hören oder zu sehen und wir genießen die frische Meeresluft in der wärmenden Sonne.

Kellys Beach / Plage Kellys

Unser nächster Haltepunkt ist Kellys Beach. Ein langer Holzsteg führt über die Marschen und einen Meeresarm auf eine vorgelagerte Sandinsel. Im Sommer ist der breite Strand ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt im Herbst bläst uns der Wind kräftig um die Ohren. Das tut dem entspannenden Meeresrauschen und den tollen Farbenspielen der herbstlichen Landschaft jedoch keinen Abbruch.

The Bog / La Tourbière

Im Anschluss daran kommen wir zur für uns schönsten Station: „The Bog“ ist ein riesiges Hochmoor inmitten des Parks, das stetig weiter wächst. Von einer erhöhten Plattform auf einem Holzturm hast du eine fantastische Aussicht auf die fast unnatürlich wirkenden Herbstfarben. Ein schmaler Holzsteg führt tief in die faszinierende Landschaft hinein.

The Source / La Source

Unser letzter Stopp liegt am Ende der Nationalparkstraße. Der Blick vom Aussichtspunkt „The Source“ erinnert uns an die Thousand Islands. Mit etwas Glück soll man hier Elche sehen können. Das ist uns jedoch leider nicht vergönnt. Wird sind trotzdem sehr angetan von der wunderbaren Natur des Parks und treten begeistert die Weiterreise an.

Fazit

Der Kouchibouguac-Nationalpark ist einen Besuch absolut wert und eignet sich gut für eine Tagesetappe auf der Durchreise. Wenn du mehr Zeit im Park verbringen möchtest, stehen dir zwei Campingplätze zur Verfügung. Dort findest du die ganze Bandbreite von der einfachen Wiese fürs eigene Zelt bis zur voll ausgestatteten Glamping-Unterkunft. Im Sommer ist der Nationalpark ein beliebtes Ausflugsziel, dann wird eine Reservierung empfohlen. Für uns war Kouchibouguac eine tolle Station auf unserem Ostkanada-Roadtrip.

Reiseinfos Kanada

Sprache
Englisch, Französisch

Zeitzone
MEZ -4:40 bis -9, UTC -3:30 bis -8, teilweise Sommerzeit. Zeitunterschied zu Deutschland/Österreich/Schweiz variiert somit.

Währung
Kanadischer Dollar (CAD), 1 CAD (~ 0,73 EUR) = 100 Cent. Kreditkartenzahlung ist weit verbreitet. Wie in den USA ist die Mehrwertsteuer nie in die ausgewiesenen Preise eingerechnet. Sie variiert nach Provinz und beträgt zwischen 5 und 15 %.

Roadtrip-Info
Rechtsverkehr. Die Straßen sind breit und gut ausgebaut, die Autos daher oft entsprechend überdimensioniert. Sicherheitshalber solltest du einen internationalen Führerschein dabeihaben, da das europäische Scheckkartenformat nicht überall anerkannt wird. Parkverbotszonen sind deutlich gekennzeichnet.

Tempolimit je nach Provinz außerorts und auf Autobahnen 80-110 km/h, innerorts 40-50 km/h.

Achtung: Auch tagsüber muss das Abblendlicht eingeschaltet sein.

Achtung: An Schulbussen, die mit Warnblinkanlage halten, darfst du nicht vorbeifahren.

Auf manchen Streckenabschnitten oder Brücken ist eine Maut zu entrichten. Dafür wird dein Kennzeichen erfasst und der Betrag direkt von der beim Autovermieter hinterlegten Kreditkarte abgebucht.

Strom/Adapter
110 V/60 Hz, Adapter Typ A/B * (wie USA) notwendig.

Trinkgeld Restaurant
Trinkgeld ist in Kanada ein elementarer Gehaltsbestandteil des Servicepersonals. Man gibt also mindestens 15 %. Wenn man zufrieden war, auch mehr. Kann direkt ins Kreditkartengerät eingegeben oder bar auf dem Tisch hinterlassen werden.

Trinkgeld Taxi
Im Taxi rundet man den Fahrpreis ebenfalls um etwa 15 % auf.

Trinkgeld Hotel
Gepäckträger: 1-2 CAD pro Gepäckstück
Reinigungspersonal: ca. 1-2 CAD pro Tag, da das Reinigungspersonal nicht immer dasselbe ist, hinterlässt man das Geld täglich im Zimmer, deutlich als Trinkgeld erkennbar.

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