Ein Jahr lang jeden Tag einen anderen Strand entdecken, das klingt verlockend. Genau das verspricht Antigua. 365 Strände soll es auf der kleinen Insel geben. Das kann – sorry liebe Sachsen – die etwa gleich große Stadt Leipzig zum Beispiel nicht von sich behaupten. Ein Tag auf Antigua reicht natürlich nicht aus, um sie alle zu erkunden. Das ist aus unserer Sicht auch gar nicht unbedingt nötig. Einige der Strände sind nämlich – positiv formuliert – touristisch gut erschlossen. Es gibt jedoch durchaus versteckte Perlen zu entdecken. Darunter auch das Ziel unseres heutigen Ausflugs: Die Rendezvous Bay. Was du an einem Tag auf Antigua erleben kannst und warum die Insel eines der Highlights unserer Karibikkreuzfahrt war, erzählen wir dir in diesem Beitrag.

Sonnenaufgang über Antigua
Antigua beeindruckt schon im Sonnenaufgang.

Eine Wanderung zur Rendezvous Bay

Gut gelaunt empfängt uns unser Guide Camille. Sie liebt ihre Heimat Antigua, das wird uns schnell klar. Begeistert erzählt sie uns während unserer Fahrt in den Süden viel über das Leben auf der Insel. Wie die meisten karibischen Inseln hat Antigua eine bewegte Vergangenheit. Erst seit 1981 ist das Eiland zusammen mit seiner kleinen Nachbarin Barbuda ein unabhängiger Staat. Davor war das Archipel mit einigen weiteren Nachbarinseln britische Kolonie. Bis heute ist der britische Einfluss sichtbar. Der Nationalsport ist Cricket, es herrscht Linksverkehr und über das Commonwealth ist die Queen bis heute formales Staatsoberhaupt. „Nur das Tee-Ding machen wir nicht, es ist viel zu heiß für Tee“, lacht Camille kurz bevor wir am Einstiegspunkt unserer Wanderung ankommen.

Wasserreservoir, Antigua
Wir beginnen unsere Wanderung bei einem alten Wasserreservoir.

Flugs bekommen wir noch eine Flasche Wasser und einen Wanderstock und machen uns dann auf den Weg in den üppig grünen Küstenwald. Zunächst geht es ziemlich den Berg hinauf. Die Verschnaufpausen nutzt Camille, um uns mehr über die Pflanzenwelt rund herum zu erklären. Schließlich erreichen wir die Bergkuppe, ab hier geht es wieder steil hinab in Richtung Küste. Auf halbem Weg nach unten überrascht uns ein typisch karibischer Regenschauer. Nach wenigen Minuten ist er auch schon wieder vorbei, dafür glitzern und glänzen die Regentropfen auf den Blättern nun herrlich im Sonnenlicht.

Wanderweg zur Rendezvous Bay, Antigua
Der Weg führt mitten durch einen herrlichen Wald.

Plötzlich hören wir irgendwo hinter dem Blätterdickicht das Rauschen von Wellen. Nach insgesamt gut fünf Kilometern öffnet sich der schmale Wanderweg in eine Lichtung. Diese wird auf drei Seiten von Wald begrenzt. Die vierte Seite ist ein absolut paradiesischer Traumstrand. In einem weiten Bogen schwingt sich die Rendezvous Bay entlang der Küste und außer unserer kleinen Gruppe sind ungefähr sechs weitere Menschen da.

Rendezvous Bay, Antigua
In der Rendezvous Bay auf Antigua finden wir einen wahren Traumstrand vor.

Badespaß in Traumkulisse

Einer der Tourguides ist mit dem Auto vorgefahren und hat auf der kleinen Lichtung frisches Obst, ein paar Sandwiches und Getränke aufgebaut. So kommen wir in den Genuss von Sorrel Drink. Dieser feuerrote, typisch karibische Softdrink ist vor allem in der Vorweihnachtszeit beliebt. Er besteht aus Hibiskusblüten, Nelken, Ingwer, Zimt, Zucker sowie ein paar weiteren Gewürzen. Die Mischung wird mit Wasser aufgegossen und schmeckt richtig gut.

Rendezvous Bay, Antigua
Bei so einer Aussicht schmecken die Drinks gleich doppelt so gut.

Frisch gestärkt folgt nach der anstrengenden Wanderung eine wunderbare Abkühlung. Der flach ins Wasser abfallende Strand und die rauschenden Wellen rufen förmlich danach, im Meer herumzuplanschen. Alternativ kannst du einfach gemütlich im Sand liegen und die Seele baumeln lassen.

