Muskat, Vanille, Ingwer, Zimt und Nelke – der Duft von exotischen Gewürzen begleitet uns während unseres Ausflugs auf Grenada. Die karibische Gewürzinsel war einer der größten Muskatnussproduzenten weltweit bis ein Hurrikan im Jahre 2004 den Großteil der Plantagen zerstörte. Seitdem exportiert Grenada vor allem Kakao und Tropenfrüchte wie Bananen, Papayas, Mangos und Ananas. Die südlichste der Inseln über dem Winde ist vulkanischen Ursprungs. Tropische Regenwälder, tiefe Schluchten und ruhende Vulkane prägen die Landschaft. Die in Terrassen angeordneten Häuser leuchten in Pastellfarben vor dem satten Grün der hügeligen Umgebung. Zahlreiche Strände laden zum Baden und Schnorcheln im kristallklaren Wasser des Karibischen Meers ein. Im Rahmen unserer Karibikkreuzfahrt haben wir einen Tag auf Grenada verbracht. Was du bei einem Kurzbesuch auf der schönen Karibikinsel erleben kannst, stellen wir in diesem Beitrag vor.

Spaziergang durch St. George’s

St. George’s zählt zu den schönsten Hafenstädten in der Karibik. Die Städte sind aus unserer Sicht insgesamt allerdings nicht das Aushängeschild der Region. Im Vergleich ist St. George’s tatsächlich eines der schöneren Beispiele und bietet sich für einen ein- bis zweistündigen Spaziergang an. Die Hauptstadt Grenadas liegt mit ihren steinernen Gebäuden im Kolonialstil und ihren engen steilen Gassen idyllisch an einer natürlichen Bucht. Vom Kreuzfahrtterminal aus führt der Weg durch das Esplanade-Shopping-Center auf einen mit Souvenirständen gesäumten Platz an der Melville Street.

Platz mit Uhr an der Melville Street, St. George's, Grenada
Willkommen in St. George’s – Die Hauptstadt Grenadas begrüßt Kreuzfahrttouristen auf diesem Platz an der Melville Street.

Durch die mit bunten Fahnen geschmückte Granby Street gehst du zunächst in der geschäftigen Marktatmosphäre des Market Hill den Hügel hinauf. Dann biegst du rechts auf die Church Street ab und gehst an der St.-George’s-Kirche vorbei den Hügel wieder hinunter. In der Young Street 10 zur Linken ist das House of Chocolate einen kurzen Besuch wert. Das Museum zeigt die Geschichte der Schokoladenherstellung und betreibt neben einem Souvenirshop auch ein kleines Café.

House of Chocolate, St. George's, Grenada
Das House of Chocolate in der Young Street

Folgst du der Young Street weiter hinunter, gelangst du auf die Wharf Road. Diese Straße umrundet die Carenage, die malerische Hafenbucht von St. George’s, in der bunte Fischerboote und schicke Yachten liegen.

Blick auf Carenage, Hafenbucht, St. George's, Grenada
In der Hafenbucht von St. George’s liegen farbenfrohe Häuser auf den Hügeln und bunte Boote im Wasser.

Die alten Lagerhäuser entlang der Wharf Road stammen aus der französischen und britischen Kolonialzeit, die 1650 begann. Seit 1972 ist Grenada eine unabhängige konstitutionelle Commonwealth-Monarchie. Heute beherbergen die Gebäude um die Carenage hauptsächlich Restaurants, Cafés, Büros und Geschäfte.

Wharf Road, Carenage, St. George's, Grenada
Ladenzeile in der Wharf Road

Der Scheitelpunkt der Carenage liegt etwa auf der Höhe des Denkmals „Christ of the deep“. An dieser Stelle hast du nochmals einen schönen Ausblick auf die offene Seite der Hafenbucht. Im Anschluss kommst du, zurück über die Wharf Road und die Young Street wieder hinauf, oben auf dem Hügel links in die Grand Etang Road. Diese Straße führt zur kolonialen Festung Fort George.

Ausblick, Carenage, Hafenbucht, St. George's, Grenada
Ausblick vom Scheitelpunkt der Hafenbucht von St. George’s

Die linke Abzweigung der Grand Etang Road führt zu einem Aussichtspunkt direkt an der Straße. Von dort eröffnet sich ein toller Blick auf die Carenage. Der Zugang zum Fort George ist über die rechte Abzweigung der Grand Etang Road möglich. Der Eintritt zum Fort kostet nicht viel, ein Besuch erscheint aber nicht notwendig. Von der Straße aus siehst du bereits auf die andere Seite der Stadt, auf der die Kreuzfahrtschiffe festmachen. Wenn du die Abzweigung zum Fort wieder zurückgehst, führt auf der linken Seite eine schmale Treppe hinunter bis zur Einfahrt zum Sendall-Tunnel. Über diesen Weg gelangst du in kurzer Zeit zurück zum Kreuzfahrtterminal.

Blick über St. George's, Grenada - Ein Tag auf Grenada: Malerische Buchten, tropischer Regenwald
Der Blick über St. George’s vom Fort aus

Aktivitäten im Wasser, Erholung am Strand

Als Alternative zu einem Spaziergang durch St. George’s bietet Grenada vielfältige Möglichkeiten für Wassersportbegeisterte und Erholungssuchende.

Katamaran, Westküste, Grenada
Katamaran vor der Westküste Grenadas

So kannst du zum Beispiel bei einer Katamaranfahrt die schönen Buchten entlang der Westküste der Insel entdecken. Der Unterwasserskulpturenpark bietet sich zum Schnorcheln und Tauchen in außergewöhnlicher Umgebung an. Zudem liegen südlich der Hauptstadt Grand Anse Bay und Morne Rouge Bay, die nur ein Felsvorsprung voneinander trennt. Diese weitläufigen, feinsandigen Strände eignen sich hervorragend zum Baden, Schwimmen und Entspannen.