Badespaß in der Rendezvous Bay, Antigua
In diesem Wasser muss man einfach baden! :)

Hinunter war irgendwie leichter

So traumhaft schön es in der Rendezvous Bay ist, irgendwann ist es Zeit, den Rückweg anzutreten. Und wenn man irgendwo hinuntergeht, muss man irgendwie wieder hinauf kommen. Stelle also sicher, dass deine Wasserflasche für den Aufstieg gut gefüllt ist, du wirst sie brauchen! Dafür wirst du aber mit atemberaubenden Blicken über die Rendezvous Bay und ihre Nachbarbuchten belohnt.

Aussicht Wanderweg, Antigua
So anstrengend der Aufstieg ist, die Aussicht entschädigt uns dafür.

Schließlich haben wir den höchsten Punkt des steilen Wanderwegs erklommen. Von hier aus geht es sanft abfallend zurück ins Landesinnere, vorbei an kleinen Ferienhäusern, Obstplantagen und durch malerische Landschaften.

Zitronengras am Wegesrand, Antigua
Zitronengras, Zimt und andere Gewürze wachsen hier einfach am Wegesrand.

Als wir uns bei unserem Transfer-Taxi von Camille verabschieden, sind wir uns einig: Dieser Ausflug ist ein absolutes Highlight unserer bisherigen Reise! Die tolle Natur, der wunderschöne Strand und die großartige Reiseleitung – hier stimmt einfach alles!

Landschaftspanorama, Antigua
Grüne Landschaften, soweit das Auge reicht. Im Hintergrund die historische Hafenanlage Nelson’s Dockyard.

Ein Spaziergang durch St. John’s

Wieder zurück beim Schiff nutzen wir die verbleibende Liegezeit für einen Rundgang durch die kleine Inselhauptstadt St. John’s. Die Wege sind kurz und alles ist gut fußläufig vom Hafen zu erreichen. Das markanteste Gebäude der Stadt ist die Saint-John’s-Kathedrale mit ihren silbrigen Turmspitzen.

Saint-John's-Kathedrale, Antigua
Die Saint-John’s-Kathedrale thront auf einem Hügel über der Stadt.

Wenn du mehr über die Geschichte der Insel erfahren möchtest, wirst du im Museum of Antigua and Barbuda fündig. Wir waren zwar nicht drin, das Gebäude alleine ist aber auch schon schön anzusehen.

Museum of Antigua and Barbuda, Antigua
Das Antigua-und-Barbuda-Museum befindet sich im alten kolonialen Gerichtsgebäude.

Zu guter Letzt schlendern wir noch über den lebhaften Markt der Stadt. An den Ständen herrscht reges Treiben, alle Güter des täglichen Bedarfs gibt es hier zu kaufen. Obst, Gemüse, Brot, Fleisch, Fisch, Gewürze – mehr Auswahl gibt es auch im Supermarkt nicht. Das augenfälligste Bauwerk des Marktgebiets ist sicherlich das Denkmal zu Ehren von V. C. Bird. Er war der erste Premierminister des Landes und maßgeblich am Erlangen der Unabhängigkeit beteiligt. Auch wenn sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt, ist das Denkmal aus unserer Sicht vor allem eins: hässlich.

V. C. Bird Memorial, Antigua
Den Stil des V. C. Bird Memorials muss man mögen.

Zum Abschluss unseres Rundgangs fahren wir auf unserem Schiff noch einmal ganz hinauf aufs oberste Deck. Von dort bietet sich uns in der Abenddämmerung ein fantastischer Rundblick über die Stadt. Ein gelungener Abschluss für einen wunderbaren Tag auf Antigua!

St. John's in der Abendsonne, Antigua
St. John’s in der Abendsonne

Fazit

Antigua war für uns die schönste Insel, die wir auf unserer Karibikkreuzfahrt besucht haben. Die wunderbare Natur, die tolle Wanderung und die netten Leute haben uns begeistert. Dieses wunderbare Fleckchen Erde sollte also auf deiner Reiseroute durch die Karibik nicht fehlen!

Mehr über unsere Aktivitäten auf den karibischen Inseln liest du in unseren Beiträgen über Barbados, St. Lucia, Guadeloupe, Dominikanische Republik, Aruba, Curaçao, Bonaire, Grenada und St. Vincent. Einen Gesamtüberblick über unsere Karibikreise findest du in unserem Artikel Zwei Wochen Karibikkreuzfahrt: Sonne, Strand und schöne Inseln.

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