Fische, Schnorcheln, Unterwasserskulpturenpark, Grenada
Beim Schnorcheln im Unterwasserskulpturenpark gibt es viel zu sehen.

Regenwaldwanderung im Grand-Etang-Nationalpark

Der Grand-Etang-Nationalpark liegt etwa zehn Kilometer entfernt von St. George’s im Landesinneren. Er schützt den tropischen Regenwald rund um den 530 Meter hoch gelegenen, gleichnamigen Kratersee. Wir haben uns für einen von der Reederei organisierten Ausflug in den Regenwald entschieden. Am Nachmittag bringt uns unser Guide in einer kleinen Gruppe mit einem Minibus zu den Sehenswürdigkeiten. Unser erster Stopp ist das als Plantage gestaltete Besucherzentrum des Grand Etang National Park & Forest Reserve.

Besucherzentrum im Grand-Etang-Nationalpark, Grenada
Das Besucherzentrum des Grand Etang National Park & Forest Reserve

Die Plantage an sich ist nett anzusehen, allerdings handelt es sich hierbei um eine klassische Touristenfalle. Auch der Blick auf den Kratersee überzeugt uns nicht. Daher sind wir froh, den Verkäufern und Musikanten vor Ort bald wieder zu entfliehen.

Pflanzen im Grand-Etang-Nationalpark, Grenada
Die Gewürzinsel beeindruckt mit ihrer Pflanzenvielfalt.

Etwa zwei Kilometer vom Besucherzentrum entfernt besichtigen wir eine weitere, dieses Mal authentisch wirkende Plantage. Während wir durch die Landschaft spazieren, erfahren wir mehr über den Anbau von Gewürzen und Früchten.

Muskatnuss auf Grenada
Sobald die Schale platzt und die rote Schutzschicht zu sehen ist, ist die Muskatnuss reif für die Ernte.

An die Plantage schließt direkt das Regenwaldgebiet an, in dem uns eine Wanderung zu den Seven-Sisters-Wasserfällen erwartet. Mit diesem Ziel folgen wir dem schattigen, streckenweise steilen Waldweg durch die üppige Vegetation des Regenwalds.

Bach, Grand-Etang-Nationalpark, Grenada
Ein rauschender Bach bahnt sich seinen Weg durch den Regenwald.

Nach circa 45 Minuten waten wir durch einen fast kniehohen Bach, bevor wir eine Anhöhe mit Blick auf die Wasserfälle erreichen. Die Möglichkeit, im Naturpool zu schwimmen, nehmen wir nicht wahr. Das Wasser ist trüb und der Hang stark abschüssig und matschig. Dafür versucht ein Hilfsguide durch einen Kopfsprung vom oberen Wasserfall noch ein zusätzliches Trinkgeld zu generieren. Damit ist für uns der Zeitpunkt gekommen, nicht weiter an den Wasserfällen zu verweilen.

Seven-Sisters-Wasserfälle, Grand-Etang-Nationalpark, Grenada
Zwei der Seven-Sisters-Wasserfälle im Grand-Etang-Nationalpark

Als wir uns umdrehen, stellen wir fest, wie viel Glück wir auf den meisten Ausflügen während unserer Karibikkreuzfahrt hatten. Obwohl wir ursprünglich in übersichtlicher Runde unterwegs waren, treffen sich nun alle Ausflugsgruppen auf der für diesen Ansturm zu kleinen Anhöhe bei den Wasserfällen. Beim ersten Schlupfloch überqueren wir erneut den Fluss und nutzen die Gelegenheit, auf ein Zeichen unseres Guides hin unabhängig von unserer Gruppe vorauszugehen. So genießen wir nochmals für eine Dreiviertelstunde die ruhige, ursprüngliche Atmosphäre des Regenwalds, bevor wir zum Kreuzfahrtschiff zurückkehren.

Touristen, Seven-Sisters-Wasserfälle, Grand-Etang-Nationalpark, Grenada
Starker Andrang im Regenwald

Fazit

An einem Tag auf Grenada erwarten dich malerische Buchten und tropischer Regenwald. Ob für einen Spaziergang durch die Hauptstadt, Aktivitäten im Wasser, Entspannung am Strand oder eine Regenwaldwanderung im Grand-Etang-Nationalpark, der Hafen von St. George’s ist ein optimaler Ausgangspunkt, um die Karibikinsel zu erkunden. Jessica hat in St. George’s und Wolfgang beim Schnorcheln einen schönen Vormittag verbracht. Die über die Reederei gebuchte Regenwaldtour am Nachmittag haben wir jedoch als sehr touristisch und überlaufen empfunden. Wir empfehlen daher, einem individuell gestalteten Ausflug den Vorzug zu geben. Damit lassen sich die lohnenswerten Seiten Grenadas, zu denen der Regenwald auf jeden Fall zählt, sicherlich besser entdecken.

Panorama, St. George's, Grenada
Blick auf St. George’s vom Kreuzfahrtschiff

Weitere Beiträge über unsere Aktivitäten auf den karibischen Inseln Barbados, St. Lucia, Guadeloupe, Antigua, Dominikanische Republik, Aruba, Curaçao, Bonaire und St. Vincent verlinken wir hier nach und nach. Einen Gesamtüberblick über unsere Karibikreise findest du in unserem Artikel Zwei Wochen Karibikkreuzfahrt: Sonne, Strand und schöne Inseln.

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